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In diesem Haus an der Jägerstraße hat Franz Grothe gewohnt. Der Komponist war eng mit Jägerwinkel-Gründerin Traudel Hardieck befreundet. 

Treu- und Rechtsbruch moniert

Das Grothe-Haus und die AfD: Aufklärung gefordert

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Vordergründig geht es um die Erinnerung an den Komponisten Franz Grothe. Im Hintergrund steht die AfD. Sie unterstützt eine Untersuchung zum Verkauf des Grothe-Hauses.

Bad WiesseeVordergründig geht es um die Erinnerung an den berühmten Komponisten Franz Grothe. Im Hintergrund steht die AfD. Deren Mitglied, der Münchner Jurist Dieter Scheidemandel, will auf einen „Treu- und Rechtsbruch“ aufmerksam machen. Titel seiner Mitteilung: „Misteriöser Verkauf der Franz-Grothe-Erinnerungsstätte in Bad Wiessee“. Unterstützung bei der Aufdeckung habe die AfD in Person des Bundestagskandidaten Constantin von Anhalt-Dessau zugesagt. In den nächsten Tagen will Scheidemandel das sogar via Postwurfsendung verkünden. Der Flyer soll 2000 Mal verteilt werden.

Mysteriös scheint Scheidemandel der Verkauf des Hauses Jägerstraße 33, in dem Grothe wohnte. Der Komponist war ein enger Freund von Trudel Hardieck, Gründerin der Privatklinik Jägerwinkel. Sie lernte Grothe, damals Chef des deutschen Tanzorchesters, 1942 in Berlin kennen. 1947 kaufte sich Hardieck ein Grundstück an der Wiesseer Jägerstraße. Ein Jahr danach mietete sich Grothe mit seiner Frau Kirsten Heiberg bei Hardieck ein. Später verkaufte die Klinikgründerin dem Komponisten einen kleinen Teil ihres Grundstücks und errichtete ein Haus für ihn. Hardieck und Grothe sind auch nach ihrem Tod qu

asi Nachbarn geblieben: Ihre Gräber auf dem Wiesseer Bergfriedhof liegen nahe beieinander. Grothes Haus wurde nach seinem Tod – er starb 1982 – verkauft und wechselte offenbar mehrmals den Besitzer.

Scheidemandel ist sich sicher: Grothe hatte in seinem Testament verfügt, dass sein Haus nicht verkauft werden darf, sondern zur Erinnerungsstätte werden soll. Bad Wiessee sei um einen Anziehungspunkt gebracht worden. Leider lehnten die Grothe-Stiftung und die Regierung von Oberbayern als Stiftungsaufsicht jede Auskunft zum Verkauf ab, teilt der Jurist mit. Das gemeinnützige Dr.-Meyer-Camberg-Institut in München habe es sich nun zur Aufgabe gemacht, die Umstände zu klären. „Und der Bürgermeister von Bad Wiessee hat dazu den Weg geebnet“, heißt es in dem Flyer.

Eine Aussage, die Rathauschef Peter Höß in Rage bringt. „Eine Frechheit ist das“, sagt er. Er habe mitnichten den Weg geebnet, sondern Scheidemandel vielmehr die Herausgabe von Grundbucheinträgen zum Grothe-Haus verweigert. „Da hat er schon mit der AfD gedroht“, sagt Höß. Der Verkauf des Hauses sei seines Wissens nach schon vor Jahrzehnten erfolgt. Die Gemeinde sei nicht involviert und werde sich auch nicht einmischen. Scheidemandel habe sich schon vor Monaten an ihn gewandt, berichtet Höß.

Generalbevollmächtigter des Dr.-Meyer-Camberg-Instituts, das jetzt in Sachen Grothe-Haus nachbohren will, ist Scheidemandel, der das Institut mit gegründet hat. Es beschäftigt sich in erster Linie mit der Organisation von Soft-Skills-Seminaren für Studenten.

Daneben will es nun das Geheimnis des Grothe-Hausverkaufs lüften. An eine Klage denke er nicht, so Scheidemandel. Aber es solle eine Franz-Grothe-Erinnerungsgesellschaft gegründet werden, die das Erbe des Komponisten pflege und in Bad Wiessee Konzerte sowie Festwochen veranstalte. Wie dies geschehen soll, lasse sich heute noch nicht sagen, meint Scheidemandel auf Nachfrage. Dies hänge von der Resonanz auf die Initiative des Dr-Meyer-Camberg-Instituts ab. Und an der Frage, ob Bad Wiessee überhaupt Interesse an einer Erinnerungsstätte für seinen großen Sohn habe. Eigentlich, so Scheidemandel, wäre die Gestaltung einer solchen Stätte auch Aufgabe der Grothe-Stiftung.

Wie die Stiftung das Ganze sieht, war am Dienstag nicht herauszufinden. Die Bitte unserer Zeitung um Stellungnahme blieb unbeantwortet.

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