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Ein neues Service-Zentrum in Bad Wiessee soll über die Leistungen aufklären.

In Bad Wiessee eröffnet ein neues Service-Zentrum

Pflege-Dschungel: BRK will für Durchblick sorgen

Bad Wiessee - Die Dienstleistungen des Roten Kreuzes sind umfangreich: Damit Pflegebedürftige und deren Angehörige den Überblick behalten, eröffnet Anfang 2017 in Bad Wiessee ein neues Service-Zentrum.

Ambulante Pflege, Essen auf Rädern, Behinderten-Fahrdienste, hauswirtschaftliche Leistungen und einiges mehr hat das Bayerische Rote Kreuz (BRK) im Angebot. Häufig wissen Pflegebedürftige oder deren Angehörige aber nicht, wann und wie sie die Dienstleistungen überhaupt in Anspruch nehmen können. „Das ist ja nicht so einfach wie das Einkaufen im Supermarkt“, weiß BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling.

Deshalb entstand die Idee, neben dem bestehenden Service-Zentrum in der Wendelsteinstraße in Miesbach noch eine zweite Anlaufstelle im Landkreis zu schaffen: Im Februar eröffnet somit in der Adrian-Stoop-Straße in Bad Wiessee, gleich neben der Antonius-Apotheke, ein neues BRK-Service-Zentrum.

Ab Januar 2017 tritt das neue Pflegestärkungsgesetz in Kraft. „Es bietet viele tolle Möglichkeiten, ist aber relativ kompliziert“, sagt Kießling. In dem neuen Wiesseer Service-Zentrum will das Rote Kreuz die erforderliche Beratung zu möglichst allen Fragen anbieten. Anschließend könne man die Leistungen noch an Ort und Stelle beauftragen, erläutert der Kreisgeschäftsführer. Und fügt hinzu: „Wir werden versuchen, komfortable Öffnungszeiten zu bieten.“ Bei größerem Beratungsbedarf könne man aber auch individuelle Termine vereinbaren.

Dass der Kreisverband in Bad Wiessee geeignete Räume gefunden hat, bezeichnet Kießling als „Glücksfall“. Der Laden, in dem bislang das Sanitätshaus Martin untergebracht ist, sei ideal gelegen. Und nicht nur das: Er bietet auch genügend Raum für ein weiteres Angebot des Roten Kreuzes. Neben dem Service-Zentrum wird hier auch ein BRK-Kleiderladen mit Second-Hand-Ware zu kleinen Preisen eröffnet. Auch dieses Angebot soll im Februar an den Start gehen.

Zu wenig Personal in allen Bereichen

Soweit die Pläne des Kreisverbandes für 2017. Doch das BRK hat auch mit massiven Problemen zu kämpfen – allen voran der Personalnot. „Die Nachfrage nach unseren Leistungen sowohl in den hauptamtlichen als auch in den ehrenamtlichen Leistungsbereichen können wir mit dem bestehenden Personal kaum noch decken“, sagt Kießling, der seit rund zwei Jahren den Kreisverband führt. Das Rote Kreuz sucht daher händeringend nach Mitarbeitern.

Und weil die Interessenten „nicht an jeder Ecke stehen“, wie Kießling weiß, ist für Anfang des neuen Jahres eine Kampagne geplant. An den Freitagen 13. und 20. Januar will der Kreisverband jeweils zwischen 14 und 16 Uhr im Bürgerstüberl in Bad Wiessee über die verschiedenen Möglichkeiten der Mitarbeit informieren. Zum Beispiel im Rettungsdienst. „Da gibt es zum Teil sehr interessante, aber noch unbekannte Berufsbilder“, sagt Kießling. Und auch ehrenamtliche Helfer – wie etwa für den neuen Wiesseer Kleiderladen – werden dringend benötigt.

Derzeit kann der Kreisverband auf 150 hauptamtliche und etwa 3000 ehrenamtliche Mitarbeiter zählen. Klingt viel, ist aber immer noch zu wenig. „Trotzdem sind wir natürlich heilfroh, dass wir sie haben“, sagt Kießling.

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