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Freuen sich beide über die Aufgabe: Philiepp Lahm und Peter Kathan.

Live-Analysen von Bad Wiessee aus

Fußball-WM im TV mit Philipp Lahm: Was der Zuschlag für den Yacht-Club bedeutet

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Ein kleines TV-Studio während der Fußball-WM mit Philipp Lahm am Yacht-Club Bad Wiessee. Was das für den Verein bedeutet, und wie es zu dem Zuschlag kam. 

Bad Wiessee – Bei Peter Kathan, Vorsitzender des Yacht-Clubs Bad Wiessee mit über 300 Mitgliedern, steht das Telefon nicht still. „Natürlich war der Vorstand eingeweiht, aber für die meisten Clubmitglieder war es schon eine Überraschung“, sagt Kathan. Er musste dicht halten, seitdem die Vereinbarung mit der ARD getroffen worden war. Lediglich ein Facebook-Post ließ schon tief blicken. Der heißt Philipp Lahm „herzlich Willkommen am Tegernsee und insbesondere im Yacht-Club Bad Wiessee zur Fußball WM“. 

Jetzt ist es aber offiziell, jetzt wissen es alle, was unsere Leser schon am Dienstag wussten: Für ihr Sendeformat „Weltmeister im Gespräch“ sendet die ARD an acht Sendetagen vom Ufer des Tegernsees am Yacht-Club – erstmals rund um das Eröffnungsspiel am 14. Juni. Moderatorin Jessy Wellmer wird mit Lahm spannende Blickwinkel auf die Geschehnisse in Russland werfen.

Warum fiel die Wahl ausgerechnet auf Bad Wiessee? „Wir haben uns verschiedene Locations am Tegernsee angeschaut, weil wir in die (Wahl-)Heimat von Philipp Lahm schalten wollten“, erklärt Thomas Wehrle, Programmchef der ARD WM 2018 auf Nachfrage. Dabei habe es verschiedene Kriterien gegeben wie Lage, Aussicht, Moderationspositionen, Abgeschiedenheit und die Möglichkeit, in Ruhe arbeiten zu können. Auch die Schlechtwettertauglichkeit und fernsehspezifische Anforderungen wie Stellflächen, Strom und Leitungsanbindung hätten eine Rolle gespielt. All das konnte der Yacht-Club bieten. „Und dann wurden wir vom Vorsitzenden Peter Kathan auch besonders herzlich aufgenommen“, sagt Wehrle. „Da hatten wir sofort das Gefühl, es passt.“ Insgesamt, so der Programmchef, sei man froh, „so eine schöne und vielseitige Location“ gefunden zu haben. Vorteilhaft sei auch, dass eine geschützte Atmosphäre möglich sei. 

Was das heißt, erklärt Peter Kathan: „Während der Übertragungen muss der Bereich der Kamera ruhig sein. Im Hintergrund und am See darf sich natürlich mit Seglern, Standup-Paddlern und Surfern was rühren.“ Die genauen Termine, wann Lahm und der TV-Tross im Einsatz sind, gibt das ARD noch nicht bekannt.

Für den Yachtclub bringt der Zuschlag natürlich großen Aufwind: „Wir freuen uns riesig“, sagt Kathan. „Das ist wie ein Sechser im Lotto, das ist ein Volltreffer.“ Dreimal zehn Minuten pro Spiel werden Millionen von Fernsehzuschauern also den Experten und (Wahl-)Tegernseer Philipp Lahm und seine Einschätzungen erleben, werden dabei auch im Hintergrund den Tegernsee in seiner ganzen Pracht mitbekommen. „Eine bessere Werbung gibt’s nicht“, meint Kathan.

In sportlichem Tempo hat der Yacht-Club daher auch sein Anwesen auf Vordermann gebracht. „Wir haben in den Hochwasserschutz investiert und das Lokal barrierefrei umgebaut“, sagt Kathan. Eine sechsstellige Summe sei dafür investiert worden. „Beim ersten Besichtigungstermin waren wir noch nicht ganz fertig, aber zur WM ist alles rechtzeitig geschafft“, berichtet der Vorsitzende. Die Möglichkeit, bei schlechtem Wetter das Clubhaus, beziehungsweise das Restaurant Culina Bavariae an der Finnerbucht mit Blick auf den See nutzen zu können, sei für die ARD, so Programmchef Wehrle, ebenfalls ein Grund gewesen, dass die Wahl auf den Yacht-Club fiel.

Müssen die Segler dann komplett auf Fußball umsteigen? „Keinesfalls“, sagt Kathan. An einem der Sendetermine, am 7. Juli, finde sogar die traditionelle „Er&Sie-Regatta“ statt. „Das haben wir so arrangiert, dass es für alle passt.“

gr

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