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Experte in Sachen Fahrrad: Tobias Gehrke aus Bad Wiessee. 

Nach Fehlalarm

Experte: So funktioniert der Notfall-Sensor im E-Bike 

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Polizei und Bergwacht sind am Mittwoch einem Fehlalarm aufgesessen. Ausgelöst hat diesen - entgegen erster Meldungen - kein Alarmsystem im Helm, sondern eines am Fahrrad. Ein Experte klärt auf. 

Bad Wiessee – Ein Fehlalarm hat am Mittwoch Polizei und Bergwacht beschäftigt. Sogar ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Bei Marienstein soll ein Fahrradfahrer gestürzt sein – ersten Meldungen zufolge hatte ein automatisches Alarmierungssystem im Helm des Sportlers fälschlicherweise ausgelöst. Ein solches System existiert aber gar nicht – wie sich jetzt herausstellte, handelte es sich um ein automatisches Alarmierungssystem im Fahrrad. Im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt Fahrradexperte Tobias Gehrke (37), Inhaber der Firma Fun Sports in Bad Wiessee, das High-Tech-System.

Herr Gehrke, wie funktioniert die Alarmierung im Fahrrad?

Das ist ein System, das nur in E-Bikes verbaut ist. Unterhalb des Motors ist ein Sensor installiert, der Beschleunigung, Geschwindigkeit und Neigung des Fahrrads misst. Wenn bestimmte voreingestellte Parameter eintreffen, die auf einen Sturz hinweisen, erscheint auf dem Smartphone des Fahrers eine Meldung. Reagiert der Fahrer darauf nicht, so erfolgt die automatische Sendung einer SMS an eine vom Fahrer festgelegte Nummer. Diese wird dann über den Unfallstandort informiert. Zusätzlich schützt das System auch vor Diebstahl. Wenn die Diebstahlsicherung aktiviert ist und am Fahrrad Erschütterungen gemessen werden, warnen die Sensoren den Eigentümer per App. Erfolgt zudem eine Entfernung vom festgelegten Standort, erhält der Halter eine Nachricht mit allen relevanten Daten aufs Handy.

Wie lange gibt es dieses System schon und wie verbreitet ist es?

Das ist dieses Jahr neu rausgekommen. Das System ist bislang nur in den Topmodellen drei verschiedener Hersteller verbaut und die kosten etwa 5000 Euro aufwärts. Ich hab’ bislang etwa fünf solcher Bikes verkauft – selbst die betuchteren Kunden geben normalerweise nicht so viel Geld für ein E-Bike aus. Ich könnte mir aber vorstellen, dass irgendwann ein Nachrüst-Kit auf den Markt kommt.

Halten Sie dieses System für sinnvoll?

Ja, definitiv. Viele sind fahrtechnisch nicht so gut drauf, da macht das durchaus Sinn. Gerade dann, wenn man alleine unterwegs ist und nach einem Sturz vielleicht nicht mehr ans Handy kommt. Ich hab’ das System auch selber schon getestet, das funktioniert einwandfrei. Man braucht aber Empfang, im Tunnel hilft es beispielsweise nichts.

Das Gespräch führte Bastian Huber.

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