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Gas-Unglück in Bad Wiessee: Viele Einsatzkräfte rätseln, warum sie so spät zu Hilfe gerufen wurden.

Zwei Arbeiter schwer verletzt

Gas-Unglück in Bad Wiessee: Was wir wissen

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    Patrick Staar
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Austretendes Gas hat am Nachmittag bei den Jod-Schwefelquellen in Bad Wiessee zu einer Verpuffung geführt, bei der zwei Mitarbeiter einer Spezialfirma verletzt wurden. Was wir wissen:

Bad Wiessee – Der Unfall ereignete sich gegen 16.15 Uhr bei Arbeiten an der Wilhelmina-Quelle. Offenbar sollte dort ein Rohr ummontiert werden. Irgendwie trat jedoch Gas aus, entzündete sich und verpuffte in einer Stichflamme. Sie verletzte die beiden Monteure schwer. Bei den Verletzten handelt es sich um einen 52-jährigen aus Brandenburg und einen 65-Jährigen aus Sachsen-Anhalt. Sie wurden mit zwei Hubschraubern mit Brandverletzungen in Münchner Spezialkliniken geflogen. Dem Vernehmen nach soll jedoch keine Lebensgefahr bestehen.

Lesen Sie alle Ereignisse in unserem Live-Ticker nach:

News-Ticker: Der Tag nach dem Gas-Unglück

Aus Sicherheitsgründen wurde die Umgebung der Wilhelmina-Quelle bis zum späten Abend abgeriegelt. Auch die benachbarte Spielarena wurde evakuiert. Man wollte angesichts der ungeklärten Gefahrenlage und der nicht überschaubaren Ursache kein Risiko eingehen.

Was bei dem Unfall geschehen sein könnte, erklärt Jodbad-Chefin Renate Zinser: Aktuell werde die Verbindungsleitung zur Quelle, die sich in 700 Metern Tiefe befindet, saniert. Auf dem Weg nach oben komme das hochgepumpte Wasser auch mit Gas in Kontakt, das bei ordentlichem Betrieb wieder vom Wasser getrennt und abgeleitet wird. In diesem letzten Abschnitt könnte es zu der Panne gekommen sein, indem Gas an einer Stelle entwichen ist, wo es nicht entweichen sollte. Ihre Sorge gilt vor allem den beiden Mitarbeitern der Spezialfirma.

Die Feuerwehren Bad Wiessee und Rottach-Egern waren mit jeweils drei Fahrzeugen und 20 Mann im Einsatz. Auch die BRK-Schnelleinsatzgruppe Tegernseer Tal war mit drei Einsatzkräften vor Ort und übernahm Betreuung, Versorgung sowie Transport der Verletzten mit dem Notarzt zum Hubschrauber. Im Anschluss sicherten sie die Arbeiten der Einsatzkräfte der Feuerwehren medizinisch ab.

Bis zum Redaktionsschluss war die Unglücksstelle immer noch gesperrt. Das Gasleck konnte nicht sicher geschlossen werden. Die Einsatzleitung soll deshalb Experten aus dem Bergbau angefordert haben. Indes rätselten die Einsatzkräfte, wieso es mit der Rettungsalarmierung so lange gedauert hatte. Die Polizei erfuhr erst um 16.40 Uhr von dem Unglück.

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