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Am Ende des Sees: An der Mangfallbucht würde der See im Hochwasserfall abgesenkt werden - was für die Fische das Ende bedeuten würde.

Fischereitag am Tegernsee: Gänsesäger immer gefährlicher

Fischer warnen: Hochwasserschutz könnte zu Fischsterben führen

Bad Wiessee - Mit Sorge schauen die Fischer auf den geplanten Hochwasserschutz am Tegernsee: Ein Absenken des Pegels könnte das Aus für die Nachzucht bedeuten. Und nicht nur das bedroht den Fischbestand.

See und Flüsse sind Natur und Wirtschaftsfaktor gleichermaßen – da sind Konflikte zwangsläufig. Und immer wieder gibt es neue Punkte, an denen sie sich entzünden können. Aktuell beziehungsweise in naher Zukunft ist das zum Beispiel das Thema Hochwasserschutz – auch am Tegernsee. Bekanntlich plant das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim, den See vor einem prognostizierten Hochwasser abzusenken. Das ruft die Fischer auf den Plan, die dadurch ihre Bemühungen, für einen gesunden Fischbestand zu sorgen, torpediert sehen. Denn bei einem Absenken des Seespiegels würden Fischeier im Trockenen liegen. Das Aus für die Nachzucht.

Hochwasserschutz am Tegernsee - die neuen Pläne

Hochwasserschutz und damit einhergehende Eingriffe in die Gewässer sind nur eine Stelle, an denen die Fischer der Schuh drückt. Eine andere sind die Fressfeinde der Fische – Kormoran und Gänsesäger etwa. Diesbezüglich beklagte Franz Geiger, Präsident des Fischereiverbands Oberbayern, in Bad Wiessee einen „einseitigen Naturschutz“. Um die Vögel werde sich gesorgt, um die Fische werde sich kaum gekümmert. Während es beim Kormoran ein vernünftiges Management gebe – der Vogel darf zu bestimmenten Zeiten bejagt werden – fehle ein solches beim Gänsesäger.

Gespräch unter Experten: (v.l.) Erwin Markreiter vom Fischereiverein Tegernseer Tal, Franz Geiger und Gerd Dietrich, Zweiter Vorsitzender des Fischereivereins Bad Wiessee.

Sorgen bereitet den Fischern auch der Klimawandel; und dies gleich in vielerlei Hinsicht. Zum einen werde bei Starkregen viel Sediment in die Gewässer gespült. Dieses wiederum lagere sich auf Kiesbänken ab und nehme den Fischen ihre Laichplätze. Auch eine spezielle Reaktion der bayerischen Politik auf die Klimaerwärmung halten die Fischer für falsch – nämlich, im Zuge der Energiewende kleine Wasserkraftanlagen zu fördern. Diese seien zum einen unzuverlässig und würden zum anderen irreversible Schäden an der Gewässerfauna anrichten. Anders bei den zwei Wasserkraftwerken, die mit Mühlbach und Weißach direkt am Tegernsee anschließen. Dort gibt es zwei Fischtreppen - und beim Mühlbach einen Mann, dem die Fische besonders am Herzen liegen.

Nun war der Tegernsee vielleicht nicht der geeignetste Ort, um auf diese Probleme hinzuweisen. An anderen See sind die Sorgen offenbar größer – etwa am Starnberger See, wo laut Geiger Horden von Gänsesägern Station machen und auch der Phosphorgehalt des Wassers aus Fischereisicht besorgniserregend gering sei. Denn damit gehe ein abnehmendes Nahrungsangebot einher, und die Fische würden inzwischen ein bis zwei Jahre länger brauchen, um eine „verwertbare Größe“ zu erreichen.

Vom Tegernsee meldete Berufsfischer Christoph von Preysing indes immerhin eine positive Entwicklung – nämlich bei den Seeforellen. Die Bemühungen, deren Bestand zu stärken – 300 000 Exemplare werden jährlich herangezüchtet – trage erste Früchte. Die Würde des Oberbayerischen Fischerkönigs brachte derweil eine andere Art ein. Der Münchner Christian Sperl zog einen prachtvollen, etwa 70 Zentimeter langen Hecht aus dem Tegernsee.

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