Stefan Reichl gratuliert Marinus Glonner zum 80. Geburtstag
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Stefan Reichl gratuliert Marinus Glonner zum 80. Geburtstag

AUSTRITT - Wut auf Kreisverband: Ex-Vorsitzender verlässt Sozialverband

Marinus Glonner kehrt Vdk den Rücken zu

  • Gerti Reichl
    vonGerti Reichl
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Beim VdK Bad Wiessee brodelt’s. Marinus Glonner (81), der zwölf Jahre lang an der Spitze des Ortsverbands stand und seit 23 Jahren Mitglied ist, platzt jetzt der Kragen

  • Ehemaliger VdK-Vorsitzender geht im Zorn
  • Kein Glückwunsch zum Geburtstag; Das war zuviel
  • Kreisverband will keine Stellung nehmen

Irgendwie ist da der Wurm drin im Verhältnis zwischen dem Wiesseer Ortsverband und dem Kreisverband des Vdk. Das Klima wurde zusehends schlechter, als vor einem Jahr der komplette Vorstand abtrat (wir berichteten). Für Glonner, der während seiner Amtszeit die Zahl der Mitglieder immerhin von 198 auf 410 steigern konnte und für den die ehrenamtliche Tätigkeit für den Verband mehr als ein Hobby war, musste ein Nachfolger gefunden werden. Zwar übernahm Hans-Heinrich Andresen kurzzeitig das Ruder, warf aber nach wenigen Wochen wieder hin.

An seine Stelle trat der bisherige Vize Erhard Jänsch. Doch auch der 74-Jährige machte keine gute Figur. Jänsch geriet zudem wegen einer unglücklichen Wahlwerbung für den Wiesseer CSU-Bürgermeisterkandidaten Florian Sareiter in die Schlagzeilen, was nicht ohne Folgen blieb. Der Kreisverband distanzierte sich mit Verweis auf seine parteipolitische Unabhängigkeit und enthob Jänsch von seinem Posten.

Hedwig Eiter hat den Vorsitz kommissarisch übernommen

Die bisherige Schriftführerin Hedwig Eiter übernahm dann das Amt kommissarisch. In diesem Frühjahr hätten Neuwahlen stattfinden sollen, damit der Ortsverband wieder in ruhiges Fahrwasser gerät, doch wegen Corona war dies bisher nicht möglich.

Ende Juni feierte Glonner – inzwischen Ehrenvorstand – seinen 81. Geburtstag. „Es ist der Brauch im Vdk, dass die Mitglieder zum Geburtstag eine Gratulation bekommen, aber da kam bis jetzt nichts“, sagt Glonner und fühlt sich gekränkt: „Das zeigt mir einmal mehr, wie der Vdk das Ehrenamt und die viele Arbeit, die dahintersteckt, würdigt: nämlich gar nicht.“

Marinus Glonner hat die Mitgliedschaft gekündigt

Daher hat Glonner nun einen Schlussstrich gezogen: Er hat seine Mitgliedschaft im Vdk gekündigt.

Die Kränkung nach dem Geburtstag brachte für ihn nur das Fass zum Überlaufen. „Die Kreisvorsitzende Marianne Estner hat dem alten Vorstand vorgeworfen, nichts für die Nachfolge getan und ein Chaos hinterlassen zu haben“, lautet Glonners Erklärung. „Dies muss ich aufs Schärfste zurückweisen.“ Denn der Kreisverband habe seit drei jahren gewusst, dass der alte Vorstand nicht mehr antritt. Er hätte sich kümmern müssen, so Glonner. Wegen des schlechten Verhältnisses mit dem Kreisverband habe er die Haussammlung und auch die Werbung von Neumitgliedern eingestellt. „Das Tischtuch zwischen Kreis- und Ortsverband ist zerrissen“, lautet Glonners Erkenntnis.

In seiner Wut will er nun auch eine Mail an die Bundesvorsitzende des Sozialverbands, Verena Bentele, schreiben. Im Herbst 2018 hatte er sie bei einem Besuch in Weissach kennengelernt. „Sie soll ruhig wissen, welche Schlamperei im Kreisverband besteht“, so Glonner, der damit tatsächlich dafür sorgen dürfte, dass auf seinen Verband kein gutes Licht fällt.

„Wir müssen die Entscheidung akzeptieren“

„Wir müssen seine Entscheidung akzeptieren“, sagt Kreisvorsitzende Marianne Estner auf Nachfrage. Sie wolle das Thema nicht breittreten, stellt aber klar, dass Gratulationstouren nur bei runden Geburtstagen üblich seien. Auch will sie nicht mehr dazu Stellung nehmen, wie es zum Rücktritt des Vorstands 2019 tatsächlich gekommen sei. Marianne Estner wünscht sich, dass wieder Ruhe einkehrt und findet, dass die kommissarische Leiterin Hedwig Eiter das bisher gut hinbekommt. Sobald Corona dies zulasse, werde eine ordentliche Hauptversammlung mit Neuwahlen stattfinden, so die Kreisvorsitzende.

Und zur Person Glonner sagt Estner: „Wir sind ihm dankbar, was er für den Vdk getan hat und haben ihm die Hand gereicht.“ Dass Marinus Glonner dies annimmt, ist unwahrscheinlich.

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