Bei Dunkelheit gehen in Bad Wiessee die künstlichen Lichter an. Die Grünen fordern für den Kurort eine Reduzierung der Beleuchtung.
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Bei Dunkelheit gehen in Bad Wiessee die künstlichen Lichter an. Die Grünen fordern für den Kurort eine Reduzierung der Beleuchtung.

Fraktion will Reduzierung der Beleuchtung

Grünen-Antrag im Wiesseer Gemeinderat: Kampf der Lichtverschmutzung

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Grünen-Fraktion im Wiesseer Gemeinderat möchte etwas gegen die Lichtverschmutzung tun. Sie fordert, die künstliche Beleuchtung zu reduzieren - und spricht von einem „gravierenden Umweltthema“.

  • Die Grünen in Bad Wiessee sagen der Lichtverschmutzung den Kampf an
  • In einem Antrag fordern sie die Reduzierung der künstlichen Beleuchtung im Ort
  • Gemeinderat beauftragt Verwaltung mit Prüfung des Anliegens

Bad Wiessee – Gerade in Zeiten, in denen die Dämmerung früh hereinbricht, ist man um jede Lichtquelle froh. Dass die künstliche Beleuchtung aber auch ihre Schattenseiten hat, machte jetzt Karl Schönbauer, Fraktionssprecher der Grünen, im Wiesseer Gemeinderat deutlich. Stichwort: Lichtverschmutzung. Die Gemeindeverwaltung soll nun prüfen, ob und wie die künstliche Aufhellung des Nachthimmels im Ort reduziert werden kann. Mensch und Tier sollen davon profitieren.

Grünen-Sprecher setzt auf Aufklärung und Freiwilligkeit

Schönbauer war vor allem an Aufklärung gelegen. „Wir wollen hier nichts verbieten. Wir wollen den Bürger erst einmal von den negativen Auswirkungen der Lichtverschmutzung überzeugen“, erklärte er in der Gemeinderatssitzung. Die Grünen setzen mit ihrem Antrag vor allem auf die Freiwilligkeit der Wiesseer, wollen aber auch ein paar Punkte überprüft haben. So soll unter anderem geklärt werden, ob und wo bei kommunalen Liegenschaften „vollständig oder temporär“ auf eine Außenbeleuchtung verzichtet werden kann. Zudem sei bei allen Beleuchtungen in gemeindlicher Zuständigkeit künftig ein insektenfreundliches Leuchtmittel zu verwenden.

Zahl der Insekten schon jetzt „dramatisch rückläufig“

„Die Zahl der Insekten“, so machte Schönbauer deutlich, „ist dramatisch rückläufig.“ Die Grünen wünschen sich, dass die Umstellung von Lichtquellen und Leuchten geprüft und – bei Bedarf – schrittweise ausgetauscht wird. Bei der Prüfung möglicher Beleuchtungsreduzierung durch Dimmer und Bewegungsmelder müsse allerdings immer auch das Sicherheitsgefühl der Menschen berücksichtigt werden, räumte Schönbauer ein. Seiner Ansicht nach ist die Lichtverschmutzung „ein gravierendes Umweltthema“.

CSU-Sprecher sagt: Sicherheit muss im Vordergrund stehen

Als grundsätzlich sinnvollen Antrag bezeichnete CSU-Fraktionssprecher Florian Sareiter das Anliegen der Grünen. Er betonte aber auch, dass die Gemeinde Bad Wiessee hier ohnehin schon „sehr vorbildlich“ unterwegs sei und die Beleuchtungssysteme bereits auf einen modernen Stand gebracht habe. „Diesen Weg fortzusetzen, ist sicherlich richtig.“ Aber auch Sareiter forderte, bei aller Reduzierung der Lichtstärke die Sicherheit der Bürger im Blick zu behalten. „Die Sicherheit muss immer im Vordergrund stehen.“

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Ähnlich sah das sein Onkel und Fraktionskollege Kurt Sareiter: Als Heilbad beherberge Bad Wiessee auch viele ältere Menschen. Man könne es sich nicht leisten, diese einer Gefahr – etwa der von Überfällen – auszusetzen.

Zu der Sitzung geladen war als Fachmann für die Straßenbeleuchtungen der technische Leiter des E-Werks Tegernsee, Frank Thinnes. Er betonte, dass die Straßenbeleuchtung in Bad Wiessee bereits in die Jahre gekommen sei. Im Bestand seien daher technische Verbesserungen wie etwa eine Dimmung nicht möglich. Er betonte aber, dass auch der örtliche Energieversorger das Thema Lichtverschmutzung im Auge habe. So hätten die verwendeten LEDs einen sehr geringen Blau-Anteil, was dem Antrag der Grünen wiederum Rechnung trage.

Verwaltung soll Punkte zur Vermeidung von Lichtverschmutzung prüfen

Schließlich sprach sich der Gemeinderat einstimmig für Folgendes aus: Die Verwaltung werde die im Grünen-Antrag genannten Punkte überprüfen und dem Gremium die beauftragten Änderungen „hinsichtlich der Vermeidung von Lichtverschmutzung“ bekannt geben.

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