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Viele Stunden vor dem PC verbringt derzeit Michael Strauß. Der 42-jährige Wiesseer hat die Facebook-Gruppe #tegernseehältzusammen ins Leben gerufen.

„Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen“

Corona: Michael Strauß aus Bad Wiessee baut Helfer-Netzwerk via Facebook auf

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In Zeiten von Corona braucht es oft schnelle, unbürokratische Hilfe. Um ein Netzwerk an Unterstützern aufzubauen, hat Michael Strauß aus Bad Wiessee eine eigene Facebook-Gruppe gegründet.

Bad WiesseeIn Zeiten von Corona braucht es oft schnelle, unbürokratische Hilfe. Um ein Netzwerk an Unterstützern aufzubauen, hat Michael Strauß aus Bad Wiessee eine eigene Facebook-Gruppe gegründet. Die Idee kommt an: Die Gruppe hat mittlerweile 1400 Mitglieder. Und es werden täglich mehr, die hier zusammenrücken.

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Corona: Michael Strauß aus Bad Wiessee baut Helfer-Netzwerk via Facebook auf

Der Name der neuen Facebook-Gruppe ist Programm: #tegernseehältzusammen lautet das Motto. Es geht darum, für ältere Menschen Einkaufshilfen zu organisieren, Kinderbetreuer oder Gassigeher zu finden. „Wir wollen Helfer und Hilfesuchende zusammenbringen“, sagt Michael Strauß. Der 42-jährige Versicherungsmakler hat die Facebook-Gruppe Anfang der Woche ins Leben gerufen. Dass sie derart großen Anklang finden würde, hätte er nicht gedacht. „Ich hatte mit ein paar Hundert Leuten gerechnet – wenn überhaupt“, meint er. Mittlerweile sind der Gruppe rund 1400 Mitglieder beigetreten – und sie entwickelt eine Eigendynamik. Die User posten unterschiedlichste Hilfsangebote, tauschen sich über Restaurants mit Lieferservice oder geöffnete Arztpraxen aus.

Als Administrator hat Strauß mit der Seite einiges zu tun. Chats moderieren, unpassende Beiträge löschen – „ich sitze jeden Tag bis 23 Uhr am Laptop“, sagt der Wiesseer. Sollte jemand Unterstützung benötigen, aber – wie bei älteren Bürgern häufig der Fall – nicht online gehen können, kann er sich telefonisch an Strauß wenden (0 80 22 / 5 07 00 14). Das Angebot, so sagt er, solle auch offline funktionieren.

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Der 42-Jährige ist überzeugt, dass die Corona-Pandemie bei uns in Deutschland erst am Anfang steht. „Wir wollen vorbereitet sein“, sagt er über seine Beweggründe, als Privatmann eine solche Facebook-Gruppe zu managen. In den nächsten Tagen möchte er für das Angebot weiter die Werbetrommel rühren: Mit Hilfe eines Sponsors hat der Wiesseer einen Flyer drucken lassen, der demnächst als Postwurfsendung rausgeht.

Dass bei dem Austausch via Facebook auch Gefahren lauern, ist dem Initiator bewusst. So könnten sich auch schwarze Schafe unter die Helfer-Schar mischen, die weniger Gutes im Sinn haben. „Aber ich kann mir ja die Leute raussuchen, deren Hilfe ich in Anspruch nehme“, sagt Strauß. Viele würden sich ohnehin untereinander kennen. Das andere Thema ist die Hygiene. Hier habe ihn bereits die örtliche Nachbarschaftshilfe kontaktiert und ihm einen Leitfaden zur Verfügung gestellt, berichtet der Wiesseer. Er werde dazu in Kürze etwas posten.

Und was, wenn es nicht bei der Ausgangsbeschränkung bleibt, sondern zu einer weitreichenden Ausgangssperre kommt? Wie würde die Privatinitiative damit umgehen? „Dazu habe ich mir noch keine Gedanken gemacht“, räumt Strauß ein. „Wir müssen jetzt von Tag zu Tag denken.“

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