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Der Bauer in der Au ist seit Herbst 2013 geschlossen.

Bauer in der Au & Söllbachklause geschlossen

Berggaststätten: Wanderer haben schlechte Karten

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Bad Wiessee - Der Sommer kommt, das Ausflugslokal Bauer in der Au bleibt geschlossen. Besitzer Franz Haslberger hat dort zwar Großes vor. Doch jetzt klagt er erst einmal vor Gericht.

Es sind viele, die zum Bauern in der Au wandern und enttäuscht vor der Tür stehen. Auch die Söllbachklause ist geschlossen. Beide Gasthöfe gehören Franz Haslberger.

Wer von Bad Wiessee aus gern bergauf wandert und sich eine Brotzeit mit Blick aufs Tal gönnen will, dem bleibt also der Marsch zur Aueralm. Eine Freude für alle, die gut zu Fuß sind. Die Alm liegt auf 1260 Meter und gehört seit vier Generationen der Familie Fichtner. Es geht das Gerücht um, Franz Haslberger, Besitzer riesiger Flächen in Bad Wiessee, wolle auch die Aueralm kaufen, die letzte noch in diesem Gebiet verbliebene Wirtschaft.

Hier liegen die Wiesseer Berggaststätten

Alois Fichtner, der den Betrieb im Frühjahr seinem Sohn übergeben hat, nickt dazu: „Auf das Gerücht bin ich jetzt öfter angesprochen worden.“ Aber es sei nichts dran. Die Aueralm laufe gut. Und Herrn Haslberger habe er jetzt schon länger nicht mehr gesehen. „Sonst kommt er ja öfter.“ Der Unternehmer sei schließlich Fichtners direkter Nachbar. „Wir haben ein gutes Verhältnis.“

Auch in der Söllbachklause, ebenfalls in Besitz von Franz Haslberger, ist der Betrieb geschlossen.

Seinen Nachbarn Monika und Werner Sträßle hat Haslberger erst im Februar die Söllbachklause abgekauft. Seitdem ist der Gasthof zu. Im Bauer in der Au, der Haslberg schon lange gehört, hat Pächter Peter Hubert im Herbst 2013 das Licht ausgemacht. Ein herber Verlust für den Ort. „Der Bauer in der Au ist halt auch mit Kinderwagen erreichbar“, meint Höß. Der Gasthof liegt auf 900 Metern Höhe, ist auch für weniger Konditionsstarke bequem erreichbar. „Dass er jetzt zu ist, ist für unsere Gäste natürlich absolut negativ“, meint Höß.

Das weiß auch Tourismus-Chef Georg Overs. Er habe die Gemeinde sogar schon schriftlich auf den Missstand hingewiesen, berichtet Overs: „Aber das ist dort ja ohnehin bekannt.“ Leider könne er an der Situation nichts ändern, macht Höß deutlich.

Die Stille am Berg, so viel ist klar, ist das vorläufige Ergebnis der gemeindlichen Bemühungen, dort zu viel Rummel zu verhindern. Seine Wünsche hatte der Freisinger Unternehmer Haslberger dem Gemeinderat bereits 2011 erläutert. Leidenschaftlich warb er um Zustimmung für den Wiederaufbau des historischen Einfirsthofs Bauer in der Au. 1971 brannte der 61 Meter lange Hof ab. Haslberger will ihn aufleben lassen, auch wieder Vieh dort unterbringen. So wie in alten Zeiten, als die Jungrinder von Gut Kaltenbrunn beim Bauern in der Au groß wurden. Doch der Gemeinderat fürchtete, dass der historische Hof zum Event-Stadel mit großem Gastronomiebetrieb werden könnte und lehnte immer wieder ab.

Zuletzt scheiterte Haslbergers Versuch, als landwirtschaftlicher und damit privilegierter Betrieb eine Genehmigung durchzusetzen. Das Miesbacher Landratsamt lehnte den Antrag auf Vorbescheid ab. „Dagegen hat Herr Haslberger Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht“, berichtet Gerhard Brandl als Sprecher des Landratsamts. Das Gericht habe noch keinen Verhandlungstermin festgesetzt.

Beim Bauer in der Au soll eine Tiefgarage entstehen.

Bis zur Entscheidung, meint Höß, werde Haslberger seinen Bauern in der Au und wohl auch die Söllbachklause nicht wieder öffnen. Haslberger habe ihm bereits bei einem früheren Gespräch deutlich gemacht, dass er vor weiteren Investitionen Klarheit brauche. Darum bleibe vorerst alles, wie es ist. Auch die Baugrube neben dem geschlossenen Bauern in der Au: Dort soll eine Tiefgarage entstehen. Haslberger hat erste Arbeiten begonnen. Ein Zaun sperrt seit vielen Monaten die offene Grube ab.

Angesichts der unerfreulichen Situation werde er jetzt noch einmal bei Haslberger anfragen, ob er die Gasthöfe nicht wieder öffnen wolle, sagt Höß. Große Hoffnungen verbindet er damit nicht. „Die Antwort weiß ich schon.“

Von Christina Jachert-Maier

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