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Flüchtlinge müssen bald aus großen Unterkünften ausziehen - Bad Wiessee sucht dringend Alternativen

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Von: Christina Jachert-Maier

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Das Josefheim steht zumindest noch bis Ende Oktober als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung.
Das Josefheim steht zumindest noch bis Ende Oktober als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung. © Archiv Thomas Plettenberg

Die Uhr tickt: Schon bald müssen die Geflüchteten aus der Ukraine aus zwei großen Unterkünften in Bad Wiessee ausziehen. Händeringend sucht man in der Gemeinde nach Alternativen.

Bad Wiessee – Der Abwinkler Hof leert sich. Im Januar lebten noch 54 Geflüchtete in dem ehemaligen Hotel in Bad Wiessee, jetzt sind es noch 32. Für 22 Bewohner hat sich eine andere Unterkunft gefunden. „Wir quartieren dort auch niemanden neu ein“, erklärt Karen Lange, Flüchtlingsbetreuerin der Gemeinde Bad Wiessee. Die Uhr tickt: Voraussichtlich bis Ende März muss das Gebäude geräumt sein.

Neue Eigentümer des Abwinkler Hofs wollen Zukunftspläne umsetzen

Vielleicht, meint Lange, gibt die Firma Patrono Projekt aus Grünwald als Eigentümerin noch ein paar Tage zu. Aber mit einem längeren Zeitraum sei nicht zu rechnen. Das Unternehmen hatte der Gemeinde Bad Wiessee das frühere Hotel kurz nach Beginn des Kriegs in der Ukraine als Flüchtlingsunterkunft zur Verfügung gestellt. Es war ein Akt der Hilfsbereitschaft. Zu Spitzenzeiten wohnten 66 Ukrainer in dem Haus. Doch jetzt rückt der Zeitpunkt näher, an dem die Firma ihre Neubaupläne in Angriff nehmen will. 20 bis 24 Ferienwohnungen sollen auf dem Areal entstehen. Gekauft hat es die Grünwalder Firma Ende 2020.

Unterkünfte wurden vorübergehend kostenlos zur Verfügung gestellt

Der Abwinkler Hof ist die größte Flüchtlingsunterkunft der Gemeinde Bad Wiessee. Daneben stehen das Hotel Seegarten und das Josefheim zur Verfügung. Das Muster ist bei allen drei Immobilien gleich: Sie sollen abgerissen oder saniert werden. Bis die Arbeiten beginnen, stellen die Eigentümer die Häuser der Flüchtlingshilfe zur Verfügung. Und in allen drei Häusern läuft die Zeit in naher Zukunft ab.

Im Hotel Seegarten ist Ende April Schluss. Dort wohnen noch 14 Menschen aus der Ukraine. Das Josefheim steht länger zur Verfügung, der Vertrag läuft bis Ende Oktober. Es bietet aktuell 19 Bewohnern Platz. Unterdessen feilt die Oberland Hospiz gGmbH an den Plänen für einen Neubau: Wo jetzt das Josefheim steht, ist ein stationäres Hospiz geplant.

Gemeinde-Mitarbeiterin auf der schwierigen Suche nach Wohnräumen

Rathaus-Mitarbeiterin Lange verwendet viel Energie darauf, für die Bewohner der Flüchtlingsunterkünfte Wohnungen oder wenigstens Zimmer zu finden. „Aber es ist sehr schwierig“, sagt sie. Wenn mal eine Wohnung angeboten wird, ist sie meist zu teuer. Wer mit einer Unterkunft helfen könne, so Lange, möge sich bitte bei ihr im Rathaus melden: „Die Situation ist wirklich sehr angespannt.“

Bürgerstüberl dient als Treffpunkt für Geflüchtete aus der Ukraine

Um die Flüchtlinge zu unterstützen, hat die Gemeinde seit nun einem Jahr ihr Bürgerstüberl zur Verfügung gestellt. Am Anfang wurden dort Lebensmittel ausgegeben. Jetzt finden dort Deutschkurse für Ukrainer statt, das Stüberl dient auch als Treffpunkt für die Geflüchteten. In naher Zukunft will die Gemeinde die Räume wieder für alle Gruppen öffnen. „Im April oder Mai“, meint Lange. So könne zum Beispiel die VdK-Seniorengruppe wieder einziehen. Auf ihre Treffs verzichten mussten die Gruppen auch bis jetzt nicht: Sie fanden dank Pfarrerin Sabine Arzberger im evangelischen Pfarrheim Aufnahme.

jm

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