In Rottach-Egern galt schon vor Corona ein Alkoholverbot im Kurgarten.
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In Rottach-Egern galt schon vor Corona ein Alkoholverbot im Kurgarten.

LIegen landeten im Wasser

Corona-Partys am Tegernsee-Ufer eskalieren: Bürgermeister reagiert mit Alkoholverbot - und setzt jetzt Security ein

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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In aller Eile hat Bürgermeister Robert Kühn (SPD) ein Alkoholverbot an der Seepromenade in Bad Wiessee ab 22 Uhr erlassen. Zuvor eskalierte die Situation.

  • Es gibt jetzt ein Alkoholverbot von 22 bis 6 Uhr an der Wiesseer Seepromenade am Tegernsee.
  • Ein Sicherheitsdienst kontrolliert in der Nacht.
  • Auch Seeglas in Gmund am Tegernsee ist ein Hotspot.

Bad Wiessee – „Ich bin ja eigentlich kein Fan von Verboten“, sagt Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD). Trotzdem hat er am Montag ein Alkoholverbot für die Seepromenade am Tegernsee erlassen. Es gilt von 22 bis 6 Uhr und ist bis zum 31. Oktober befristet. Eigentlich hätte es dafür einen Beschluss des Gemeinderats gebraucht. Doch der tagt erst im September wieder. „Und wir mussten schnell handeln“, meint Kühn.

Nach dem vergangenen Wochenende schwammen Parkbänke und Himmelsliegen im See. Und das war beileibe nicht das größte Problem. Schon seit einigen Wochen treffen sich Gruppen zum Feiern an der Seepromenade. Das läuft nicht nur den Corona-Regeln zuwider, sondern bringt auch Lärm, Unrat und Vandalismus mit sich.

Corona-Partys am Tegernsee: Alkoholverbot gibt Polizei Handhabe

Gilt ein Alkoholverbot, hat die Polizei eine Handhabe, um Feiernde vom Platz zu weisen. Das ist nicht erst seit Corona wichtig. Die Stadt Tegernsee hat schon vor Jahren ein Alkolholverbot für manche Bereiche verhängt, die Gemeinde Rottach-Egern hat 2019 nachgezogen.

Im Corona-Sommer 2020 ist das Problem größer geworden. Alle Feste sind abgesagt, die Bars geschlossen, die Sommernächte lau. Rund um den Tegernsee treffen sich Feierlustige am Ufer. „Wir kontrollieren dort regelmäßig“, meint der örtliche Polizeichef Thomas Heinrich. Zwei Schwerpunkte haben sich herauskristallisiert: die Wiesseer Seepromenade und die Uferanlage in Seeglas bei Gmund. Dass Bad Wiessee jetzt mit dem Erlass eines Alkoholverbots reagiert hat, kommt der Polizei Bad Wiessee entgegen.

Corona-Partys am Tegernsee: Sicherheitsdienst überwacht Seepromenade in der Nacht

Obendrein setzt die Gemeinde an den Wochenenden künftig auch in der Nacht einen Sicherheitsdienst ein. „Zum Glück war das so kurzfristig möglich“, erklärt Maximilian Macco vom Wiesseer Ordnungsamt. Wie berichtetet, hat die Gemeinde schon seit Mitte Juli die Firma Oberland Security mit der Kontrolle des Radlverbots an der Seepromenade beauftragt. Ab sofort hat der Sicherheitsdienst nun auch ein Auge auf Feierfreudige und überwacht – neben der Polizei – die Seepromenade auch in der Nacht.

Für die Polizei sei dies als Unterstützung hilfreich, meint Polizeichef Heinrich. Zwar kann der Sicherheitsdienst nur an geltende Regeln erinnern. Trotzdem zeige dies Wirkung: „Es genügt die Präsenz.“

Entscheidung über Corona-Alkoholverbot - Wiesseer Gemeinderat bisher nicht eingebunden

Kühn will das Alkoholverbot bei der September-Sitzung des Gemeinderats zur Sprache bringen. Rechtlich sei der eigenmächtige Erlass abgedeckt, meint Kühn. Wenn Not am Mann sei, dürfe der Bürgermeister handeln. „Es war eine notwendige Maßnahme, um in den Sommermonaten die Leitplanken an der Seepromenade zu setzen“, meint er.

Durch Corona ergebe sich eine Sondersituation, die besondere Maßnahmen zum Schutz der Urlauber, die sich erholen wollen, und auch der Vermieter erfordere. Weil der Gemeinderat nicht eingebunden war, so Kühn, habe er das Verbot nur für eine kurze Frist erlassen. Nächstes Jahr werde der Gemeinderat sich in aller Ruhe mit der Sache befassen: „Dann sieht wahrscheinlich alles wieder ganz anders aus.“

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