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Den Bergen verschrieben: Vorsitzende Christine Miller und und ihr Stellvertreter Otto Parzhuber ehrten Hans Müller für seine 70 Jahre währende Mitgliedschaft.

Hauptversammlung 

DAV-Sektion Tegernsee vermisst Pioniere

Bei der 133. Hauptversammlung der DAV-Sektion Tegernsee schwelgten vor allem die älteren Mitglieder in Erinnerungen an ihre Abenteuer am Berg. Und: Hans Müller wurde für 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt. 

„Ob er wohl kommt? Aber wahrscheinlich schafft er es nicht mehr in seinem hohen Alter.“ Großes Raten herrschte im Wiesseer Postsaal zu Beginn der 133. Jahreshauptversammlung der DAV-Sektion Tegernsee. Die Rede war von Hans Müller, annähernd 89 Jahre alt, seit Jahren in Übersee am Chiemsee beheimatet. Er sollte für sagenhafte 70 Jahre Mitgliedschaft geehrt werden.

„Ich bin schon selber da“, ertönte plötzlich eine kräftige Stimme aus der Mitte der 73 anwesenden Mitglieder, und schon marschierte ein großer, stattlicher Mann kräftigen Schrittes nach vorne zum Vorstandstisch, um seine Ehrung entgegenzunehmen. Dann ergriff der frühere Herbergsvater der Jugendherberge Kreuth-Scharling das Mikrofon und schmetterte mit fester Stimme in den Saal: „Was ist denn los mit unserer Jungmannschaft? In der Presse liest man nicht mehr viel über wirklich große Besteigungen seitens der DAV-Sektion.“ 

Früher hätten die hiesigen Bergkameraden unter der Schirmherrschaft des DAV noch weltweit Abenteuer erlebt. „Heute wird der Alpenverein immer mehr zum Unterhaltungsverein.“ Stille im Saal, Schmunzeln bei Hans Engl aus Waakirchen (72), der am 14. Oktober 1978 als erster Deutscher den höchsten Berg der Welt, den Mount-Everest in Nepal, ohne Sauerstoff bestiegen hatte. 

Auch Sepp Öckler aus Bad Wiessee konnte sich ein breites Grinsen nicht verkneifen. Zusammen mit sechs DAV-Kameraden war der heute 80-Jährige 1979 ganze fünf Monate in zwei alten Bussen von hier auf gefährlichen Routen nach Pakistan unterwegs – zu einer großen Karakorum-Expedition. Allen im Saal wurde in diesem Moment einmal mehr bewusst, wie sehr sich die Zeiten verändert haben. 

„Ich hoffe, dass ich meinen 90. Geburtstag im nächsten Jahr noch erleben darf, denn ich habe noch einiges vor“, endete Hans Müllers Wortmeldung unter großem Applaus der Anwesenden. 

Ingrid Versen

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