Sanierungsbedürftig: Ferdinand Kohler hat das ehemalige Hypovereinsbank-Gebäude in Bad Wiessee gekauft.
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Sanierungsbedürftig: Ferdinand Kohler hat das ehemalige Hypovereinsbank-Gebäude in Bad Wiessee gekauft.

Wohnungen, Gewerbeflächen und Tresorraum

Ehemaliges Hypovereinsbank-Gebäude in Bad Wiessee wird saniert: Käufer offenbart seine Pläne

  • Jonas Napiletzki
    vonJonas Napiletzki
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Ferdinand Kohler (23) hat das ehemalige Hypovereinsbank-Gebäude in Bad Wiessee gekauft. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt er, was er mit dem Haus vor hat.

Bad Wiessee – Einheimische kennen das Gebäude aus Zeiten, in denen es die Hypovereinsbank beheimatete. Seit deren Auszug vor sieben Jahren steht das Haus an der Sanktjohanserstraße 11 in Bad Wiessee größtenteils leer. Das soll sich bald ändern. Ferdinand Kohler hat das Gebäude im Februar dieses Jahres gekauft. Im Gespräch erklärt der 23-Jährige, was ihn zu seiner Investition bewogen hat und was er mit dem Haus plant.

Herr Kohler, was haben Sie mit dem Haus vor?

Kohler: Das Haus stammt aus dem Jahr 1934 – es muss kernsaniert werden. Den verbliebenen Bewohnern im ersten Stock hat der Vorbesitzer noch vor Verkauf gekündigt. Die Mieter ziehen nach einvernehmlicher Absprache im Laufe dieses Jahres aus. Das Erdgeschoss und der zweite Stock stehen seit Jahren leer – hier lege ich momentan selbst Hand an. Ich arbeite zwar Vollzeit im Rettungsdienst Aicher Ambulanz in München, aber kann mir meine Schichten flexibel legen, um die Abbrucharbeiten selbst durchzuführen. Immer samstags ist Großkampftag auf der Baustelle (lacht). Ein paar Freunde helfen mir dabei. Bis Anfang nächsten Jahres soll alles fertig sein: Fürs Erdgeschoss – also die ehemaligen Bankräume – suche ich Gewerbetreibende aus der Region, die die Fläche mieten wollen. Vielleicht kommt ein Laden rein, mal sehen. Ich stehe für den Ausbau in Kontakt mit einer Tegernseer Architektin. Sie plant auch Wohnungen für die oberen Stockwerke, die ich gerne vermieten würde. Die Absegnung der Ideen durch die Gemeinde steht aber noch aus, ich habe noch keinen Bauantrag eingereicht.

Wollen Sie die Außenfassade verändern?

Kohler: Nein. Ich habe darüber schon mit Bürgermeister Robert Kühn gesprochen – wir waren uns einig, dass die Erhaltung der Fassade gut für den Ortscharakter von Bad Wiessee ist. Dass das Haus eine gewisse Prominenz hat, merke ich daran, dass viele Wiesseer vorbeikommen und sich für mein Vorhaben interessieren. Aber auch persönlich gefällt mir das Haus von außen gut so, wie es ist – ich will an der Fassade nichts ändern.

Im Keller ist noch der Tresorraum der Bank vorhanden. Was passiert damit?

Der Tresorraum bleibt im Keller bestehen.

Kohler: Der bleibt einfach drin. Den Tresorraum abzureißen, war nie eine Option. Durch die Stahlummantelung ist der Keller nicht nur vor Einbrechern gut geschützt – das Haus hatte in seinen bald 90 Jahren wohl auch deshalb nie einen Wasserschaden. Außerdem hätte ich bei einem Abbruch das halbe Haus mitabreißen müssen, die Menge an Stahl bekäme man anders kaum heraus. Und letztlich ist ein Tresorraum im Keller ja auch ganz witzig. Benutzen kann man die 500 Schließfächer leider noch nicht. Die Schlüssel habe ich zwar bekommen – aber sie sehen alle gleich aus und sind nicht beschriftet (lacht). Vielleicht will sie der Mieter des Erdgeschosses mal sortieren – den Keller kann ich nur zur gewerblichen Fläche mit vermieten, weil er keinen separaten Zugang hat. Neben dem Tresor gab es im Haus übrigens noch mehr Relikte: Beim Renovieren habe ich zwei Pistolen gefunden – die Polizei hat sie abgeholt.

Sie sind 23 Jahre alt – wie konnten Sie so jung investieren?

Kohler: Ich interessiere mich schon seit langem für Immobilien – da bin ich sicher auch familiengeprägt. Wer sich mit der aktuellen Bankenlage beschäftigt, weiß, dass der Zeitpunkt wegen der niedrigen Zinsen günstig ist. Letztlich war das Haus in Wiessee aber auch ein preiswerter Zufall.

Das Gespräch führte: Jonas Napiletzki.

Korbinian Kohler, Hotelier und Vater von Ferdinand Kohler, ist für seine Investitionen in der Region bekannt: Beispielsweise Wildbad Kreuth will der 52-Jährige in einen Rückzugsort für Körper, Seele und Geist verwandeln. Ein Clubhaus am Tegernsee sorgte ebenso für Schlagzeilen wie sein polarisierendes Hotel Bussi Baby.

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