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Nicht ganz so rund lief es bei der Spielbank Bad Wiessee im ersten Halbjahr 2017.

„Gewinnorientierung nicht an oberster Stelle“

Spielbank fährt im ersten Halbjahr deutliches Minus ein

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Der Ertrag der Spielbank Bad Wiessee ist im ersten Halbjahr 2017 weiter zurückgegangen. Er liegt um zehn Prozent niedriger als im Vorjahr. Dem Wiesseer Kämmerer bereitet diese Entwicklung Sorgen.

Bad Wiessee – Die Spielbank Bad Wiessee ist die größte aller neun Spielbanken Bayerns. Von ihrem Ertrag profitiert auch die Gemeinde in Form der Spielbankabgabe. Und die ist ein wichtiger Posten im Haushalt: Zwischen 2000 und 2015 flossen insgesamt 54,5 Millionen Euro an die Gemeinde. Fürs erste Halbjahr 2017 schaut es in Sachen Spielertrag allerdings nicht sonderlich rosig aus. Das merkte Kämmerer Franz Ströbel im Gemeinderat an, als es eigentlich um die Jahresrechnung 2016 ging. „Das Minus bereitet mir Sorgen“, sagte Ströbel.

Tatsächlich ist der so genannte Bruttospielertrag (BSE) in den ersten sechs Monaten dieses Jahres deutlich zurückgegangen. „Aktuell liegt der BSE der Spielbank Bad Wiessee im Vergleich zum Vorjahr bei minus zehn Prozent“, bestätigt Oliver Fisch, Sprecher der Staatlichen Lotterieverwaltung, auf Nachfrage. Eine Negativ-Entwicklung, für die der Pressesprecher gleich mehrere Begründungen liefert.

Verantwortlich für den Rückgang seien unter anderem die hohe Anzahl an Spielhallen, das illegale Glücksspiel im Internet und auch das Nichtraucherschutzgesetz. Dies seien nach wie vor „die Hauptfaktoren für die angespannte Lage der Spielbanken in Bayern“, erklärt Fisch. Speziell in Bad Wiessee kämen noch die hohen Gewinne einzelner Spielgäste hinzu sowie die kürzliche Sperrung der Autobahn-Ausfahrt an der A8. Das habe den rückläufigen Trend noch verstärkt, macht der Pressesprecher deutlich.

Auch 2016 hatte die Spielbank Bad Wiessee schon ein Minus beim Bruttospielertrag verzeichnen müssen. Damals betrug der Ertrag rund 19,5 Millionen Euro – ein Rückgang um 5,34 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Fisch betont: „Zum öffentlichen Auftrag der Spielbanken gehört, Glücksspiel anzubieten und den menschlichen ,Spielbetrieb‘ in geordnete Bahnen zu lenken.“ Die Gewinnorientierung stehe hierbei nicht an oberster Stelle.

Unterdessen ist der Streit um die Spielbankabgabe zwischen Bad Wiessee und den vier anderen Talgemeinden noch immer nicht ausgestanden. Bekanntlich hat Bad Wiessee die üblichen Zahlungen an die anderen Kommunen seit 2015 eingestellt, weil seinerzeit beim Bau der neuen Spielbank versäumt worden war, die Nachbarn an den Kosten zu beteiligen. Wiessees Bürgermeister Peter Höß will die komplette Spielbankabgabe einbehalten, bis der Baukostenanteil der anderen Gemeinden abgestottert ist. Dagegen wehrten sich seine Kollegen mit einer Klage.

Mittlerweile hat es mehrere Mediations-Termine beim Verwaltungsgericht in München gegeben, um den Streit beizulegen. Bisher ohne Erfolg. Seit dem jüngsten Gütetermin im Mai habe sich nichts mehr getan, erklärt Tegernsees Bürgermeister Johannes Hagn. Es soll zwar ein neuerliches Zusammentreffen im Beisein der Güterichterin geben, „derzeit sind wir aber noch in der Terminfindung“, so Hagn.

gab

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