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Die Ringleitung des Nahwärmenetzes würde einen großen Bereich des Kurviertels abdecken. Der Standort des Heizwerks beim Badepark ist aber umstritten.

Sareiter und Versen fordern Prüfung von Alternativen

Neues Heizwerk: CSU-Vertreter gegen Standort am Badepark 

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Um der Energiewende auf die Sprünge zu helfen, plant Bad Wiessee ein Biomasse-Heizwerk. Der Standort neben dem Badepark ist aber umstritten. Auch in den Reihen des Gemeinderats kommen jetzt Zweifel auf.

Bad Wiessee – Die Idee, im Wiesseer Kurviertel ein eigenes Nahwärmenetz zu realisieren, stieß im Mai vergangenen Jahres im Gemeinderat auf breite Zustimmung. Mit der gemeindeeigenen Fläche direkt neben dem Badepark hatten die Experten auch gleich den idealen Standort ausgemacht. Das Gremium nickte ihn mit großer Mehrheit ab. Doch nun fordern CSU-Sprecher Kurt Sareiter und seine Fraktionskollegin Ingrid Versen: „Der Standort muss nochmals auf den Prüfstand.“ Zur nächsten Gemeinderatssitzung am 22. Februar haben die Beiden dazu einen offiziellen Antrag eingereicht.

Dass der Standort damit wieder zum Thema gemacht werden soll, spielt den Anwohnern der anvisierten Fläche in die Karten. Die Nachbarn hatten bereits massive Bedenken wegen des zu erwartenden Lkw-Verkehrs und der damit verbundenen Lärmbelästigung geäußert. Sie haben sogar eine Interessengemeinschaft gegründet und juristischen Widerstand angekündigt.

Der Antrag aus den Reihen der CSU sei von diesem Anwohner-Protest allerdings unabhängig zu sehen, stellt Kurt Sareiter klar. Zwar führen er und Versen ebenfalls die zu befürchtenden Lkw-Fahrten im Zentrum des neuen Kurviertels ins Feld. Vorrangig gehe es ihnen aber um die Zukunft des Badeparks.

„So ein Badepark steht nicht ewig“, sagt Sareiter. Es sei derzeit nicht abzusehen, „ob in späteren Jahren eventuell ein Anbau des Badeparks notwendig wird oder gar in einigen Jahrzehnten ein Neubau des gesamten Badeparks, bei dem dann dieses Grundstück benötigt wird“, heißt es in dem Antrag der beiden CSU-Vertreter. Daher sei es „unverantwortlich, die einzig verbleibende Grundstücksfläche an der Nordseite des Badeparks jetzt für den Neubau des Heizwerks zu verwenden“, finden Versen und Sareiter. Sie fordern daher, die anderen Standort-Varianten im Ort noch einmal gründlich zu prüfen. In Frage käme für Sareiter zum Beispiel das gemeindeeigene Dreiecks-Grundstück gegenüber dem Polizeigebäude. Er spricht aber noch von drei weiteren Flächen, die in seinen Augen eine Option wären.

Dass das letzte Wort in Sachen Heizwerk-Standort noch nicht gesprochen ist, bestätigt Rathaus-Geschäftsleiter Hilmar Danzinger auf Nachfrage. „Wir werden nächste Woche in einer Gemeinderats-Klausur noch einmal darüber diskutieren“, kündigt er an. Dass dies Sinn mache, zeige ja schon allein dieser Antrag.

Ob das Hackschnitzelheizwerk am Ende überhaupt realisiert wird, hängt im Übrigen vom Interesse der Kunden im Einzugsbereich des Nahwärmenetzes ab. Vor allem vier Großkunden hatte Bad Wiessee dabei im Visier, darunter die Firma SME, die ein Luxushotel nebst Medizinzentrum auf dem Jodbad-Gelände bauen möchte. SME hat sich allerdings recht schnell gegen einen Anschluss entschieden.

gab

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