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Gehört der Gemeinde: Gasthof zur Post in Bad Wiessee.

Das Ende einer Ära rückt näher

Gasthaus Zur Post: Was kommt nach Wirt Kurt Geiß (70)?

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Wirtshaus, großer Saal, Seminarräume: Um all das zu erhalten, hat die Gemeinde Bad Wiessee den Gasthof Zur Post vor 30 Jahren gekauft. Seitdem ist Kurt Geiß (70) dort Wirt – doch sein Abschied rückt näher.

Bad Wiessee – „Ich bin topfit und liebe diesen Beruf“, sagt Kurt Geiß. Seit 50 Jahren arbeitet er zehn bis zwölf Stunden am Tag, die Freude an seinem Metier hat ihn nie verlassen. Er will weitermachen, solange seine Gesundheit es zulässt. Bis zum 75. Geburtstag. Den wird er 2022 feiern. „Und dann ist Schluss“, meint Geiß. So ist der Plan, wenn alles gut läuft.

Sein Pachtvertrag für das Hotel Zur Post läuft früher aus. Nach 2020 ist Ende. „Die Gemeinde hat mich gebeten, noch zu verlängern“, berichtet Geiß. Zugesagt hat er noch nicht. Mit seiner Antwort will er sich bis Ende 2019/Anfang 2020 Zeit lassen. Weil eben nicht klar ist, wie lange die Kraft für den Stress-Job reicht. Schließlich wird Geiß heuer 71 Jahre alt. „Da kommen die Einschläge schon näher“, weiß er.

„Bin topfit“: Kurt Geiß (70) denkt derzeit nicht ans Aufhören.

Und seine Arbeit fordert viel. Die Mannschaft besteht aus 35 Leuten, im Sommer sind es noch ein paar mehr. Zu stemmen sind ein stets bestens besuchter Gasthof, ein Hotel mit 42 Zimmern und unzählige Veranstaltungen im Saal.

Geiß ist der Pächter, seit die Gemeinde den Gasthof gekauft hat. Im Oktober werden es 30 Jahre. Zuvor hatte Geiß übrigens auch den Tegernseer Gasthof Guggemos geführt. 2008 musste er dort dichtmachen, nach 23 Jahren als Pächter. „Leider“, bedauert er noch heute. Im Guggemos war der Brandschutz das Problem – und der hohe Aufwand, den eine Sanierung verlangt hätte.

Auch beim Gasthof Zur Post könnte die Sanierung ein großes Thema werden. Spätestens, wenn Geiß dort Abschied nimmt. Dann muss die Konzession neu vergeben werden, und das gesamte Haus kommt auf den Prüfstand. Aktuell, versichert Geiß, sei in Sachen Brandschutz aber alles in Ordnung.

Gedanken macht sich die Gemeinde aber jetzt schon. Die Zukunft des Gasthauses werde in einer der nächsten Klausuren Thema sein, erklärt Bürgermeister Peter Höß. Es sei sein Ziel, noch vor dem Ende der Legislaturperiode – also bis 2020 – die Weichen zu stellen. Schließlich soll der nächste Gemeinderat nicht ohne zeitlichen Puffer vor einem großen Problem stehen.

Bei den Überlegungen geht es nicht nur um die künftige Ausrichtung, sondern auch ums Grundsätzliche: um die Frage, ob die Gemeinde das markante Gebäude im Ortskern selbst behält. „Es ist nicht die ureigene Aufgabe einer Gemeinde, einen Gasthof zu betreiben“, sagt Bürgermeister Peter Höß.

Erworben hatte die Gemeinde das Traditionshaus, um es auch als Bürgerzentrum zu erhalten. „Dort ist der einzige große Saal“, macht Höß deutlich. Viele Hochzeiten werden darin gefeiert, Theaterstücke dort aufgeführt. Auch der gemeindliche Lesesaal hat hier seinen Platz, ebenso Kursräume der Volkshochschule. Finanziell ist der Gasthof für die Gemeinde nicht gerade ein Gewinn. „Es gibt eher ein Defizit“, meint Höß, ohne Zahlen zu nennen. Das Haus sei aber grundsätzlich in einem guten Zustand und erfreue sich auch großer Beliebtheit, sagt Höß. Aktuell sehe er keinen riesigen Renovierungsbedarf. Dennoch werde sich die Gemeinde bald mit dem Zukunftskonzept befassen: „Wir möchten das aufs Gleis bringen.“

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