Großalarm in Hamburg nach Explosion an S-Bahnhof

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Zwei Schuppen hat Bauer Josef Höß neben seinen Hof gestellt. Den zuletzt gebauten soll er abreißen. Dagegen wehrt sich der Landwirt erneut vor Gericht – ebenso wie gegen die Ablehnung eines Rinderstalls.

Erneuter Ortstermin des Verwaltungsgerichts

Der endlose Kampf des Sperrhofbauern

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Bad Wiessee - Mal sagt Sperrhofbauer Josef Höß, er werde Schafe im Stadel einquartieren, mal will er einen neuen Rinderstall bauen. Das Amt für Landwirtschaft vermisst ein Konzept, weshalb die Pläne allesamt abgelehnt wurden. Jetzt ist wieder einmal ein Gerichtstermin angesetzt. 

Beachtliche Höhen habe die Akte Höß inzwischen erreicht, meint Gerhard Brandl als Sprecher des Landratsamts. Die Bauwünsche des Sperrhofbauern, Cousin des Wiesseer Bürgermeisters Peter Höß, beschäftigen die Behörden schon seit etlichen Jahren – und die Gerichte. Am Mittwoch, 28. September, wird der Kleinbus des Verwaltungsgerichts mal wieder an der Sterneggerstraße Halt machen. Mit gleich vier EinzelKlagen des streitbaren Landwirts hat sich das Gericht unter dem Vorsitz von Cornelia Dürig-Friedl zu befassen. 

Im Mittelpunkt steht ein weiteres Mal der Holzstadel, den Höß im Mai 2011 etwa 100 Meter von seinem Hof entfernt errichtet hat. Es handelt sich quasi um einen Zwilling des Schuppens, den der Bauer im Dezember 2009 auf die Wiese stellte. Auch mit diesem ersten Schuppen machte sich Höß schon Feinde. Nachbarn klagten, der Holzbau verstelle ihnen die Sicht auf die Berge. Doch weil Landwirte das Privileg haben, für ihren Betrieb wichtige Gebäude im Außenbereich zu errichten, bekam er eine Genehmigung. Den Stadel-Zwilling allerdings missbilligte auch die Fachbehörde. Der sei für den Betrieb nicht wichtig, urteilte das Amt für Landwirtschaft und versagte das Okay. 

Aufmerksam wurde das Landratsamt schon, als Höß die Bodenplatte für die zweite Schupf anlegte. Das Amt teilte dem Landwirt mit, er müsse den Bau einstellen, ansonsten werde ein Zwangsgeld von 1000 Euro fällig. Höß rührte das nicht. Er stellte den Stadel fertig. Es folgte eine Abrissverfügung des Landratsamtes. Der Sperrhofbauer klagte gegen den Bescheid, verlor aber vor dem Verwaltungsgericht und in zweiter Instanz vor dem Verwaltungsgerichtshof. Den Stadel riss er trotzdem nicht ab, sondern beantragte beim Landratsamt die Wiederaufnahme des Verfahrens. 

Diesmal argumentierte Höß, er brauche den Stadel als Schafstall. Bei einem Gerichtstermin im April 2012 hatte er noch erklärt, der Stadel sei nötig, um dort Holz zu lagern. „Eine Wiederaufnahme des Verfahrens haben wir abgelehnt“, erklärt Brandl. Schließlich liege eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofes vor. Darum habe das Amt Höß aufgefordert, den Stadel jetzt schnell zu beseitigen. Am 5. Januar diesen Jahres drohte das Landratsamt zudem mit einem Zwangsgeld in Höhe von 2000 Euro, sollte Höß den Stadel weiter stehen lassen. 

Unterdessen plant der Landwirt einen weiteren Bau. An seinem Hof will er einen neuen Rinderstall mit Liegeboxen für 15 Tiere errichten. Aber auch den hat das Landratsamt nicht bewilligt. „Es gab eine negative Stellungnahme des Amtes für Landwirtschaft“, erklärt Brandl. In dem Gutachten der Fachbehörde sei von Konzeptlosigkeit die Rede. „Man kann ja nicht einfach Bauten in die Landschaft stellen“, meint Brandl. Für das Landratsamt als Genehmigungsinstanz sei das Urteil der Fachbehörde bindend. Bei der Verhandlung Ende September wird es nun um das gesamte Paket gehen: die Ablehnung der Bauvorhaben und der Wiederaufnahme des Verfahrens, die Abrissverfügung und die Zwangsgelder. 

Wie Höß selbst die Sache sieht, war nicht in Erfahrung zu bringen: Der Bitte um Rückruf kam er nicht nach. Seine Planung hat Höß Richterin Dürig-Friedl allerdings schon bei einem Ortstermin des Verwaltungsgerichts im Oktober 2014 erläutert. Damals grasten 16 Rinder auf den Weiden rings um den Hof, zudem versorgte Höß 30 Schafe und 21 Hühner. Dem Gericht kündigte er an, die Zahl der Schafe und Hühner erhöhen zu wollen. Überzeugen konnte Höß Dürig-Friedl damals nicht. Sie lehnte die Klage ab und wunderte sich über ständig wechselnde Nutzungen: „Ein klares Konzept ist nicht erkennbar.“

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