Die alten Gemeindehäuser an der Hagngasse werden abgerissen.
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Die alten Gemeindehäuser an der Hagngasse werden abgerissen. Einen Zeitplan dafür gibt es noch nicht. Die Gemeinde will den Mietern der 16 alten Wohnungen Zeit für den Umzug geben. 

Kommunalunternehmen Bad Wiessee

Beim Wohnungsbau geht’s jetzt Schlag auf Schlag

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Gerade sind zwei Mehrfamilienhäuser an der Dr.Scheid-Staße im Bau. Sie werden im Herbst fertig - und das Kommunalunternehmen Bad Wiessee peilt schon das nächste Projekt an.

Aktuell laufen noch die Bauarbeiten für zwei Mehrfamilienhäuser an der Dr. Scheid-Straße, da hat Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD) schon das nächste Wohnbauprojekt im Sinn. An der Hagngasse, oben am Sportplatz, sollen die Gebäude 45 und 47 neuen Häusern weichen. Zuerst war an Modernisierung gedacht, doch ein Gutachten zeigt: Der Aufwand lohnt nicht. Das Kommunalunternehmen (KU) der Gemeinde wird also neu bauen.

2024 sollen die Neubauten stehen. Wann der Abriss beginnt, ist offen. Die Mieter der 16 alten Wohnungen sollen Zeit haben, sich eine neue Unterkunft zu suchen. Sie können dabei auf die Unterstützung der Gemeinde zählen. Wohnen sei ein Grundbedürfnis, meint Kühn. Was das KU in diesem Bereich leiste, lasse sein sozialdemokratisches Herz „hoch und höher schlagen“.

Neue Struktur nach scharfem Schnitt

Um die Arbeit des gemeindlichen Unternehmens zu präsentieren, hatte Kühn zur Pressekonferenz ins Rathaus geladen. Doch so frohgemut der Bürgermeister dort von den Bauprojekten berichtete, so scharf war der Schnitt, den er kurz nach Beginn seiner Amtszeit gesetzt hatte. Patrik Zeitler, geschäftsführender Vorstand des KU, musste gehen. Dass sein im August 2020 auslaufender Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde, kam für Zeitler überraschend. Die Entscheidung spart viel Geld: Zeitler hatte eine Vollzeitstelle. Jetzt ist die Struktur eine völlig andere. Wie berichtet, fungiert Thomas Lange, Leiter des Hauptamts im Rathaus, jetzt als KU-Vorstand. Letzteres ist als 30-Prozent-Stelle angesetzt. Ihm zur Seite steht Bautechniker Martin Brugge, der auch im Bauamt beschäftigt ist und beim KU eine halbe Stelle hat. Zum Team gehört seit Januar die Immobilienkauffrau Dagmar Milbrandt. Halbtags leisten Petra Bollen und Christiane Greif Unterstützung. Im September wird auch ein Ausbildungsplatz im KU besetzt.

Gesamtpaket ist günstiger als Vollzeit-Geschäftsführer

„So verteilt sich die Arbeit auf mehrere Schultern“, erklärt Kühn. Und: Das Gesamtpaket kommt günstiger als die Arbeit eines Vollzeit-Geschäftsführers. Obendrein ist dank der neuen Struktur immer ein Ansprechpartner des KU im Rathaus präsent. „Wir sind für die Mieter da“, versichert Kühn. Mancher bringe die Miete noch gern in bar ins Rathaus.

Insgesamt gehören dem KU 188 Wohnungen. Viele Jahre lang versickerten die Mieteinnahmen im Gemeinde-Haushalt. Ziel der KU-Gründung im Jahr 2015 war es, die Erträge wieder in die Wohnungen zu stecken, für Sanierungen oder Neubauten. „Und jetzt sind wir langsam soweit“, stellt Lange fest.

Interessenten können sich jetzt für neue Wohnungen bewerben

Voraussichtlich Ende Oktober wird das KU die beiden Mehrfamilienhäuser an der Dr. Scheid-Straße einweihen können. Investitionsvolumen: 5,8 Millionen Euro. Es sind 16 Wohnungen, mit zwei, drei und vier Zimmern, allesamt barrierefrei, mit Terrasse oder Balkon. Die Miete wird 12,50 Euro pro Quadratmeter kosten, ein Tiefgaragenplatz 60 Euro. Wer sich für eine der Wohnungen interessiert, kann sich ab sofort beim KU über die Internetseite www.kubw.de registrieren. Die Vergabe liegt in der Hand des Verwaltungsrats, der aus Mitgliedern des Gemeinderats besteht. „Wir wollen vor allem Wohnraum für Wiesseer schaffen“, erklärt Kühn. Ein Berechtigungsschein ist nicht erforderlich. Ziel sei es, Bürgern mit kleinem oder mittlerem Einkommen zu einer Wohnung zu verhelfen, erklärt Kühn: „Wir denken zum Beispiel an die Arzthelferin und ihre Familie.“

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