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In einem Talkessel nahe dem Söllbach-Parkplatz liegt die Zeiselbach Winterstube (hier ein Bild vom Winter 2016). Die Idee, darin ein Holzfäller-Museum einzurichten, ist nun endgültig gestorben.

Viel Ärger um geplantes Museum und Pachtvertrag

Gemeinde will Holzfäller-Hütte wieder loswerden

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Das Projekt „Zeiselbach Winterstube“ ist für Bad Wiessee gestorben. Die Gemeinde will den Pachtvertrag für die einstige Forstarbeiter-Hütte kündigen. Das Ende einer Geschichte, die für viel Ärger sorgte.

Bad Wiessee – Im Herbst 2012 hatte die Gemeinde die Hütte nahe des Sonnenbichl-Parkplatzes von den Bayerischen Staatsforsten angepachtet. Ziel war es, einen touristischen Anziehungspunkt zu schaffen. Auch von einem Holzfällermuseum war die Rede. Einen offiziellen Auftrag vom Gemeinderat gab’s dafür allerdings nie.

Dass trotzdem schon Sanierungs-Maßnahmen in der Hütte stattgefunden hatten, sorgte vor allem bei der CSU für Missmut. Die SPD fand zudem heraus, dass der Pachtvertrag für die Gemeinde viele Tücken beinhaltet. Das Bauwerk darf demnach nur sehr eingeschränkt genutzt werden, trotzdem muss die Gemeinde die Last des Unterhalts tragen. Daraufhin beschloss der Gemeinderat vor einem Jahr, den Vertrag neu zu verhandeln.

Es war der neue Rathaus-Geschäftsführer Hilmar Danzinger, der nun den Auftrag hatte, Klarheit in die Causa Winterstube zu bringen. Die Ergebnisse seiner Nachforschungen waren ernüchternd: „Infrastrukturell ist die Hütte sehr dürftig bis gar nicht erschlossen“, teilte er dem Gemeinderat am Donnerstagabend mit. Um sie touristisch nutzen zu können – sei es nun als Museum oder für Fackelwanderungen –, müsste das Bauwerk mit seinen derzeit drei kleinen Räumen zudem baulich verändert werden.

Danzingers Fazit: „150.000 Euro müssten wir für die Modernisierung leisten, weitere 500.000 Euro für Infrastruktur-Maßnahmen.“ Zahlen, die ein Raunen im Gemeinderat auslösten. Und die für Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) nur einen Schluss zuließen: „Es macht keinen Sinn, diesen Weg weiter zu verfolgen.“

Dem konnte CSU-Fraktionssprecher Kurt Sareiter nur zustimmen. „Ich bin froh, dass die Irrfahrt vom geplanten Holzfällermuseum endlich ein Ende hat.“ Vieles sei hier nicht korrekt gelaufen, merkte er an. Fraktionskollege Florian Sareiter sah das genauso: „Wir sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden.“ Zudem monierte Sareiter, dass ein „nicht geringer Betrag“ bereits in die Renovierung der Winterstube geflossen sei. „Das bringt uns keiner mehr zurück.“

Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD), der seinerzeit das Projekt Holzfällermuseum mit angeschoben hatte, räumte zwar ein, dass bei dem Vorhaben nicht alles glatt gelaufen sei, verteidigte aber die grundsätzliche Idee. Die Holzfäller-Kultur sei fest mit Bad Wiessee verbunden, diesem Erbe Rechnung zu tragen, halte er nach wie vor für richtig, sagte Huber. Dennoch kündigte er an, der Beendigung des Winterstuben-Projekts zuzustimmen.

Klaudia Martini, ebenfalls SPD, verpasste den Bayerischen Staatsforsten noch einen deutlichen Seitenhieb. Künftige Verhandlungen mit den Staatsforsten seien nach diesen Erfahrungen aufmerksam zu führen, meinte Martini: „So geht man nicht mit einem Partner um.“

Letztlich stimmte das Gremium einhellig für die sofortige Auflösung des Pachtvertrags. Laut Danzinger ist der Vertrag jährlich kündbar.

gab

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