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Noch immer geschlossen: Zwar hat die Berggaststätte Bauer in der Au bereits neue Fenster, und auch der Anbau ist fertig gestellt. Doch über eine Wiedereröffnung ist noch nichts bekannt. 

Arbeiten am Berg werfen Fragen auf

Bauer in der Au: Baustelle statt Ausflugs-Idyll

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Bad Wiessee - Baustelle statt Ausflugs-Idylle: Der Sommer 2016 ist bald Geschichte, und wieder standen die Wanderer beim Bauern in der Au vor verschlossenen Türen. Die Baustelle wirft Fragen auf.

Schauplatz Bauer in der Au: Mehrere Bauarbeiter sind momentan mit Außenarbeiten beschäftigt, vor dem Eingang der seit 2013 geschlossenen Berggaststätte werden schwere Platten verlegt. Eine offizielle Aussage darüber, ob und wann das einst so beliebte Lokal wieder öffnet, gibt es nicht. Eigentümer Franz Haslberger ließ in der Vergangenheit lediglich wissen, dass die Maßnahmen dort oben noch etliche Monate dauern werden.

Wanderer und Mountainbiker, die sich über das Söllbachtal dem Bauern in der Au nähern, können auf dem Forstweg schon mal einem schweren Bagger begegnen. Zwar ist die Tiefgarage mittlerweile fertig gestellt – die Einfahrt wurde laut Bürgermeister Peter Höß „so schonend wie möglich gestaltet“ –, doch rund ums Anwesen selbst sind nach wie vor die Bauarbeiter am Werk. Was die auf dem eingezäunten Gelände der Gaststätte genau machen, gibt manchem Wanderer Rätsel auf.

So auch dem Münchner Leonhard Socher, der als Bergfreund regelmäßig in dem Gebiet unterwegs ist und die Renovierungsarbeiten nach eigenen Worten von Beginn an beobachtet hat. „Im Hof werden Betonierungsarbeiten durchgeführt, ein Arbeiter sagte mir, hier wird eine Fußbodenheizung verlegt“, berichtet Socher. Und er wundert sich: eine Bodenheizung im Biergarten einer Gaststätte? Socher hat seine Zweifel, dass es tatsächlich zu einer Wiedereröffnung der Gaststätte kommt, wie er unserer Zeitung schreibt.

Gleichzeitig ärgert sich der Münchner darüber, dass der Bauer in der Au als bequem erreichbares Ausflugsziel nun schon so lange nicht mehr zur Verfügung steht. „Früher war das eine Idylle, in der sich ein großer Kreis Menschen wohlfühlen konnte“, beklagt er die momentane Situation.

Ein tiefer Graben mit Rohren und Kabeln wirft bei Wanderern, die vom Bauern in der Au in Richtung Schwarzentenn unterwegs sind, Fragen auf. Hintergrund ist die Stromversorgung eines neuen BOS-Funkmastens. 

Tatsächlich ist die Idylle rund um den Bauern in der Au momentan empfindlich gestört. Setzt man seinen Weg von der einstigen Gaststätte in Richtung Schwarzentenn fort, wirft schon bald eine weitere Baustelle Fragen auf. Kurz vor der Abzweigung in Richtung Hirschberg – offenbar auf privatem Grund Haslbergers – zieht sich ein tiefer Graben den Hang aufwärts. Darin wurden viele Meter Rohre verlegt, am Wegesrand stehen riesige Kabeltrommeln bereit. „Einfach unglaublich, was in einem Naturschutzgebiet alles gemacht werden darf“, findet Bergfreund Socher.

Haslbergers Anwalt Mathias Dürr erklärte auf Nachfrage unserer Zeitung: „Hintergrund der Arbeiten ist die Stromversorgung eines geplanten Funkmastens des Freistaats Bayern für den digitalen Behördenfunk BOS.“ Tatsächlich hatte der Wiesseer Gemeinderat das Thema erst kürzlich auf dem Tisch, als es um die Genehmigung der benötigten Trafostationen ging. Wie in der Sitzung deutlich wurde, werden im Zuge der neuen Trasse auch Liegenschaften Haslbergers an die Stromversorgung angeschlossen.

Unterdessen ist Rathaus-Chef Höß durchaus zuversichtlich, dass Haslberger den Bauern in der Au nach Abschluss aller Modernisierungs- und Erweiterungsmaßnahmen wieder aufmacht. Wie unsere Zeitung berichtete, ist der Anbau mit Küchentrakt bereits fertig gestellt. Höß spricht von „sehr aufwendigen“ Maßnahmen. Was einen Eröffnungstermin anbelangt, so stochert aber auch der Wiesseer Bürgermeister im Nebel. „Ich würde mir erhoffen, dass der Bauer in der Au so zeitnah wie möglich wieder zur Verfügung steht“, sagt er. „Aber ich muss die Rechte von Herrn Haslberger als Eigentümer respektieren.“

gab

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