Stillstand: Seit geraumer Zeit ist auf der SME-Baustelle in Bad Wiessee nichts vorwärts gegangen. Die Gemeinde hält an ihren Plänen fest, es läuft aber auf einen Wechsel des Investors hinaus.
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Stillstand: Seit geraumer Zeit ist auf der SME-Baustelle in Bad Wiessee nichts vorwärts gegangen. Die Gemeinde hält an ihren Plänen fest, es läuft aber auf einen Wechsel des Investors hinaus.

Rückblick und Ausblick

Das Jahr der Großprojekte: So wird 2021 in Bad Wiessee

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der Corona-Krise zum Trotz: Die Gemeinde Bad Wiessee hat viele anstehende Themen und Projekte angepackt. 2021 soll es in diesem Tempo weitergehen.

Bad Wiessee - Der Corona-Krise zum Trotz: Die Gemeinde Bad Wiessee hat den Schwung nach der Kommunalwahl im März mitgenommen und viele anstehende Themen und Projekte angepackt. Das größte war wohl die Entscheidung zum Neubau des Badeparks. Geht es nach Bürgermeister Robert Kühn (SPD) wird es 2021 in gleichem Tempo weitergehen. Auch was die brach liegende SME-Baustelle betrifft, soll sich endlich etwas bewegen. Kühn macht klar: Hier will die Gemeinde ein neues Kapitel aufschlagen – mit einem neuen Partner.

Die SME-Baustelle

Seit Frühjahr 2019 stehen die Maschinen auf dem Gelände des früheren Jodschwefelbads still. Die Baustelle – prominent gelegen gegenüber dem neuen Jodschwefelbad – bietet einen trostlosen Anblick. Die Gemeinde, so viel macht Bürgermeister Kühn (38) unmissverständlich klar, hält am gültigen Bebauungsplan fest. Heißt: An dieser Stelle kommt nichts anderes als ein Hotel- und Gesundheitsstandort in Frage. „Wir sind der Meinung, dass das ein zukunftsfähiges Projekt wäre“, sagt Kühn. Dass es mit dem bisherigen Investor, der Sports Medicine Excellence Group (SME) aus der Schweiz, umzusetzen ist, glaubt der Rathaus-Chef allerdings nicht mehr. „Wir wollen ein neues Kapitel aufschlagen“, erklärt der Rathaus-Chef. Und: Interessierte Investoren für ein solches Vorhaben gebe es genügend.

Abriss Badepark

Die größte Aufmerksamkeit in Bad Wiessee gilt derzeit wohl dem Badepark. Per Bürgerentscheid hatten sich die Wiesseer im September für einen 30 Millionen Euro teuren Neubau ausgesprochen. „Wir wollen nächstes Jahr mit dem Abriss beginnen – das Geld dafür ist im Haushalt 2021 eingestellt“, berichtet Kühn. Parallel dazu werde die Gemeinde mit den verschiedenen Förderstellen sprechen („wir wollen da nichts verkehrt machen“) und sich um eine Defizitvereinbarung mit den anderen vier Talgemeinden bemühen – erst dann könnten die Planungen für das neue Vitalbad beginnen. Was die finanzielle Beteiligung der Nachbargemeinden betrifft, so sei man auf einem „sehr, sehr guten Weg“, findet Kühn.

Neubau Kita-Zentrum

Oberste Priorität – so hatten es alle Beteiligten schon im Wahlkampf betont – hat in Bad Wiessee der Neubau von Kindergarten und Krippe. Weil der alte Kindergarten Maria Himmelfahrt marode und die Krippe längst zu klein ist, sollen auf dem gemeindeeigenen Areal der Grundschule in einem Zug zwei neue Baukörper entstehen. 48 Krippenplätze und bis zu 100 Kindergartenplätze stünden dann zur Verfügung. Ein Büro für die europaweite Ausschreibung des 9,4 Millionen-Euro-Projekts sei bereits beauftragt, teilt der Bürgermeister mit und nennt eine Zielmarke: Mit Ende des laufenden Schuljahres soll der erste Spatenstich erfolgen. „Dann haben wir einen klaren Schnitt.“

Strüngmann-Hotel

Für ein weiteres Großprojekt hat der Gemeinderat im zu Ende gehenden Jahr den Weg geebnet: Der Bebauungsplan für den Hotel-Neubau der Familie Strüngmann am Seeufer ist seit dem Frühjahr unter Dach und Fach. „Wir haben unsere Hausaufgaben erledigt“, betont der Bürgermeister. Seitdem ist es allerdings ruhig geworden um das Vorhaben. Auf Nachfrage räumt Stephan Heller, Sprecher von Strüngmanns Firma Athos, ein: „Corona hat die Arbeit stark gebremst.“ An den grundsätzlichen Plänen für das Fünf-Sterne-plus-Hotel mit 90 Zimmern habe sich aber nichts geändert. „Wir planen und feilen am Hotelkonzept im Detail“, berichtet Heller. Wann der konkrete Bauantrag eingereichte wird, könne man derzeit aber aufgrund der erschwerten Corona-Situation nicht sagen.

Sonstige Projekte

Unabhängig vom geplanten Hotel-Neubau möchte die Gemeinde endlich die lang ersehnte Verschönerung ihrer Seepromenade in Angriff nehmen. „Wir werden nächstes Jahr die Pergola angehen“, verspricht Kühn. Die marode Holzpergola soll mitsamt Umgriff neu gestaltet werden. „Hier wurde lange genug geredet, wir wollen jetzt zeigen, dass uns das wichtig ist“, sagt der Rathaus-Chef über das Thema Seepromenade.

Hohe Priorität räumt die Gemeinde auch der Ertüchtigung des Wasserwacht-Stadels ein. Dafür werde man „sehr viel Geld“ in die Hand nehmen, kündigt der Bürgermeister an. Eine Sache, die es wert sei: „Wir wollen eine modern aufgestellte Wasserwacht.“

Über diese konkreten Bauprojekte hinaus sei der Gemeinde sehr daran gelegen, das im Jahr 2020 eröffnete neue Jodschwefelbad in die Spur zu bringen. Mit Helmut Karg wurde dafür ein neuer Geschäftsführer eingestellt, der – wenn nötig – bei Qualität und Angebot nachjustieren soll. Die Weichen für eine gute Zukunft seien gestellt, ist Kühn überzeugt.

Der Jahreswechsel

ist Gelegenheit, Bilanz zu ziehen und nach vorne zu schauen. Was war trotz der Corona-Pandemie möglich, was wird nachgeholt, was in Angriff genommen? Wir haben uns in den Rathäusern umgehört.

gab

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