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Richard Sujansky schließt sein Bistro im Wiesseer Badepark.

Zu wenig Gäste, schlechter Umsatz

Badepark-Wirt wirft das Handtuch

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Bad Wiessee - Lange war unklar, ob der Badepark den geplanten Neubauten auf dem Jodbad-Areal zum Opfer fällt. Er überlebt, so viel steht fest. Das Bistro nicht. Der Wirt wirft das Handtuch. 

Das Telefon in Richi’s Bistro ist bereits stumm. „Ich hab’s schon abgemeldet, denn meine Tage hier sind gezählt“, sagt Richard Sujansky. Nach vier Jahren als Wirt im Badepark-Bistro ist Schluss für den 38-jährigen Slowaken. Wann genau er die Lichter löscht und die Küche endgültig kalt bleibt, wird er im Laufe der Woche in einem Gespräch mit der Gemeinde klären. Am 30. April, so viel weiß er schon, muss das Bistro leer sein. „Was mir gehört, muss ich verkaufen“, ist „Richi“ Sujansky inzwischen klar. Korbstühle, Holztische, Kühlschränke, Grill, Fritteuse, Kaffeemaschine – alles muss raus. Die Theke bleibt drin, sie gehört der Gemeinde, so wie 40 Prozent der Einrichtung. Eigentlich hatte sich der Wirt vorgestellt, er könne das Inventar an einen Nachpächter abgeben, aber es gibt keinen Nachpächter. Wer künftig nach dem Schwimmen oder dem Saunabesuch Hunger und Durst hat, muss woanders einkehren. 

Sujansky zieht selbst einen Schlussstrich. Doch warum? Zum einen hätte ihm die Gemeinde den auslaufenden Pachtvertrag nur um ein Jahr verlängert, „das ist zu kurzfristig, um weitere Investitionen zu tätigen.“ Zum anderen habe die Zahl der Gäste im Badepark stark abgenommen. Belegen könne er das nicht, aber er habe das im Gefühl. „2013 hatte ich noch zwei Köche“, sagt der 38-Jährige. Zuletzt habe er – abgesehen von zwei Aushilfen an den Wochenenden – alles selbst gemacht. Nach der Preiserhöhung im Januar 2014 und zuletzt im August 2015 nach der Erhöhung der Mehrwertsteuer beim Saunabetrieb von sieben auf 19 Prozent, habe er richtig gemerkt, dass die Leute weniger Geld ausgeben. „Viele Familie fahren nach Holzkirchen ins Batusa, weil da der Eintritt billiger ist“, glaubt Sujansky. „Und diese Leute fehlen halt.“

Auch habe er sich mehr Unterstützung durch die Gemeinde erhofft. „Ich wollte zum Beispiel den Teppich im Bistro entfernen lassen und einen neuen Boden legen, doch die Gemeinde sagte, sie habe kein Geld.“ Alles in allem sei das Geschäft nicht einfach gewesen, resümiert der Wirt und nennt auch den heißen Sommer 2015 als Grund für den Besucherrückgang. 

Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) will sich noch nicht festlegen, was die zukünftige Bewirtung betrifft. Er dementiert, dass die Besucherzahlen seit der Preiserhöhung zurückgegangen seien, „witterungsbedingt gibt es immer Schwankungen.“ Fest steht: Der Badepark verursacht ein jährliches Defizit von rund 800 000 Euro. Wie die Einrichtung künftig betrieben wird, darüber werde man noch nachdenken, sagt Höß und schlägt schon jetzt eine „interkommunale Zusammenarbeit“ vor. „Oder die Kooperation mit dem Kreuther Freibad oder dem Rottacher Warmbad.“ 

Bereits heuer soll die Rutsche abgerissen werden. Wie berichtet, entsteht auf der Fläche an der Wilhelminastraße das neue Badehaus, das die Gemeinde selbst bauen und betreiben wird. In welcher Form der Badepark dann modernisiert wird, sei noch offen, so Höß.

Rolf Neresheimer (ranBW), dessen erklärtes Lieblingsthema der Badepark ist, bedauert die Schließung der Gastronomie. „Das trägt nicht gerade zur Steigerung der Attraktivität bei.“ Die Gemeinde befasse sich nur halbherzig mit der Einrichtung, findet Neresheimer. Seine Initiativen, etwa für ein Kundenbindungssystem, seien bisher „ins Leere gelaufen.“ Er hoffe, dass der Badepark künftig auf solide Beine gestellt werde. Das neue Badehaus biete wenigstens schon mal eine Perspektive.

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