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So sieht der Vorentwurf für das neue Hotel an der Wiesseer Seepromenade aus: Es entsteht ein Baukörper in Zickzack-Form. Auf dem einstigen Spielbank-Grundstück sind zudem fünf Hauser mit Wohnungen und Geschäften geplant.

Einstimmiger Beschluss im Wiesseer Gemeinderat

Strüngmann-Hotel an Seepromenade auf den Weg gebracht

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Es sieht gut aus für das neue Premium-Hotel an der Wiesseer Seepromenade: Der Gemeinderat hat am Donnerstagabend die Strüngmann-Planung einstimmig befürwortet. Die Überraschung: Das Hotel wird viel kleiner als ursprünglich vorgesehen.

Bad Wiessee - 120 bis 140 Zimmer anstatt der zunächst anvisierten 220, eine Zickzack-Form statt des wuchtigen Hufeisens, mehr Abstand zur Bebauung in der Nachbarschaft: Das Unternehmen der Familie Strüngmann hat in den vergangenen eineinhalb Jahren noch einmal massiv Hand angelegt an den Plänen für das Hotel an der Wiesseer Seepromenade. Dies geschah offenbar in intensivem Dialog mit dem Gemeinderat, der die neue Planung nun erstmals in öffentlicher Sitzung behandelte.

Das Hotel entsteht bekanntlich auf dem Areal des ehemaligen Hotels Lederer, des früheren Hotels Wittelsbach sowie des ehemaligen Haus des Gastes. Um das Vorhaben gegen zu finanzieren, will die Familie Strüngmann zudem auf dem früheren Spielbank-Gelände fünf Gebäude mit Wohnungen und Geschäften errichten. „Wir wollen ein dem Ort angepasstes, kleineres Hotel, das durch seinen Service besticht“, machte Thomas Maier, Geschäftsführer des Strüngmann-Unternehmens Athos, in der Sitzung deutlich. „Wir trauen uns zu, das Hotel individuell zu gestalten“, fügte er hinzu. Finde sich keine Hotelkette, die das Haus später übernehmen wolle, werde man es zur Not auch selbst betreiben.

Die Grundstücke an der Wiesseer Seepromenade - im Vordergrund das ehemalige Hotel Lederer - werden verschmolzen. Die Familie Strüngmann verwirklicht auf dem Areal ein Nobel-Hotel. 

Architekt Christian Eitzenberger erläuterte sodann die Planung, die sich derzeit noch in der städtebaulichen Phase befindet. Ein konkreter Planentwurf wird wohl bis Oktober vorliegen. Das Hotel, so erklärte Eitzenberger, werde keine Vorder- und Rückseite mehr haben. Vielmehr ist ein Baukörper in offener „Zickzack-Form“ mit Innenhöfen und diversen Einbuchtungen geplant. Die Front zum See hin wurde zurückgenommen, so dass im Vergleich zum jetzigen Lederer ein deutlich breiterer Uferstreifen entsteht. „Wir weichen 20 bis 25 Meter vom Ufer zurück“, so Eitzenberger.

Auch bei den Häusern auf dem ehemaligen Spielbank-Grundstück wurde abgespeckt. Die seeseitigen Gebäude wurden um ein Vollgeschoss in der Höhe reduziert. Was die Gestaltung des Hotels betrifft, so gab‘s ebenfalls eine erste Aussage. Während im Erdgeschoss Stein und Glas dominieren werden, soll im Obergeschoss Holz das markante Baumaterial sein. Eitzenberger: „Dadurch ergibt sich eine zurückhaltende Eleganz.“

Der Gemeinderat, der die Planung bereits aus nicht öffentlichen Sitzungen kannte, zeigte sich nahezu durchweg angetan von den neuen Entwürfen der Familie Strüngmann. Kurt Sareiter (CSU) bezeichnete sie als „sehr, sehr positiv“ und sprach mit Blick auf den seriösen Investor von einem „Glücksfall“. „Wesentlich luftiger“ fand die neue Gestaltung auch Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD). Und Florian Sareiter (CSU) erklärte: „Das ist ein sehr positiver Tag, und der Beginn einer gemeinsamen Reise, die schon lange geplant ist.“

Einstimmig erklärte sich der Gemeinderat mit der Planung einverstanden und brachte sowohl den vorhabenbezogenen Bebauungsplan als auch die Änderung des Flächennutzungsplans für das Areal auf den Weg. Am Montag, 17. Juli, können sich die Bürger nun ein Bild von der Hotel-Planung machen: Dann findet um 20 Uhr eine Bürgerversammlung im Hotel Post statt. 

gab

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