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Bild der Zerstörung: BRK-Fahrzeuge im Gesamtwert von weit über einer Million Euro sind der Explosion zum Opfer gefallen.

Nach Explosion am Montag

Zerstörtes Rettungszentrum: Wer hilft jetzt?

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Viele fragen sich einen Tag nach der Explosion im BRK-Rettungszentrum: Wie geht es jetzt weiter? Wer kommt nun im Notfall, wenn alles in Wiessee zerstört ist? Was wir wissen.

Tegernseer Tal – Wer kommt, wenn Hilfe gebraucht wird? Diese Frage wird sich schon so mancher Landkreisbürger gestellt haben. Jetzt, nach der verheerenden Explosionskatastrophe, die die BRK-Bereitschaft Bad Wiessee mitsamt ihrer Ausrüstung komplett zerstört hat, ist diese Frage aktueller denn je. Wer springt jetzt für die Wiesseer ein? Ist schnelle Hilfe noch gewährleistet? „In jedem Fall“, versichert Robert Kießling, Kreisgeschäftsführer des BRK.

Kießling erklärt zunächst, wie die Rettungskette im Normalfall abläuft: Wer nach einem Unfall, einer akuten Erkrankung oder für einen Krankentransport Hilfe braucht, der wählt die Telefonnummer 112. Dieser Anruf landet in der Rettungsleitstelle in Rosenheim. Von dort wird ein Rettungswagen von einem der Standorte losgeschickt. Die Rettungswachen befinden sich im Landkreis in Holzkirchen, Agatharied, Moosrain und Rottach-Egern.

Welche Rolle kommt der BRK-Bereitschaft in Bad Wiessee zu? Hier waren bis vor dem Brand sechs Fahrzeuge des BRK und der Wasserwacht sowie ein Rettungsboot untergebracht. 

„Wenn der normale Rettungsdienst überlastet ist – sei es wegen weiterer Einsätze, die zeitgleich nötig sind oder wegen eines Staus – dann rückt die Schnell-Einsatz-Gruppe der Bereitschaft aus“, erklärt Kießling. 

Ihr Einsatz wird zudem bei Großschadensfällen, Unfällen auf der Autobahn oder bei Zugunglücken wie zuletzt in Bad Aibling nötig.

Wie sind die Bereitschaften personell ausgestattet? Im normalen Rettungsdienst, so Kießling, sind zu 80 Prozent hauptamtliche Mitarbeiter im Dienst. 20 Prozent sind ehrenamtlich Tätige. Bei der Bereitschaft, wie in Bad Wiessee, sind alle Mitglieder zu hundert Prozent ehrenamtlich engagiert.

Wer rückt jetzt aus? „Neben Bad Wiessee gibt es weitere Bereitschaften in Tegernsee, Miesbach, Holzkirchen, Schliersee und Hausham“, zählt der BRK-Chef auf. „Die springen jetzt ein, wenn es nötig wird.“ Zudem gibt es Bereitschaften in den Landkreisen Rosenheim, Bad Tölz, Weilheim-Schongau und Garmisch-Partenkirchen. „Jeder hat seine Hilfe bereits angeboten“, sagt Kießling und ist dankbar, dass es bereits Zusagen aus ganz Bayern gibt für Leihgaben. Im Grunde, so Kießling, sei nur eine von sechs Bereitschaften im Landkreis nicht mehr einsatzfähig. 

„Allerdings war Bad Wiessee hervorragend ausgestattet. Hier haben wir über das modernste Einsatzleitfahrzeug und das modernste Wasserwachtsboot verfügt. Auch das Fahrzeug für die Hundestaffel, das wir erst vor Kurzem angeschafft haben, ist nicht mehr zu gebrauchen. Dass dies alles zerstört ist, ist jammerschade.“

Der Standort Bad Wiessee soll also zunächst mit Leihgaben ausgestattet werden. Die Feuerwehr hat bereits zugesagt, dass sie dafür in ihren Hallen Platz schaffen werde. „Ob und wann neue Fahrzeuge angeschafft werden, müssen wir noch klären“, sagt Kießling. Eine erste Krisensitzung fand dazu bereits am Dienstagnachmittag statt.

Weitere Infos vom Tag danach gibt‘s in unserem News-Ticker

News-Ticker: Explosion in Bad Wiessee - neuer Alarm am Mittwoch

gr

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