Energiewende: Die Sonne geht hinter einem Windrad und einer Stromtrasse unter
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Energiewende im Oberland: Bad Wiessee erwägt Beitritt zu Energieeffizienz-Netzwerk (Symbolfoto)

Umweltschutz

Bad Wiessee erwägt Beitritt zu Energieeffizienz-Netzwerk

Bad Wiessee – Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind Themen, die auch auf kommunaler Ebene an Bedeutung gewinnen. Die Gemeinde Bad Wiessee erwägt deshalb die Teilnahme an einem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk.

In der jüngsten Sitzung des Umweltausschusses warben Professor Dominikus Bücker, Leiter des Instituts für nachhaltige Energieversorgung (INEV) an der Technischen Hochschule Rosenheim, und Stefan Drexlmeier, Geschäftsstellenleiter der Energiewende Oberland (EWO), nochmals für das Projekt. Dieses sieht vor, in jeder teilnehmenden Kommune zunächst eine Potenzialanalyse durchzuführen, um zu sehen, wo Einsparungen möglich sind. Das können Bereiche wie Schwimmbäder, Kläranlagen oder ausgewählte Gebäude sein. Anhand der Ergebnisse werden dann Schwerpunkte definiert, konkrete Ziele formuliert und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen zur Umsetzung definiert.

Experten übernehmen fachliche Beratung

Fachliche Betreuung erhalten die Beteiligten durch das INEV und das Kompetenzzentrum der EWO. Der Zeitrahmen ist auf drei Jahre angesetzt. Insgesamt sind 40 Beratertage vorgesehen, an denen Experten die jeweilige Kommune individuell beraten. Zusätzlich sollen jeweils vierteljährliche Treffen der Netzwerkpartner stattfinden. Diese Workshops bieten den Teilnehmern Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Neben dem Stand der Netzwerkarbeit sind Fachvorträge des Energieberaters oder externer Referenten geplant. Zudem sollen besonders erfolgreiche Projekte besichtigt werden.

Bundesumweltministerium fördert das Projekt

Erfahrungsgemäß gebe es in den Gemeinden viele thematische Überschneidungen, erklärte Drexlmeier. Auch die Einrichtung von thematischen Stammtischen, etwa ein Bauherren-Stammtisch, solle dem Rechnung tragen. Interessant ist sicher nicht zuletzt die Förderung des Projektes durch das Bundesumweltministerium. Hier zeigt Corona eine seiner wenigen positiven Auswirkungen: Statt der jährlichen 61 Prozent Subventionierung wurde der Anteil im Rahmen des Coronapaketes auf 70 Prozent aufgestockt. Der Eigenanteil für die Gemeinde beläuft sich damit im ersten Jahr auf 7575 Euro bei einer Fördersumme von 17 675 Euro. In den beiden Folgejahren bezahlt sie jeweils 6425 Euro bei einer Förderung von 10 000 Euro. Der Fokus liegt bei der Kalkulation auf der energietechnischen Beratung (64 Prozent). „Die Zeit drängt“, mahnte Drexlmeier mit Blick auf den Zeitplan. Das Thema sei sehr wichtig, der bei Gründung der EWO erhoffte Schwung aber noch ausgeblieben.

Bis Mai muss der Gemeinderat entscheiden

Das sah Dritter Bürgermeister Rolf Neresheimer (Bürgerliste) genauso. Man sehe mit „größter Betroffenheit“, dass der Handlungsbedarf keinen praktischen Niederschlag gefunden habe: „Kompetenz vor Ort ist hier dringend nötig.“

Ob es erforderlich sei, unbedingt sofort beizutreten, überlegte Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Es sei „höchste Eisenbahn“, wenn man überhaupt etwas schaffen wolle, fand dagegen Johannes von Miller (Grüne) mit Blick auf die Projekte in Bad Wiessee.

Bis Mai 2021 muss nun der Gemeinderat über eine verbindliche Teilnahme an dem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk entscheiden.

Von STEFAN GERNBÖCK

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