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Fahrradfahrer begegnen einem schon heute auf der Seepromenade. Noch ist das Radeln dort verboten.

Aber nur in Schrittgeschwindigkeit

Bürgermeister macht den Weg für Radler an der Seepromenade frei

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Bad Wiessee will das Radfahren an der Seepromenade künftig durchgängig erlauben. Der Gemeinderat muss nur noch absegnen, was Bürgermeister Peter Höß jetzt schon vorgestellt hat.

Bad Wiessee – Der Wunsch, die komplette Seeuferpromenade für Radfahrer frei zu geben, treibe ihn schon lange um, gestand Peter Höß (Wiesseer Block), als er am Mittwoch Pressevertreter in den Sitzungssaal bat. Auslöser, diese Idee auch umzusetzen, sei die jüngste Verkehrsschau zusammen mit Vertretern des Landratsamts und der Polizeiinspektion gewesen. Dabei wird regelmäßig die Optimierung des Verkehrs und die Beseitigung unnötiger Schilder unter die Lupe genommen. Ergebnis: Es spricht nicht dagegen, die Seepromenade komplett für Radfahrer frei zu geben.

Steht bald dauerhaft an der Seepromenade: das Fahrradfahren-erlaubt-Schild, (nicht Bürgermeister Peter Höß (r.)).

Dies war bisher nicht der Fall: Kurz nach dem Strandbad Grieblinger im Norden der Gemeinde mussten Radfahrer über die Adrian-Stoop-Straße Richtung Lindenplatz und von dort über die Seestraße Richtung Ufer strampeln. Das Verbot wird immer wieder ignoriert, nicht selten kommt es zum Streit zwischen Fußgängern und Radlern. Seit Kurzem hat sich sogar der Wiesseer Hans-Gerd Lau bereit erklärt, Beschwerden zu bearbeiten und mit der Gemeinde Lösungen zu finden.

Peter Schiffmann vom Landratsamt Miesbach steht voll hinter der Gemeinde, hat sogar eine Empfehlung ausgesprochen. „In Seeglas, in Rottach-Egern an der Popperwiese und in Tegernsee funktioniert das Miteinander auch problemlos“, wusste Schiffmann. Die Freigabe hätte einen großen touristischen Nutzen, schließlich wolle jeder so nah wie möglich an den See. 

Robert Ruttkowski von der Polizei Bad Wiessee schloss sich dem an: „Die Polizei steht dem Vorhaben offen gegenüber“, sagte Ruttkowski. Auch weil es keine Unfallzahlen oder Zahlen zu eskalierten Streitereien zwischen Fußgängern und Radfahrern gebe in Bad Wiessee.

Die Gemeinde will nun an allen Zugängen und der Seepromenade selbst Schilder aufstellen, auf denen unter dem Fußweg- ein Radfahrer-frei-Symbol zu sehen ist. Zudem wird darum gebeten, höchstens Schrittgeschwindigkeit zu fahren oder ganz abzusteigen. Grundlage dafür sei die Straßenverkehrsordnung, wie Klaus Schuschke vom Wiesseer Ordnungsamt zitierte. „Die Seepromenade bleibt also ein Gehweg, auf dem das Radfahren erlaubt ist“, so Schuschke. Und: „Radfahrer müssen Rücksicht auf Fußgänger nehmen und dürfen nur im Schritttempo fahren.“ Wer schnell oder mit dem Rennrad unterwegs sei, der solle auch in Zukunft entlang der Straße fahren.

Die Rede war auch von neuen Trends: Davon, dass man Radfahrer immer seltener auf der Bundesstraße sehe, weil diese vielerorts immer schmäler würden, während die Autos immer breiter würden. Den Trend zum Radfahren allgemein will Bad Wiessee gerne aufgreifen: „Es hat sich zwar noch nicht in allen Köpfen festgesetzt, aber unser Altersdurchschnitt ist längst nicht mehr wie unsere frühere Postleitzahl 8182“, sagte Höß.

Er hat mit seinem Radfahrer-freundlichen Vorhaben nur noch eine Hürde zu überwinden: den Gemeinderat. Der tagt am heutigen Donnerstag um 18 Uhr und muss der Freigabe der Seepromenade noch zustimmen.

gr

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