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Eigentümer-Wechsel am Tegernsee: Neue Ideen für den Abwinkler Hof

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Von: Gabi Werner

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Das verwinkelte, markante Gebäude an der Ringbergstraße soll nach der Vorstellung des neuen Eigentümers erhalten und kernsaniert werden.
Das verwinkelte, markante Gebäude an der Ringbergstraße soll nach der Vorstellung des neuen Eigentümers erhalten und kernsaniert werden. © STS

Der Abwinkler Hof in Bad Wiessee hat eine lange, wechselvolle Geschichte. Nun gibt es einen neuen Eigentümer mit neuen Plänen: Auf dem Gelände sollen Ferienwohnungen entstehen.

Bad Wiessee – „Wir sind uns der Verantwortung bewusst – wir wollen hier etwas Schönes entstehen lassen“, erklärt Alexander Khayat. Der 40-Jährige ist Geschäftsführer der Bauträger-Firma Patrono Projekt aus Grünwald. Sie hat den Abwinkler Hof mitsamt dem angegliederten denkmalgeschützten Fischerhäusl und dem Umgriff Ende 2020 erworben.

Derzeit sind im Abwinkler Hof Ukraine-Flüchtlinge untergebracht

Bis Frühjahr 2021 waren in den verwinkelten Gebäuden noch eine Gastronomie und Wohnungen untergebracht, zuletzt gepachtet vom Medical Park für sein Personal. Und auch derzeit liegt der Abwinkler Hof keineswegs brach: Für die Zeit, in der die Planungen laufen und das Gebäude noch unangetastet bleibt, hat der Eigentümer das Objekt der Gemeinde für die Unterbringung von Ukraine-Flüchtlingen unentgeltlich zur Verfügung gestellt. „Das hat sich so ergeben – etwa 40 Zimmer sind ja noch nutzbar“, erklärt Khayat. Wie lange die Geflüchteten Obdach benötigen, ist derzeit völlig offen. Vonseiten des Eigentümers stünde der Abwinkler Hof laut Khayat aber sicherlich bis Ende des Jahres zur Verfügung.

Abwinkler Hof und Nebengebäude sollen erhalten werden

Auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung erläutert der Geschäftsführer, welche Ideen er für sein erstes vollständiges Bauprojekt am Tegernsee verfolgt. Die wichtigste Nachricht vorweg: Nicht nur der unter Denkmalschutz stehende angegliederte Bau, sondern auch der markante Abwinkler Hof selbst sollen erhalten bleiben. „Wir wollen den Charakter in der Mitte des Grundstücks beibehalten“, sagt der neue Eigentümer. Beide Bauten werden kernsaniert. Darüber hinaus sollen laut Khayat drei Neubauten entstehen. Ziel sei es, auf dem Areal an der Ringbergstraße um die 20 bis 24 Ferienwohnungen zu schaffen sowie ein gastronomisches Angebot.

Nachbarn wurden frühzeitig in Planungsprozess eingebunden

„Wir befinden uns dazu gerade in Gesprächen mit der Gemeinde und dem Landratsamt“, berichtet der Geschäftsführer, der betont, dass ihm an einer frühzeitigen Abstimmung mit den Behörden sehr gelegen sei. „Wir wollen das sensibel angehen“, versichert er. Deshalb hat man auch die Nachbarn frühzeitig in den Planungsprozess eingebunden – zwei Versammlungen mit den Anliegern haben bereits stattgefunden. Vertreten war dabei auch das Büro des zuständigen Architekten Christof Lampadius.

Werner Bittner, direkter Nachbar des Abwinkler Hofs, bestätigt, dass bei den Zusammenkünften eine „gute Grundstimmung“ geherrscht habe. Man habe freudig zur Kenntnis genommen, dass Bauträger und Architekt hier „nicht mit der Dampfwalze drüber gehen“, sondern den Bestand erhalten wollen, sagt Bittner. Einem möglichen Widerstand seitens der Anlieger wollte man so offenbar frühzeitig vorgreifen.

Beim Til-Schweiger-Hotel musste umgeplant werden

Zumal es an anderer Stelle in Bad Wiessee dazu bereits schmerzhafte Erfahrungen gibt. Zuletzt wurden sogar die ursprünglichen Pläne für das Barefoot-Hotel von Til Schweiger an der Hirschbergstraße komplett über den Haufen geworfen, nachdem es massive Kritik an dem geplanten Hotelriegel gegeben hatte. Mittlerweile ist eine Umplanung im Gange. Der zuständige Architekt ist auch hier Christof Lampadius.

Abwinkler Hof: Gemeinderat befasst sich am Donnerstag mit den Planungen

In welcher Form die geplanten Neubauten kommen können, darüber diskutiert der Wiesseer Gemeinderat erstmals öffentlich in seiner Sitzung am Donnerstag (23. Juni) um 19 Uhr im Rathaus. Dann steht der Vorbescheidsantrag der Patrono Projekt auf der Tagesordnung. Die Planungen seien „architektonisch anspruchsvoll“, räumt Khayat ein. Schließlich müssten die Neubauten zum Bestand passen und sich ins Ortsbild eingliedern. „Traditionell und modern“, so umschreibt der Geschäftsführer die Idee dazu. Dass mit dem Fischerhäusl auch ein unter Denkmalschutz stehendes Gebäude bei den Planungen zu berücksichtigen ist, betrachtet Khayat nach eigenen Worten nicht als Nachteil. „Das ist immer eine Frage der Perspektive“, meint er.

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