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Das geplante Badehaus wird von der Gemeinde Bad Wiessee gebaut. 

Hans-Jörg Rippe schreibt bösen Brief an Gemeinderätin Klaudia Martini (SPD)

Badehaus: Ex-Geschäftsführer übt erneut Kritik

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Bad Wiessee - Hans-Jörg Rippe, Ex-Geschäftsführer der gemeindlichen Jodbad-Gesellschaft, lässt keine Gelegenheit aus, Kritik am Vorgehen in Sachen Badehaus zu üben. 

Hans-Jörg Rippe, Ex-Geschäftsführer der gemeindlichen Jodbad-Gesellschaft, lässt offenbar keine Gelegenheit aus, die Gemeinde für ihr Vorgehen in Sachen Badehaus zu kritisieren.Nach der jüngsten Gemeinderatssitzung, bei der der Badehaus-Finanzplan mit hausdünner Mehrheit durchging, knüpft sich der Berater aus Dorsten nun SPD-Gemeinderätin Klaudia Martini vor. 

In einem Brief, den er auch an Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block), die Fraktionsvorsitzenden und die Tegernseer Zeitung  schickte, fordert er Martini auf, „sich öffentlich zurückzunehmen“. Auch wenn Fake-News unter Politikern inzwischen in Mode gekommen seien, so könne er Martinis Angriffe gegen die seinerzeitigen Planungen nicht unwidersprochen lassen, so Rippe. 

Hans-Jörg Rippe

Rippe hatte jenen Münchner Unternehmer beraten, der ein Medizinisches Zentrum mit Badebetrieb bauen wollte. Die Gemeinde kündigte im Herbst 2015 jedoch die Zusammenarbeit mit dem Investor und beschloss auf Initiative der CSU, den Bau selbst in die Hand zu nehmen. Von einer Schadensersatzklage war dann die Rede. „Alles ist sauber gelaufen. Meines Wissens sind wir unbeschadet aus der Sache herausgekommen“, sagt Martini. 

Im Gemeinderat hatte Martini chronologisch über alle Entscheidungen und die Gründe dafür berichtet. Warum Rippe sie nun dafür kritisiert, könne sie nicht nachvollziehen. „Rippe war nicht mal nicht in der Sitzung.“ 

In dem Schreiben an Martini heißt es: „Sie sollten den Mut haben zu bestätigen, dass damals nach allen Vorgaben geplant wurde.“ Martinis Aussagen, wonach die Zusagen für interessierte Ärzte in dem Medizinzentrum nicht konkret vorgelegen hätten, weist Rippe ebenso zurück. „Jetzt so zu tun, als wäre der ’überdimensionierte Kasten’ ein Hirngespinst zu Lasten der Gemeinde gewesen, ist völlig aus der Luft gegriffen und durch nichts zu belegen“, schreibt Rippe. Die Aufforderung des Ex-Geschäftsführers, eine Erklärung abzugeben, lässt Martini jedoch kalt: „Ich habe nichts zu erklären.“

Der Brief im Wortlaut:

„...Sie sollten endlich einmal den Mut haben zu bestätigen, dass Herr ... ausschließlich nach den Vorgaben der EU-weiten Ausschreibung und den zusätzlichen Vorgaben des von der Gemeinde beauftragten Städteplaners von Angerer geplant hat. Nachträglich kam noch eine Erweiterung des Badebereichs um 400 auf 1400 m² hinzu, da einige Funktionsflächen bei der Ausschreibung vergessen worden waren. Ferner sollten Sie bestätigen, dass die Forderungen der Gemeinde immer von einem kombinierten Bade- und Ärztehaus ausgingen. Dem hatte auch der am 17.1.2013 öffentlich vorgelegte Entwurf von Matteo Thun entsprochen. Der damalige Entwurf wurde von den Planern Thun und von Angerer ohne Technik mit Baukosten in Höhe von 10,55 Mio. € beziffert und sollte 3-4 Geschosse hoch sein. Ihre Ausführungen zu den Mietern des Ärztehausteils sind offensichtlich falsch. Nach den beiden Zukunftskonferenzen zum Jodschwefelbad im Juli und Oktober 2012 fand am 14. 11.12 auf Einladung des Bürgermeisters und von Herrn Dr. Bachmeier in der Post ein Gespräch mit 12 Ärzten aus dem Tal statt. Eingeladen waren mehr als 40 Personen. Danach äußerten alleine 5 Teilnehmer ein Interesse an Flächen in einem solchen Ärztehaus. Das war die Grundlage der Planungen von Herrn Thun. Nachdem die EU-weite Interessensbekundung im Januar 2015 veröffentlicht worden war, habenHerr ... und ich in Absprache mit dem Bürgermeister am 25. und 26. 2.15 im Hotel Askania und in Tegernsee Gespräche mit Mietinteressenten geführt, die in Flächenanforderungen mündeten. Dabei waren 2 Gesprächspartner schon so konkret, dass sie danach Raumprogramme vorlegten, die bis Anfang Oktober 2015 bis auf die technische Ausstattung weiterentwickelt wurden. Insgesamt waren bei Abbruch der Planungen alle Flächen bis auf einen kleinen Rest von 400 m² (entspricht 2 normale niedergelassene Praxen) vergeben. Das war Ihnen wie den ganzen Gemeinderat bekannt. Dass ein Investor seine Mieter nicht nennt hat gute Gründe. Die medizinischen Spezialitäten waren Ihnen aber ebenfalls bekannt. Jetzt in die Öffentlichkeit zu gehen und so zu tun als wäre der „überdimensionierte Kasten“ ein Hirngespinst zu Lasten der Gemeinde gewesen ist vollkommen aus der Luft gegriffen und durch nichts zu belegen...“

gr






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