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Der Wiesseer Zeiselbach: Er bekommt im oberen Verlauf ein Rückhaltebecken und eine Geschiebesperre, um Hochwasserschäden im Ort zu vermeiden. 

Hochwasserschutz-Maßnahmen am Zeiselbach

So will der Freistaat einen Tsunami in Wiessee verhindern

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Bad Wiessee - Unwetter, Geröll und Treibholz - eine gefährliche Mischung für den Zeiselbach. Um Hochwasser im Ort zu verhindern, ergreift der Freistaat Maßnahmen. 

Hochwasser wie im Juni 2014, als der Zeiselbach überlief und innerhalb kürzester Zeit den Platz am Prinzenruhweg überflutete, soll es in Zukunft nicht mehr geben: Der Freistaat Bayern baut in Bad Wiessee oberhalb des Sportplatzes ein Rückhaltebecken mit einer Geschiebesperre. Die Pläne dafür bekam der Wiesseer Gemeinderat bei seiner Sitzung präsentiert.

Der Zeiselbach ist einer der Hauptverursacher, wenn es nach Unwettern zu Hochwasser in Bad Wiessee kommt. Er hat ein fünf Quadratkilometer großes Einzugsgebiet. Jede Menge Geröll rutscht von den verwitterungsanfälligen Hängen in den Bach, ebenso Unmengen an Totholz. Bis zu 500 Kubikmeter Wildholz und Geschiebe könnten bei einem Jahrhundert-Hochwasser mobilisiert werden. Was dann passiert, erlebte Bad Wiessee in Ansätzen zuletzt am 13. Juni 2014: Der im Ortskern in ein schmales Korsett gepferchte Bach ging über und überflutete mit seinem Schlamm und Treibgut in kürzester Zeit den Platz am Prinzenruhweg.

Damit soll Schluss sein. Am Schluchtende, oberhalb des Sportplatzes, noch bevor die Wohnbebauung beginnt, plant das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim ein Rückhaltebauwerk. Dieses besteht aus einer Stahlbetonsperre mit Rechenelementen und einem 750 Kubikmeter fassenden Rückhaltebecken. Im Gemeinderat erläuterten Andreas Holderer und Josef Hamberger vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim das Projekt. Hamberger hat seine Diplomarbeit über den Zeiselbach verfasst – dass ihm das Thema vertraut ist, sorgt am Ratstisch für zusätzliches Vertrauen in das Projekt. 

Was, wenn die Hänge rutschen?

Dennoch kamen Fragen, etwa von Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD): „Was ist, wenn die Hänge am Zeiselbach abrutschen, haben wir dann einen Tsunami im Ort?“ Wohl kaum, beruhigten die Planer: Das Rückhaltevolumen sei nach den Vorgaben des Landesamtes für Umwelt (LfU) berechnet. Obwohl der Freistaat Bayern für Planung und Herstellung sorgt, muss sich Bad Wiessee mit 30 Prozent finanziell beteiligen. Auf 362 000 Euro belaufen sich die Gesamtkosten, knapp 100 000 Euro muss die Gemeinde übernehmen, zudem 10 000 Euro für eine zu ersetzende Brücke. Auch die Kosten für die nötigen Grundstücke sind Sache der Gemeinde. Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) hatte hierzu gute Nachrichten: Ein Grundstückstausch mit zwei Landwirten sei schon fast in trockenen Tüchern, somit kämen keine Kosten auf die Gemeinde zu. 

"Da wäre sogar Enteignung möglich"

Florian Sareiter (CSU) stellte zur Debatte, ob es nicht sinnvoller wäre, zuerst die Grundstücksgeschäfte unter Dach und Fach zu bringen, ehe Rathauschef Höß die finanzielle Vereinbarung mit dem Wasserwirtschaftsamt unterzeichnet. Das hielt Klaudia Martini (SPD) nicht für nötig. „Das Projekt ist so wichtig für uns. Da wäre sogar eine Enteignung möglich, wenn die Grundeigentümer nicht mitmachen.“ Der Zeitplan steht jedenfalls: Im Herbst soll der Bau beginnen, vier Monate Bauzeit sind geplant. Die kompletten Unterlagen lägen schon im Landratsamt Miesbach zur Genehmigung vor, erklärte Hamberger. Einstimmig genehmigte der Gemeinderat, dass Höß die Verträge unterzeichnet. Der Ausbau des Zeiselbachs im Ortszentrum ist nicht Teil dieses Vorhabens. Er kommt zu einem späteren Zeitpunkt dran. Überhaupt soll der Bereich im Zentrum schöner werden.Ein Haus am Bachufer hat die Gemeinde inzwischen gekauft.

gr

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