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Der Handel mit Marihuana brachte einen Bad Wiesseer vor Gericht.

Zu sieben Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt

Wegen Marihuana-Handel vor Gericht

Bad Wiessee - Immer wieder hatte ein 26-Jähriger aus Bad Wiessee Marihuana verkauft. Jetzt verurteilte ihn das Miesbacher Amtsgericht zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung. 

Bereits zum dritten Mal saß ein 26-jähriger Bad Wiesseer am  Dienstag wegen unerlaubten Handeltreibens und Besitzes von Betäubungsmitteln auf der Anklagebank eines Gerichts. Bisher kam er mit Geldstrafen davon. Nun hat er jedoch eine Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung bekommen. 

Der Angeklagte machte es dem Miesbacher Amtsrichter Walter Leitner und Rechtsreferendar Giannini allerdings nicht allzu schwer, die Fälle aufzuklären. Er gestand die Vorwürfe größtenteils und räumte seine Fehler ein. „Es tut mir wirklich leid, dass ich damals diesen Dreck verkauft hab“, sagte der Wiesseer mit gesenktem Kopf. „Jetzt bin ich aber komplett clean.“ Im Einzelnen ging es hauptsächlich um den Herbst 2014. Zu diesem Zeitpunkt verkaufte der Beschuldigte in Bad Wiessee Marihuana in nicht geringen Mengen. Einmal waren es 30 und ein weiteres Mal etwa 20 Gramm, die er zum Preis von etwa zwölf bis 15 Euro an den Mann brachte. Hinzu kommen noch mehrere kleinere Fälle. Sie alle zusammen brachten den Wiesseer auf die Anklagebank. 

Was der 26-Jährige dabei nicht gewusst haben will: Einer seiner Kunden war minderjährig. Dieser wurde bei der Verhandlung im Amtsgericht auch als Zeuge vernommen. „Ich denke nicht, dass er wusste, dass ich noch nicht 18 war“, sagte der Zeuge aus. Zu etwaigen Geschäften mit seinem Drogen-Lieferanten wollte er jedoch keine Angaben machen – wohl um sich selbst keiner Straftat zu bezichtigen. Durch die vielen Drogendeals des jungen Mannes bekam aber auch irgendwann die Polizei Wind davon. 

So konnte der Mann im Oktober 2014 von einem Beamten der Polizeiinspektion Bad Wiessee gefasst werden. Der Polizist erwischte den Angeklagten bei einem Drogendeal. Zumindest war ein solcher geplant. 7,4 Gramm Marihuana hatte der Bad Wiesseer da in seiner Tasche, um sie an einen Kumpel zu veräußern. „Ja, das geb ich zu, dass ich die Drogen grad verkaufen wollte“, gestand der damalige Dealer ohne Umschweife. Er erzählte fast alles von alleine, wollte nichts verheimlichen. Auch weil er eine lange Drogenvergangenheit hatte – bereits im Alter von zwölf Jahren konsumierte er Marihuana. Doch mittlerweile baut sich der Wiesseer ein neues Leben auf, hat einen Beruf und ist seit über einem Jahr drogenfrei. 

Unter anderem aus diesem Grund plädierte Rechtsreferendar Giannini „trotz der hohen Rückfallgeschwindigkeit und zwei einschlägigen Vorstrafen“ nur für eine Bewährungsstrafe von acht Monaten. Zusätzlich solle der Angeklagte eine Geldauflage von 2400 Euro entrichten. Richter Leitner beließ es letztlich auch bei einer Bewährungsstrafe und einer Geldauflage von 2000 Euro, die an den Kinderschutzbund Miesbach geht. „Von Vorteil für Sie war, dass sie durch Ihren Drogenverkauf keinen Gewinn erzielt haben.“ Dass er das Alter seines minderjährigen Kunden nicht kannte, nahm Leitner dem Wiesseer ebenfalls ab.

von Philip Hamm

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