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Komplett zerstört: Garagen und Fuhrpark von BRK und Wasserwacht in Bad Wiessee.

Rettungszentrum teilweise zerstört

Explosion und Brand in Bad Wiessee: Was wir wissen

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Im Rettungszentrum von BRK und Feuerwehr in Bad Wiessee ist es am Montag zu einer Explosion gekommen. Zwei Mitarbeiter erlitten schwere Verletzungen. Eine Zusammenfassung der Ereignisse.

Robert Huber, Vize-Bürgermeister von Bad Wiessee, steht der Schock ins Gesicht geschrieben: „Das ist so bitter“, sagt er kreidebleich und starr vor Kälte. Er hatte den Bau des Rettungszentrums organisiert, die Fertigstellung im Mai 2013 war sein ganzer Stolz. 

Und jetzt dieses Unglück, das am Montag gegen 14 Uhr seinen Lauf nimmt: 

Im BRK-Rettungszentrum am Hügelweg, das die BRK-Bereitschaft, die Schnelleinsatzgruppe (SEG), die Wasserwacht und die Feuerwehr unter einem Dach beherbergt und sich zudem direkt neben der örtlichen Polizeiinspektion befindet, kommt es zu einer Explosion. Ein Feuer bricht aus. Schnell hüllt schwarzer Rauch das komplette Areal ein. Die Menschen werden aufgefordert, Fenster und Türen zu schließen und im Haus zu bleiben. Im kompletten Tegernseer Tal und Teilen des Landkreises Miesbach wird Großalarm ausgelöst.

News-Ticker: Explosion in Bad Wiessee - neuer Alarm am Mittwoch

Elf Feuerwehren aus dem Tal, aus Miesbach, Holzkirchen, Valley, Warngau und Agatharied mit insgesamt 150 Mann, 40 Atemschutzträgern und zwei Drehleitern rücken an, dazu das BRK, das Technische Hilfswerk und die Johanniter, die sogar ehrenamtliche Kräfte der SEG aus Wasserburg alarmieren. Ein Feuerwehr- und ein ADAC-Hubschrauber kreisen und landen schließlich in der Nähe des Geländes. Die Bundesstraße 318 durch Bad Wiessee wird abgesperrt, der Verkehr umgeleitet. 

Der benachbarte Tengelmann-Supermarkt muss aus Sicherheitsgründen seine Türen schließen. Es ist einer der größten Rettungseinsätze, die Bad Wiessee seit Langem erleben muss. Das Gelände wird auch für die vielen Schaulustigen abgeriegelt. Zur Sicherheit: Denn es ist zunächst nicht klar, ob es zu weiteren Verpuffungen kommen könnte. In den BRK-Fahrzeugen befinden sich Sauerstoffflaschen und weitere Geräte und Maschinen zur Rettung von Leib und Leben.

Rund zwei Stunden lang kämpfen die Feuerwehrler gegen Flammen und Rauch, dann ist das Feuer zumindest unter Kontrolle. Allerdings kann nicht verhindert werden, dass die Garagen, in denen sich sechs BRK-Fahrzeuge und ein Boot der Wasserwacht befinden, komplett zerstört werden.

Die Feuerwehr Bad Wiessee trifft das Unglück ebenso: Zufällig ist Kommandant Christian Stiglmeier zum Zeitpunkt des Unglücks im Haus. Er schlägt sofort Alarm. Die Fahrzeuge, die sich im hinteren Teil des Rettungszentrums befinden, können noch in Sicherheit gebracht werden. Dann allerdings werden die herbeigeeilten Feuerwehrler von dem starken Rauch auf dem Hof eingeschlossen. Es ist bitter: Sie können zunächst nicht weiter mithelfen, sind auf die Hilfe ihrer Feuerwehrkollegen angewiesen. Zudem erleiden zwölf Männer Rauchvergiftungen und müssen ins Krankenhaus Agatharied gebracht werden.

Wie konnte das Unglück nur passieren? Im Laufe des Dienstags, nach einer Nacht, in der weiter Wache am Brandort gehalten wurde, wird die Kripo Miesbach die Ermittlungen aufnehmen. Sie mussten gestern wegen Einsturzgefahr des Gebäudes eingestellt werden. Es heißt, zwei ehrenamtliche Mitarbeiter der Wasserwacht sollen Schweißarbeiten an einem Boot vorgenommen haben. Bestätigt ist dieser Verdacht aber noch nicht. Beide Männer erlitten bei der Explosion schwere Brandverletzungen und mussten ins Klinikum Bogenhausen geflogen werden. Sie sind außer Lebensgefahr. Passant Erwin Lettko will gesehen haben, wie sich einer der beiden Verletzten noch zur benachbarten Polizei geschleppt hat.

Landrat Wolfgang Rzehak und Bürgermeister Peter Höß kamen zur Unglücksstelle, ließen sich von der Einsatzleitung mit Informationen versorgen. „Das Wichtigste ist, dass die beiden Mitarbeiter außer Lebensgefahr sind“, sagt Höß. Und dann hofft er noch, „dass alles gut versichert ist.“

gr

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