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Josef Lederer in einem der Hotelzimmer. Das Haus steht seit 2009 leer.

Ex-Hotelier wohnt noch immer in dem alten Gebäude

Bis zum Abriss: Josef Lederer hält die Stellung

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Die Tage des alten Hotels Lederer sind gezählt. Aber Josef Lederer bleibt bis zum Abriss. Er wohnt noch immer in dem maroden Gemäuer – und bekommt viel Besuch.

Bad Wiessee – Josef Lederer (78) hat so ziemlich alles verloren, aber seinen Kampfgeist nicht. Der Unbeugsame bekommt in diesen Tagen viel Besuch von Medienvertretern. Vor Kurzem war eine Journalistin des Bayerischen Fernsehens da, erzählt er. Ihr Bericht soll am Donnerstag in der Rundschau zu sehen sein, ab 18.30 Uhr. Wenn die Planung sich nicht ändert.

Eines wird sich gewiss nicht ändern, bis das Abrisskommando kommt: Lederer hält die Stellung. Mit drei Ponys und einer betagten Haushälterin lebt Lederer noch immer in einem Nebengebäude des Hotels am Wiesseer Ufer, das längst zum Geisterhaus geworden ist. Er hat Wohnrecht bis zum Abriss. Der steht kurz bevor. Die Entscheidung, ob die Familie Strüngmann als neue Eigentümerin das Hotel noch in diesem Herbst oder erst 2018 abreißt, dürfte in den nächsten Tagen fallen.

Wo Lederer dann wohnen wird, ist offen. Er macht es den neuen Eigentümern auch nicht gerade leicht. Thomas Strüngmann habe ihn persönlich aufgesucht, berichtet Lederer. „Gemeinsam mit dem Architekten.“ Lederer nutzte die Gelegenheit, dem Investor zu sagen, was er von den neuen Plänen hält. „Ich wollte, dass er umschwenkt und sich besinnt“, sagt Lederer. Was das Richtige ist, liegt für ihn auf der Hand: Eine Rundum-Renovierung des Hauses, so wie es ist. „Mit der Hälfte des Geldes, das Strüngmann aufwendet, würde ich etwas viel Schöneres machen“, ist Lederer überzeugt. Ein Hotel in Zickzack-Form, wie von Strüngmann geplant, passe nicht. „Wir haben hier doch ein Kleinod.“

Er sei durchaus heftig geworden in dem Gespräch, räumt Lederer ein. So wie immer, wenn er von dem Hotel spricht, das er vom Vater geerbt hat. Von der langen Geschichte des ehemaligen Hotels Hanslbauer, in dem Adolf Hitler SA-Chef Ernst Röhm verhaftete. Lederer zürnt mit vielen. Mit dem Landesamt für Denkmalpflege, weil es das Haus nicht als Denkmal betrachtet. Mit der Gemeinde Bad Wiessee und der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee, von denen er sich über den Tisch gezogen fühlt. Und mit Strüngmann, weil der lieber neu plant, statt den Altbau zu sanieren.

Strüngmann habe seit besagtem Gespräch nichts mehr hören lassen, erzählt Lederer. Im Hotel stehen noch immer viele Möbel, die ihm gehören – auch wenn das Finanzamt einen Teil des Inventars beschlagnahmt hat. Er räume jetzt auch nichts aus, sagt Lederer. Er wartet ab, trotzig, aber ungebrochen: „Sollen die doch all das Schöne kaputtschlagen.“

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