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Ungleiche Höhenlage: Das neue Gebäude thront über den Nachbarhäusern. Die Behörden wollen die Situation nun ausmerzen.  

Bauausschuss Bad Wiessee

Grundstück für Haus in Bad Wiessee aufgeschüttet: „Das hat ja fast Burgcharakter“

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Ein Neubau in Breitenanger sorgte im Wiesseer Bauausschuss für Diskussionen. Der Vorbesitzer des Grundstücks hatte es aufschütten lassen. Jetzt ragt das Haus hoch hinaus.

Bad WiesseeVon einer „untragbaren Situation“ und „Schadensbegrenzung“ war in der Sitzung des Wiesseer Bauausschusses die Rede. Auslöser des Unmuts war eine Baustelle in Breitenanger, die seit Längerem rundum für Kopfschütteln sorgt: Der Rohbau des Wohnhauses steht bereits – und er thront weit über den Nachbargebäuden. Der Vorbesitzer des Grundstücks hatte das Gelände aufgeschüttet und so für die ungleiche Höhenlage gesorgt. Gemeinde und Landratsamt müssen die Sache nun ausbügeln.

Geländesituation ist problematisch 

„Die Geländesituation ist sehr problematisch“, erklärte Bauamtsleiter Anton Bammer den Mitgliedern des Ausschusses. Später schob er hinterher, dass er so etwas in seiner Laufbahn noch nicht gesehen habe. Um die Situation für die Nachbarn zu

mindest erträglicher zu gestalten, hatte es bereits Ortstermine mit den jetzigen Bauherrn, den Planern und dem Landratsamt als Bauaufsichtsbehörde gegeben.

Das Ergebnis schilderte nun Bauamtsleiter Bammer dem Ausschuss. Demnach sollen – grob gesagt – Mauern in L-Stein-Bauweise und ein Grünstreifen zu den Nachbargrundstücken hin sowie Abflachungen dafür sorgen, dass die Situation verbessert wird. „Mehr ist da leider nicht zu machen“, meinte Bammer resigniert.

Nicht vertretbar für die Nachbarn 

Vor allem die neuen Gemeinderäte zeigten sich verwundert darüber, wie eine solche Genehmigung habe zustande kommen können. „Ich bin fassungslos“, meinte Johannes von Miller (Grüne). Und Hans Zehetmeier (FWG/Wiesseer Block) fand es nicht vertretbar, dass die Nachbarn künftig „auf Mauern schauen müssen“.

„Das hat ja schon fast Burgcharakter“, meinte Zehetmeier, und SPD-Kollegin Klaudia Martini räumte ein, dass die Situation sehr ungut sei, verteidigte aber das Vorgehen des alten Gemeinderats. Der damalige Bauausschuss habe bei der Genehmigung keine Kenntnis von dieser Höhenlage gehabt. „So einen Unfug hätte er sonst nicht beschlossen“. Martini schlug vor, das Aufschüttungsmaterial rund ums Haus zu entfernen und an den Terrassen des neuen Gebäudes Treppen zu errichten, die auf die Freiflächen führen. „Dann liegt halt der Garten tiefer.“ Florian Sareiter (CSU) wies seinerseits darauf hin, dass man auch auf ein gewisses Entgegenkommen des Bauherrn angewiesen sei, nachdem der Bau so genehmigt worden sei. „Rechtlich gesehen, haben wir keinen Anspruch“, meinte Sareiter.

Vorschlag zur Schadensbegrenzung

Dennoch wollte sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder mit dem jetzigen Vorschlag zur „Schadensbegrenzung“ nicht anfreunden: Mit 5:4 Stimmen wurde die in der Sitzung vorgeschlagene Gestaltung der Freiflächen abgelehnt. Nun liegt der Ball laut Bammer wieder beim Landratsamt Miesbach, das über das weitere Vorgehen entscheiden muss.

Lesen Sie auch:Pläne für Strüngmann-Hotel unter Dach und Fach 

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