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Robert Huber 

Amtierender Bürgermeister Robert Huber wünscht sich Solidarität

Gastgeber wollen Kurtaxe-Erhöhung kippen 

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Mit aller Kraft stemmen sich die Wiesseer Gastgeber gegen die Erhöhung der Kurtaxe. Der amtierende Bürgermeister Robert Huber (SPD) spricht von Hysterie – und fordert Solidarität ein.

Bad Wiessee – Den Beschluss fasste der Gemeinderat im Februar mit knapper Mehrheit. Der Kurbeitrag soll von 2 auf 3,30 Euro steigen. Die Gastgeber, im Kur- und Verkehrsverein organisiert, wurden von der Entscheidung überrascht.Die Wogen der Empörung schlugen hoch. Wie berichtet, wollen die Vermieter Unterschriften sammeln, um den Gemeinderat zur Umkehr zu bewegen. Ihrem Ärger machten sie jetzt auch in einem Offenen Brief an den amtierenden Bürgermeister Robert Huber und die Gemeinderäte Luft.

„Die Außenwirkung ist fatal“, heißt es in dem Schreiben, unterzeichnet von Bernhard Kaiser, Steffi Erlacher, Maria Strillinger und Regina Beil, der Führungsriege des Verkehrsvereins. Der Gemeinderat stellte Bad Wiessee mit der Erhöhung der Kurtaxe schlechter als die übrigen Gemeinden und trete den Tal-Gedanken bewusst mit Füßen. Die Kurtaxe dürfe angehoben werden, aber „bitte talweit abgesprochen, in moderaten

Stufen und erst dann, wenn unser Ort sich wieder präsentieren kann“.

Enttäuscht ist der Gastgeber-Verein, dass er vor dem Beschluss über die Erhöhung nicht zu Rate gezogen wurde. „Auch dass der amtierende Bürgermeister nicht zu einem klärenden Gespräch mit dem Kur- und Verkehrsverein bereit ist, zeugt von einer fehlenden Wertschätzung der Gastgeber als tragende Säule des Tourismus in Bad Wiessee“, heißt es in dem Brief.

Den Vorwurf, er verweigere sich einem Gespräch, weist Huber zurück. Er wolle nur kein Treffen auf die Schnelle, sondern noch einige Zahlen sammeln. Die Hysterie, die nach dem Beschluss entbrannt sei, könne er im Übrigen absolut nicht nachvollziehen: „Ich hätte mir Solidarität erwartet.“

Bad Wiessee brauche Geld, um die Sanierung oder auch den Neubau des Bade Parks zu stemmen, macht Huber klar. Rund 20 bis 25 Millionen Euro wird das nach der jetzigen Kalkulation kosten. Die Erhöhung der Kurtaxe könne auch nur einen kleinen Teil dazu beitragen, die Gemeinde aus den Geldnöten zu befreien.

Ohnehin, so Huber, werde der Tourismus in einer Weise gefördert und subventioniert, die er nicht mehr hinnehmen wolle. 1,1 Millionen Euro müsse die Gemeinde an die Tegernseer Tal Tourismus GmbH zahlen. Deren einzige Aufgabe sei es, Gäste zu gewinnen. „Das ist für mich ein Kuriosum.“ Zwar sei der Tourismus sicher ein wichtiger Wirtschaftszweig. „Aber von dem Geld kommt bei der Gemeinde einfach zu wenig an.“ Wenn er sich als Handwerksmeister den Gemeindehaushalt 2019 ansehe, ziehe er den Schluss: „So können wir nicht weitermachen.“

Auch als Interims-Bürgermeister will Huber eigentlich nicht mehr weitermachen. „Ich bin kein Double von Herrn Höß, sondern habe meinen eigenen Kopf.“ In der langen Vertretungszeit müssten aber Entscheidungen getroffen werden. Bürgermeister Höß ist bis Ende Juni krankgeschrieben.

In Sachen Kurtaxe liegen Höß und Huber übrigens nicht auseinander. Anders als die Nachbargemeinden habe Bad Wiessee den Kurbeitrag seit 2006 nicht angehoben, erklärt Höß. „Dabei haben wir die meisten und teuersten Kur-Einrichtungen.“

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