Der Baustadel am Seeufer in Abwinkl dient seit fast 40 Jahren als Rettungsstation der Wiesseer Wasserwacht. Nun muss das denkmalgeschützte Gebäude rundum saniert werden.
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Der Baustadel am Seeufer in Abwinkl dient seit fast 40 Jahren als Rettungsstation der Wiesseer Wasserwacht. Nun muss das denkmalgeschützte Gebäude rundum saniert werden.

Aufwendiges Projekt

Baustadel in Abwinkl muss saniert werden: Wasserwacht und Gemeinde packen’s gemeinsam an

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Der denkmalgeschützte Baustadel in Bad Wiessee dient der örtlichen Wasserwacht als Rettungsstation. Jetzt muss das Gebäude von Grund auf saniert werden. Ein aufwendiges Gemeinschafts-Projekt.

  • Seit 40 Jahren nutzt die Wasserwacht Bad Wiessee den Baustadel in Abwinkl als Rettungsstation
  • Jetzt muss das denkmalgeschützte Gebäude saniert werden
  • Gemeinde und Wasserwacht wollen das Projekt gemeinsam schultern

Bad Wiessee – Früher einmal diente das Gebäude am Seeufer als Stadel für Triftschiffe und Boote, die meisten Einheimischen kennen den Holzständerbau unter dem Namen „Baustadel“. Seit fast 40 Jahren hat dort die örtliche Wasserwacht ihre Heimat. Und das soll auch so bleiben. Das Problem: Der Stadel entspricht nicht mehr den Vorschriften für eine solche Rettungsstation und ist darüber hinaus dringend sanierungsbedürftig. Die Gemeinde Bad Wiessee – Eigentümerin des Gebäudes und verantwortlich dafür, eine ordentliche Wachstation zur Verfügung zu stellen – will das Projekt nun angehen. Dies, sagt Bürgermeister Robert Kühn, sei der ausdrückliche Wille des Gemeinderats und auch von ihm selbst: „Wir wollen dort unten nun zur Sache kommen.“

Bauwerk ist ein ehemaliger Triftstadel und stammt aus dem Jahr 1821

Einfach abreißen und einen funktionalen Neubau hinstellen kommt dabei nicht in Frage. Der ehemalige Triftstadel aus dem Jahr 1821 steht auf der Liste der Wiesseer Baudenkmäler. „Das Gebäude ist ortsbildprägend“, erklärt Kühn. Das macht das Sanierungsprojekt aufwendig und wohl auch kostspielig. Die Gemeinde rechnet laut Rathaus-Chef mit einer Investitionssumme von bis zu 400.000 Euro. „Das ist ein anspruchsvoller Akt“, macht Kühn deutlich. Derzeit würden gerade fachliche Gutachten dazu eingeholt, wie man das Gebäude am besten sanieren kann. Der Bau selbst und das Fundament müssen gründlich auf ihren Zustand hin untersucht werden. Hochwasser-Ereignisse und andere Witterungseinflüsse haben in der Vergangenheit deutliche Spuren an der Rettungsstation hinterlassen.

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Diese Saison, so viel steht fest, werden die Wasserwachtler ihren Dienst noch in dem jetzigen Baustadl verrichten müssen. Danach soll die Maßnahme Zug um Zug umgesetzt werden. Drei bis fünf Jahre – so der grobe Zeitplan – werde es wohl dauern, bis die rundum erneuerte Rettungsstation steht.

Wasserwacht gründet Förderverein, um Sanierung zu unterstützen

Die Wasserwacht möchte sich in dieser Zeit keinesfalls zurücklehnen – ganz im Gegenteil: Um die Sanierungsmaßnahmen so gut wie möglich unterstützen zu können, haben die Ehrenamtlichen Anfang dieses Jahres einen eigenen Förderverein gegründet. „Es geht uns vor allem darum, den Innenausbau bestmöglich umzusetzen“, erläutert Hans Mielke. Weil die Wasserwacht dazu nicht auf Fördermittel zurückgreifen kann, sei sie auf finanzielle Unterstützung und Spenden angewiesen. Über den neuen Verein hofft man, Fördermitglieder und Sponsoren zu gewinnen.

Der 48-jährige Hans Mielke, bisher Chef der Wiesseer Wasserwacht, wurde von den Gründungsmitgliedern einstimmig zum Vorsitzenden des Fördervereins gewählt. Weil eine Doppelfunktion nicht möglich ist, musste der Chefposten bei der Wasserwacht selbst neu besetzt werden: Den Vorsitz übernahm Mielkes Sohn Thomas (24).

Beim Innenausbau soll es an nichts fehlen

Der Zweck des neuen Vereins wurde bewusst nicht auf die Sanierung der Wachstation beschränkt, sondern soll langfristig gesehen auch der Förderung anderer Wasserwachts-Projekte dienen, wie Hans Mielke erklärt. Der „größte Brocken“ aber sei zunächst der Innenausbau der Rettungsstation. Hier solle es den Ehrenamtlichen, die Wochenende für Wochenende ihren Dienst in der Hütte verrichten, an nichts fehlen, macht der Vorsitzende deutlich. In Sachen Arbeitssicherheit, Hygiene und Geschlechtertrennung müsse die Station den aktuellen Vorschriften angepasst werden. Um dafür Mittel zu gewinnen, möchte der Förderverein gezielt auf die Suche nach Sponsoren gehen – allerdings erst, wenn auch belastbare Zahlen zu den Kosten vorgelegt werden können, betont Mielke. „Wir werden langsam versuchen, an Fahrt aufzunehmen“, erklärt der Vorsitzende. „Es soll alles transparent und sauber sein.“

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Kühn jedenfalls ist ausgesprochen froh über das Engagement der Wasserwacht, die der Gemeinde bei dem Projekt so gut es geht unterstützend zur Seite stehen wolle. „Für die Gemeinde ist das ein Glücksfall“, sagt der Bürgermeister.

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