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Im Medical Park St. Hubertus in Bad Wiessee gibt es mehrere Corona-Fälle. Nun erhebt eine ehemalige Patientin schwere Vorwürfe gegen die Klinik.

Nach Bekanntwerden von Corona-Fällen

Patientin wirft Medical Park „Fahrlässigkeit“ vor

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Im Medical Park in Bad Wiessee gibt es mehrere Fälle von Covid-19-Erkrankten. Das hat die Klinik bereits eingeräumt. Nun meldet sich eine Patientin zu Wort und erhebt schwere Vorwürfe.

Bad Wiessee – Seit knapp zwei Wochen ist Karin Bergdoll wieder zuhause in München. Am 16. März ließ sich die 56-Jährige nach einem knapp zweiwöchigen Reha-Aufenthalt in der Klinik St. Hubertus in Bad Wiessee vorzeitig entlassen. An diesem Tag, so berichtet sie, seien die Patienten von den Ärzten darüber aufgeklärt worden, dass es im Haus den Fall eines Corona-Infizierten gebe – es sei ihnen freigestellt, die Klinik zu verlassen. „Bis dahin sind wir angeschwindelt worden“, sagt Bergdoll verärgert. Sie habe schon Tage vorher beobachtet, wie Patienten auf Zimmern isoliert und von Personal in Schutzkleidung betreut worden waren. Auf entsprechende Nachfrage hätten Klinik-Mitarbeiter lediglich von einem Magen-Darm-Virus gesprochen.

Lesen Sie hier: Coronavirus greift auf Medical-Park-Kliniken am Tegernsee über

Bergdoll übt harsche Kritik am Vorgehen der Klinik. Gruppenanwendungen seien auch nach ihren Beobachtungen noch weiter gelaufen, Patienten hätten die Klinik am Seeufer ganz normal verlassen dürfen. „Aber was mich richtig schockiert hat, ist, dass auch an meinem Entlassungstag noch neue Patienten aufgenommen wurden“, erklärt Bergdoll.

Mittlerweile hat die 56-Jährige erfahren, dass ihr direkter Tischnachbar während des Reha-Aufenthalts nach seiner Heimkehr positiv auf das Virus getestet worden sei. Auch sie selbst zeige typische Symptome, berichtet Bergdoll. Trotz mehrfacher Anfragen bei den zuständigen Stellen habe sie aber niemand testen wollen. „Ich habe mich nun selbst in Quarantäne begeben“, sagt sie. Ihr Mann habe Vorerkrankungen und gehöre zur Risikogruppe. Umso mehr ärgert sich Bergdoll im Nachhinein über das Verhalten der renommierten Wiesseer Klinik.

Klinik weist Vorwürfe zurück: „Waren von Anfang an transparent“

Die wiederum weist die Vorwürfe der ehemaligen Patientin vehement zurück. „Wir waren von Anfang an transparent und standen zu jedem Zeitpunkt im engen Austausch mit dem Gesundheitsamt“, beteuert Ulrike Schillo, Sprecherin der Medical-Park-Gruppe, und schildert den zeitlichen Ablauf aus ihrer Sicht: Demnach habe die Klinik am 16. März den ersten positiven Befund erhalten. „Daraufhin haben die Ärzte jeden einzelnen Patienten im Vier-Augen-Gespräch informiertund darüber aufgeklärt, was das bedeutet“, sagt Schillo.

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Bis zu diesem Zeitpunkt habe es lediglich Verdachtsfälle gegeben, die vorsichtshalber isoliert worden seien. Warum ausgerechnet im Medical Park die Fälle von Infizierten aufgetaucht sind, begründet die Sprecherin auch damit, dass die Klinik zahlreiche Patienten – auch die mit „kleinster Symptomatik“ – testen habe lassen. Die Maßnahmen wie etwa ein Besuchsverbot oder eine Ausgangssperre für die Patienten seien von Tag zu Tag verschärft worden. Um wie viele Infizierten-Fälle es sich in den beiden Kliniken St. Hubertus und Am Kirschbaumhügel handelt, wollte Schillo auch am Freitag nicht sagen. Sie sprach von „einigen wenigen“.

Landratsamt spricht von zweistelligen Zahlen bei Belegschaft und Patienten

Konkreter wurde da auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung das Landratsamt Miesbach. Genaue Zahlen konnte am Freitag zwar auch Pressesprecherin Sophie Stadler nicht benennen, „da einige Personen noch in der Abklärung sind“. Man gehe aber sowohl bei der Belegschaft der Medical-Park-Kliniken als auch bei der Patientenschaft von einer jeweils zweistelligen Zahl aus. Die Sprecherin bestätigte, dass das Gesundheitsamt seit der Kalenderwoche 12 – der Woche ab dem 16. März – in einem engen Austausch mit der Klinik-Geschäftsführung bezüglich der Corona-Fälle stehe. „Ob und wann die Patienten informiert wurden, ist uns nicht bekannt“, fügt Stadler hinzu. Dies sei Sache der Geschäftsführung.

Das Robert-Koch-Institut gebe klare Vorgaben, wie bei einem Corona-Verdachtsfall gehandelt werden müsse, sagt Stadler. „Diese Vorgaben wurden unseres Wissens nach eingehalten.“ Eine andere Sache sei die interne Kommunikation. Inwieweit die Klinik-Leitung ihre Patienten oder die Belegschaft – unabhängig von den direkten Kontaktpersonen – informiert habe, „ist nicht bekannt“. 

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