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Grundsatzbeschluss: Bad Wiessee verlangt von Hotel-Investoren Bau von Personalwohnungen

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Von: Gabi Werner

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In Bad Wiessee, hier die Seepromenade mit dem ehemaligen Lederer-Areal, sollen einige neue Hotels entstehen. Künftig sollen Investoren verpflichtet werden, auch Wohnraum für die Mitarbeiter zu schaffen.
In Bad Wiessee, hier die Seepromenade mit dem ehemaligen Lederer-Areal, sollen einige neue Hotels entstehen. Künftig sollen Investoren verpflichtet werden, auch Wohnraum für die Mitarbeiter zu schaffen. © Thomas Plettenberg

Am Tegernsee sind zahlreiche Hotels in Bau und Planung. Doch was fehlt, sind bezahlbare Wohnungen fürs Personal. Die Gemeinde Bad Wiessee will sich das nicht länger mit ansehen.

Bad Wiessee - Bad Wiessee kennt die Situation zur Genüge: Investoren, die für ihre Beherbergungsbetriebe Baurecht von der Gemeinde erhalten, sind auf der anderen Seite sehr zurückhaltend, wenn es um die Schaffung von Wohnraum geht. Hier sehen sie die Allgemeinheit in der Pflicht. Und das, obwohl gerade Tourismusbetriebe oft sehr personalintensiv sind. Um gegenzusteuern, hat der Wiesseer Gemeinderat nun einen Grundsatzbeschluss in nicht öffentlicher Sitzung gefasst. Er besagt: Künftige Investoren, die hier ihre Hotels bauen möchten, müssen auch eine angemessene Zahl an Personalwohnungen errichten.

Für viele Mitarbeiter im Tourismussektor ist der Wohnraum unerschwinglich

Bad Wiessee will damit ein Dilemma beheben. Wie die Gemeinde in einer Pressemitteilung erklärt, seien am Tegernsee die Wohnungen auf dem freien Markt für nicht wenige Beschäftigte im Tourismussektor unerschwinglich. „Folglich haben manche Beschäftigte weite Anfahrtswege, was verkehrspolitisch problematisch ist. Bei einem Arbeitsplatzverlust geraten manche in eine für sie wirtschaftlich schwierige Situation, die unter Umständen auch in die Obdachlosigkeit führen kann.“

Investoren klopfen bei Gemeinde an, um Wohnraum einzufordern

Manche Investoren würden die Gemeinde auffordern, zusätzlichen Wohnraum für Personalwohnungen zu schaffen. „Es entsteht der Eindruck, mit dieser Anregung Gewinne privatisieren und Kosten sozialisieren zu wollen“, macht die Gemeinde deutlich. Sie betont auch, dass das eigens für den gemeindlichen Wohnungsbau gegründete Kommunalunternehmen (KU) der Gemeinde nicht den vornehmlichen Zweck habe, „Personalwohnungen zur Verfügung zu stellen, sondern Wohnraum für Einheimische zu schaffen“.

Pflicht zum Wohnungsbau wird vertraglich festgelegt

Aus Sicht der Verwaltung sei es daher an der Zeit gewesen, Unternehmen zu verpflichten, in einem größeren Maße soziale Verantwortung für ihre Mitarbeiter zu übernehmen - sprich: Wohnraum für die Angestellten zu schaffen. Dies soll immer dann verpflichtend sein, wenn die Investoren von der Gemeinde zusätzliches Baurecht für einen Beherbergungsbetrieb erbitten. Die Verpflichtung soll durch die Erstellung von vorhabenbezogenen Bebauungsplänen und den zugehörigen Durchführungsvertrag sichergestellt werden. Im Vertrag soll künftig ein entsprechender Passus verankert werden. Laut Beschluss des Gemeinderats muss „ein bestimmtes und angemessenes Verhältnis zwischen der Anzahl der zu vermietenden Zimmer und der Anzahl der zu errichtenden Personalwohnungen“ vorgesehen sein.

Beim Hotel Bussi Baby wurde bereits ein Personalhaus errichtet

Gelten soll der Grundsatzbeschluss laut Gemeinde „für alle künftigen und der Gemeinde noch nicht bekannten Bauprojekte für die Erstellung von Beherbergungsbetrieben“.

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