Der alte Badepark wird abgerissen.
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Der alte Badepark wird abgerissen.

Reaktionen auf das Ergebnis

Bürgerentscheid als Arbeitsauftrag: Die Planung für das neue Bad beginnt

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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  • Gabi Werner
    Gabi Werner
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Die Deutlichkeit, mit der die Bürger für den Neubau des Badeparks gestimmt haben, löst im Gemeinderat quer durch die Fraktionen Freude aus. Klar ist: Es gibt viel zu tun.

Bad Wiessee – Rathaus-Chef Robert Kühn (SPD) hatte sich ein eindeutiges Votum der Bürger gewünscht. Dass die Entscheidung derart deutlich ausfallen würde, „habe ich aber nicht erwartet“, erklärt Kühn. 1610 gültige Stimmen hatten die Wiesseer bei dem von der Gemeinde initiierten Bürgerentscheid abgegeben – 1412 machten ihr Kreuzchen bei „Ja“ und sprachen sich damit für einen Abriss des alten, maroden Badeparks und einen Neubau an gleicher Stelle aus. Das entspricht einem Prozentsatz von 87,7 Prozent. Nur 198 Wahlberechtigte (12,30 Prozent) stimmten gegen diese Pläne. Die Wahlbeteiligung lag bei gut 38 Prozent. „Für einen Bürgerentscheid liegt das im Rahmen“, meinte Kühn. Die gesteckte Mindestanforderung habe man damit erreicht.

Klarer Auftrag von den Bürgern

Der Rathaus-Chef sieht das Votum der Bürger als „klaren Auftrag“. Die Rahmenbedingungen für den Neubau seien damit gesteckt. „Der Ort ist klar, die Kosten sind klar“, sagte Kühn. Wie berichtet, stehen für das neue Vitalbad inklusive Sauna und Schwimmbereich Baukosten in Höhe von rund 30 Millionen Euro im Raum. In Absprache mit den Fraktionen und Bäderspezialisten werde man nun in die konkreten Planungen einsteigen. Und man werde mit diesem eindeutigen Votum im Rücken in Verhandlungen mit den anderen Tal-Bürgermeistern über eine künftige Beteiligung am Badebetrieb treten – „ganz ergebnisoffen“, wie Kühn betont.

Auch Florian Sareiter betrachtet das Resultat des Bürgerentscheids als ein „Signal fürs ganze Tegernseer Tal“. Der CSU-Sprecher, der schon in den Arbeitskreisen zur Zukunft des Badeparks mitwirkte, fühlt sich durch das klare Votum auch persönlich in seiner Arbeit bestätigt. „Das Ergebnis ist natürlich top“, sagte er mit Blick auf die 88-prozentige Zustimmung.

„Die richtige Arbeit beginnt jetzt“

Der Entscheid sei das eine. „Doch die richtige Arbeit beginnt jetzt erst“, meinte am Abend Karl Schönbauer, Sprecher der Grünen-Fraktion im Gemeinderat. Mit der Ja/Nein-Abstimmung hätten die Bürger noch keine wirkliche Gestaltungsmöglichkeit gehabt. Nun gelte es, die Bewohner Bad Wiessees in die weiteren Planungen einzubinden. Den Grünen sei vor allem eines wichtig: „Das neue Bad soll ökologisch betrieben werden.“

„88 Prozent, das ist schon gigantisch“, freut sich Birgit Trinkl (Wiesseer Block). Der Gemeinderat habe damit einen sehr konkreten Arbeitsauftrag erhalten, den es nun umzusetzen gelte. Mit der Planung des neuen Bads sei die Gemeinde bereits ziemlich weit. „Vieles müssen wir eigentlich nur aus der Schublade holen.“ Aber natürlich müssten alle Fragen im neuen Gemeinderat noch einmal auf den Tisch.

Die Nachbarn mit ins Boot holen

Das erfreulich klare Ergebnis des Bürgerentscheids sei „genau die richtige Bestätgung“ für den eingeschlagenen Kurs, findet Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Etliche Puzzleteile für den Neubau schon vorhanden. Gesetzt sei zum Beispiel, dass die Belange der Schulen und der Wasserwacht im neuen Bad berücksichtigt sein müssen. „Aber es fehlen auch noch Puzzleteile“, macht er deutlich. Zu klären seien die Finanzierung und die Beteiligung der anderen Talgemeinden.

Auch Rolf Neresheimer (BBW) freut sich jetzt über das „klare, starke Votum“ für den Abriss und Neubau des Badeparks. „Ich musste erst über meinen Schatten springen“, räumt er ein. Neresheimer hatte sich bei der Kommunalwahl 2014 sehr für den Erhalt des Badeparks stark gemacht und dann sogar als Bürgermeister kandidiert. Inzwischen habe er erkennen müssen, dass eine Sanierung nicht sinnvoll sei, meint er. Letztlich habe er seine Position geändert. Jetzt sei es ihm wichtig, den Auftrag zum Neubau auch zügig umzusetzen, erklärt Neresheimer. Er rechne dabei mit etlichen Fallstricken und Widrigkeiten. Es gelte, bei den Nachbarorten Überzeugungsarbeit zu leisten: „Da steht uns noch eine schwere Aufgabe bevor.“

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