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Nach dem Brand war das Rettungszentrum zerstört.

Boote und Fahrzeug für Wasserwacht erhalten Segen 

Ende einer schlimmen Zeit: Die Weihe nach dem Feuer

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Zwei Schiffe und ein Fahrzeug hat die Wiesseer Wasserwacht bei der Brandkatastrophe im Februar 2017 verloren. Inzwischen ist Ersatz da. Das wird am Samstag gefeiert. Es ist das Ende einer schlimmen Zeit.

Bad Wiessee„Das wünscht man keinem“, sagt Hans Mielke. Die Katastrophe hat den Ortsvorsitzenden der Wiesseer Wasserwacht und sein Team an die Grenzen gebracht. Zu bewältigen war eine Katastrophe, die viel mehr zerstört hat als Material. Am 13. Februar 2017 lösten Schweißarbeiten am großen Schiff der Wasserwacht Bad Wiessee einen Brand aus, der das neu gebaute BRK-Rettungszentrum zerstörte. Die beiden Männer, die an dem Boot gearbeitet hatten, erlitten schwere Verletzungen. In der Garage der BRK-Bereitschaft gingen insgesamt sechs Fahrzeuge und zwei Boote in Flammen auf.

Für Mielke, erst wenige Wochen vor dem Brand zum Ortsvorsitzenden der Wasserwacht gewählt, begann eine harte Zeit. „Das ging schon an die Grenzen der Ehrenamtlichkeit“, meint er. Der Schock saß tief, die Verzweiflung war groß. Zudem erfordere die Wiederbeschaffung des Verbrannten viel Engagement. Die Versicherung erstattete nur den Zeitwert. Insgesamt musste das BRK eine Finanzlücke von 300 000 Euro stopfen (wir berichteten).

Doch so schwierig die Situation auch war: Die Retter haben auch viel Unterstützung und Zuspruch erfahren. „Das Tegernseer Tal vergisst einen nicht“, sagt Mielke. Und auch die BRK’ler in der ganzen Umgebung nicht. In Blitzesschnelle standen Ersatzfahrzeuge und -Boote zur Verfügung. „Die Unterstützung war sagenhaft“, meint Mielke. Die Wasserwachtler hatten die besonders nötig. Ein erstes Ersatzfahrzeug hatte wenige Monate nach dem Eintreffen einen Totalschaden. „Da hat uns einer direkt vor der Polizeiinspektion die Vorfahrt genommen“, berichtet Mielke. So war wieder Ersatz gefragt.

Nun, über ein Jahr nach dem Feuer, ist ein Festakt angesetzt. Zwei neue Motorrettungsboote und ein Fahrzeug werden am morgigen Samstag feierlich gesegnet und getauft. Von 10 bis 13 Uhr findet das Fest mit vielen Ehrengästen am Baustadel statt, der Wasserrettungsstation der Wasserwachtler.

Präsentiert werden dort das große Schiff der Wiesseer Wasserwacht – Kosten rund 160 000 Euro – und das kleinere der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Kreiswasserwacht, etwa 25 000 Euro teuer. Während das Schiff der Ortsgruppe während der Saison stets im Baustadel für den Einsatz auf dem Tegernsee bereitsteht, ist das kleine SEG-Boot als mobile Einheit für den Rettungsdienst in der ganzen Region gedacht. Auf einen Anhänger gepackt, ist es im Hilfeleistungszentrum startklar. „Es war auch schon auf dem Schliersee im Einsatz“, berichtet Mielke.

Während die beiden neuen Boote bereits erprobt sind, trifft das neue Wassernotfahrzeug tatsächlich frisch ab Werk ein. Es handelt sich um einen umgebauten Mercedes Sprinter, den Wasserwachtler kurz vor dem Termin aus Thüringen abholen. In dem Sprinter fahren die Wasserwachtler mit ihren Utensilien zum Einsatzort. 68 000 Euro hat das Fahrzeug gekostet. Die feierliche Weihe am Samstag bedeutet für Mielke und seine Mannschaft auch einen Abschluss. „Jetzt sind wir wieder da, wo wir vor dem Brand waren“, meint er.

Neben den Rettungsbooten und dem Fahrzeug der Wasserwacht werden am Samstag auch die beiden neuen Boote der Tegernseer Schifferstecher geweiht. Nicht nur das: Auch ein kleines Schifferstechen ist geplant. „Damit die Gäste etwas zum Lachen haben“, sagt Mielke. Die Zeit der Tränen ist vorbei.

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