Gäste, die in Bad Wiessee Urlaub machen, müssen derzeit 3,30 Euro Kurtaxe pro Nacht und Person bezahlen.
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Gäste, die in Bad Wiessee Urlaub machen, müssen derzeit 3,30 Euro Kurtaxe pro Nacht und Person bezahlen.

Vermieter begrüßen angekündigten Dialog

Chance auf einheitlichen Kurbeitrag? Bad Wiessee will Thema noch mal diskutieren

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Gibt es doch noch die Chance, dass die Ferienregion Tegernsee wieder einen einheitlichen Kurbeitrag bekommt? Bad Wiessee – mit seinen 3,30 Euro Einzelgänger im Tal – will das Thema zumindest diskutieren.

  • Im Tegernseer Tal könnte es bald wieder einen einheitlichen Kurbeitrag geben
  • Bad Wiessee kündigte an, das Thema mit den Vermietern zu diskutieren
  • Kur- und Verkehrsverein begrüßt das Vorgehen

Bad Wiessee – Es war absehbar, dass das Thema „Kurtaxe“ auch in Bad Wiessee noch einmal aufflammt. Bei der Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend war es nun soweit: Während Tourismus-Chef Christian Kausch und die Vertreter des Kur- und Verkehrsvereins in den Zuhörerreihen der Dinge harrten, brachte CSU-Sprecher Florian Sareiter den viel diskutierten Punkt unter „Wünsche und Anregungen“ auf den Tisch. Kern seiner Botschaft: Es sei auch für Bad Wiessee an der Zeit, ein Resümee zu ziehen und zu überlegen, ob man den Kurbeitrag nicht der Höhe der anderen Tal-Gemeinden anpassen wolle. „Wollen wir die Harmonisierung vollziehen? Dazu hätten wir jetzt die Chance“, meinte Sareiter.

Die Nachbarn haben nachgezogen - sind aber immer noch 30 Cent billiger

Der Hintergrund seiner Wortmeldung war klar: Nachdem Bad Wiessee im Februar 2019 vorgeprescht war und den Beitrag kurzerhand auf 3,30 Euro erhöht hatte, zogen nun die Nachbarkommunen sukzessive nach. Die Gemeinderäte von Gmund, Kreuth, Rottach-Egern und der Stadtrat Tegernsee haben mittlerweile allesamt die Gebühr auf drei Euro heraufgesetzt – verlangen damit aber immer noch 30 Cent weniger als Bad Wiessee.

CSU-Fraktion bittet Bürgermeister, die Betroffenen an einen Tisch zu holen

Ob der Kurort nun die Rolle rückwärts vollzieht, wolle er hier und heute gar nicht diskutieren, meinte Sareiter. Stattdessen schlug er im Namen seiner Fraktion vor, dass Bürgermeister Robert Kühn (SPD) Anfang November ein Forum zu dem Thema einberufe. Mit dabei sein sollten laut Sareiter neben den Fraktionssprechern und Vertretern der Verwaltung vor allem auch die Vermieter, sprich der Kur- und Verkehrsverein. „Es wäre unsere Bitte, dass Du diesen Weg der Kommunikation gehst“, meinte Sareiter an die Adresse Kühns. Dass es unter der alten Gemeindeführung diesen Dialog mit den Gastgebern nicht gegeben hat, brachte Bad Wiessee damals heftige Kritik ein.

Kühn zeigte sich offen. „Das ist der richtige Weg, ich nehme das gerne auf“, sagte er. Sofern es die Corona-Pandemie zulasse, werde er einen solchen Runden Tisch zeitnah veranstalten, kündigte der Bürgermeister an.

Kur- und Verkehrsverein würde sich über einheitlichen Beitrag freuen

Begrüßt wird dieses Vorgehen vom Kur- und Verkehrsverein. „Ich finde das sehr positiv“, erklärte dessen Vorsitzender Daniel Strillinger auf Nachfrage. Strillinger selbst, der mit seiner Familie den Steinbrecherhof betreibt, wäre froh, wenn Bad Wiessee auf den talweiten Kurs einschwenken würde. Die meisten seiner Vermieter-Kollegen würden das ebenso sehen. Aus der Erfahrung heraus sei es den Gästen eben nur schwer zu vermitteln, warum Bad Wiessee 3,30 Euro pro Gast und Übernachtung verlangt – die Nachbarn aber weniger. „Da wird man schon gefragt, was Bad Wiessee mehr zu bieten hat.“

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