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Bahnbrechende Studie: Heilwasser vom Tegernsee hilft auch bei Post-Covid - „signifikante Verbesserungen“

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Von: Alexandra Korimorth

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Präsentierten stolz das Ergebnis der Studie: (v.l.) Bürgermeister Robert Kühn, Jodbad-Geschäftsführer Helmut Karg und der begleitende HNO-Arzt Michael Szyper.
Präsentierten stolz das Ergebnis der Studie: (v.l.) Bürgermeister Robert Kühn, Jodbad-Geschäftsführer Helmut Karg und der begleitende HNO-Arzt Michael Szyper. © Thomas Plettenberg

Dank einer Studie hat sich herausgestellt: Das Jodschwefel-Wasser in Bad Wiesee taugt auch dazu, Langzeitfolgen einer Corona-Infektion zu lindern.

Bad Wiessee – Dass das Jodschwefelwasser als natürliches Heilmittel bei einem breiten Spektrum an Krankheiten wirksam ist, hat der Gemeinde Bad Wiessee vor 100 Jahren zu seinem Namenszusatz „Bad“ verholfen. Jetzt belegt eine Studie, dass das Wasser auch bei der Behandlung von Corona-Langzeitfolgen von Nutzen ist – und das signifikant. Bürgermeister Robert Kühn (SPD) und Jodbad-Geschäftsführer Helmut Karg waren bei einem Pressegespräch im Gesundheitszentrum sichtlich stolz auf dieses erfreuliche Resultat.

Das gemeindeeigene Unternehmen hat zusammen mit HNO-Arzt Michael Szyper mit Praxen in Holzkirchen und Miesbach etwa ein Dreivierteljahr lang eine systematische Untersuchung mit 50 Probanden darüber durchgeführt, inwieweit das Jodschwefelwasser seine heilsame Wirkung auch bei Corona-Langzeitfolgen entfaltet.

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Die Anregung dafür kam laut Karg aus dem Kreis der Stammgäste, die sich in den vergangenen Jahren für die Wirksamkeit des Heilwassers in ganz unterschiedlichen Bereichen begeistert hatten – darunter auch Atemwegserkrankungen. „Einige von ihnen hatten Covid ganz gut überstanden, hatten aber danach noch Symptome. Sie haben uns berichtet, wie gut ihnen die Inhalationen mit unserem Jodschwefelwasser getan haben“, berichtete Karg. Das habe man objektiv messen wollen.

Wiesseer Heilwasser im Kampf gegen Corona: HNO-Arzt Michael Szyper berichtet über das Vorgehen

Dafür konnte HNO-Arzt Michael Szyper gewonnen werden. Er fertigte eine empirische Untersuchung an, bei der der Zustand vor und nach den vier Wochen mit insgesamt zwölf Behandlungen gemessen wurde. „Ich freue mich, diese Studie begleitet zu haben. Positive Effekte waren zu erwarten, da wir bereits in der Vergangenheit bei vielen oberen Atemwegsbeschwerden gute Erfahrungen mit dem Jodschwefelbad gemacht haben“, sagte Szyper über die Post-Covid-Studie.

Diese umfasste ein Patientengespräch zum Krankheitsverlauf inklusive detaillierter Auflistung der Corona-Symptome, eine körperliche Untersuchung, Diagnostik, Allergietest, Riechtest und das Ausfüllen eines Fragebogens. Nach der Anwendung gab es erneut eine Untersuchung wie auch ein erneutes Ausfüllen des Fragebogens.

„Signifikante Verbesserung“: Heilwasser vom Tegernsee kann Post-Covid lindern

„Konkret konnten wir signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Schleimhautentzündungen, Nasen- und Nebenhöhlenbeschwerden sowie im Geruchsempfinden verzeichnen. Darüber hinaus konnten der Antrieb, die Lebensenergie und das Konzentrationsvermögen positiv beeinflusst werden“, berichtete Szyper.

Ganz konkret legte er dar, dass sich verstopfte Nasen um 23 Prozent und das Nasensekret um 50 Prozent gelindert hätten. Der verminderte Geruchssinn verbesserte sich um 26 Prozent, der Geruchssinn an sich um 7 Prozent. Beim Energieempfinden – also bei Schwindelgefühl, Erschöpfung, verminderter Produktivität, Konzentration und Frustration – wie auch beim Schlaf und der Morgenmüdigkeit konnte eine Verbesserung von etwa 30 Prozent erreicht werden.

Arzt über Wiesseer Heilwasser: Positive Effekte bei Long-Covid-Erkrankungen „messbar“

„Das sind messbare positive Effekte“, freute sich der Arzt, auch mit Blick auf den „gigantischen Aufwand“. Insgesamt wurden innerhalb dieser Studie 600 Anwendungen im Gesundheitszentrum Jodschwefelbad ausgegeben. Das Team dort und das Team in den HNO-Praxen waren involviert. Abbrecher gab es bei der Studie fast keine. Und die Effekte waren durch alle Altersklassen und Geschlechter vergleichbar positiv.

„Wir sind hocherfreut, mit unserem Jodschwefelwasser nachweislich auch zur Linderung der Corona-Langzeitfolgen beitragen zu können“, erklärte Karg. Das gilt es jetzt an die Ärzteschaft und die Krankenkassen zu kommunizieren. Letztere übernehmen die Kosten für die Inhalationen bisher nur bei chronischen Atemwegserkrankungen. Das soll sich mit der Studie ändern.

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