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Premiere an der Wahlurne: Jakob Voß (l.) und seine Schwester Hannah (nicht im Bild) aus Bad Wiessee durften am Sonntag zum ersten Mal wählen. Ins Wahllokal begleitet wurden sie von ihren Eltern (im Hintergrund).

Hannah und Jakob Voß hatten am Samstag Geburtstag

Erstwähler: Auf der Zielgeraden 18 geworden

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Hannah und Jakob Voß aus Bad Wiessee sind die wohl jüngsten Erstwähler ihrer Heimatgemeinde. Quasi auf der Zielgeraden sind sie 18 geworden. Dass sie zum Wählen gehen würden, stand für die Beiden außer Frage.

Bad Wiessee – Für Hannah Voß – so viel wird im Gespräch schnell klar – ist der Gang zur Wahlurne nicht nur eine Bürgerpflicht, die es ab sofort zu erfüllen gilt. Ebenso wie ihr Zwillingsbruder Jakob hat sie dem Tag der Bundestagswahl schon länger entgegengefiebert. Als der 24. September endlich feststand, war der Jubel im Hause Voß groß: „Ich hab mich wahnsinnig gefreut“, berichtet die Tegernseer Gymnasiastin. Quasi auf der Zielgeraden haben sie und ihr Bruder damit die Volljährigkeit erreicht – und wurden so zu den wohl jüngsten Erstwählern ihrer Heimatgemeinde.

Vom politischen Desinteresse, das jungen Erstwählern häufig nachgesagt wird, ist hier nichts zu spüren. Im Gegenteil. Mit Hilfe der Medien, aber auch auf den Internetseiten der einzelnen Parteien hat sich Hannah Voß über die jeweiligen Kandidaten und Parteiprogramme schlau gemacht. „Ich wollte mich nicht nur darauf verlassen, was die Zeitung schreibt, sondern auch selbst recherchieren“, sagt die Schülerin. Auf komplettes Neuland begab sie sich damit keineswegs: Die „grobe Richtung“, zu welchem politischen Lager sie tendieren würde, stand schon seit Längerem fest.

Ihrem Bruder Jakob geht es da ganz ähnlich. „Ich bin seit Jahren politisch interessiert“, meint er. Trotzdem hat er im Vorfeld der Bundestagswahl noch intensiver geforscht und auch die Dienste des Wahl-O-Mats in Anspruch genommen. „Das hab ich gleich mehrmals gemacht“, erzählt der junge Wiesseer und lacht. Was herauskam, bleibt Geheimsache. Nur so viel: „Wir wurden schon durch unser Elternhaus geprägt, wir haben alle eine ähnliche Grundhaltung“, erklärt der 18-Jährige, der sein Abi bereits in der Tasche hat, nachdem er früher einmal eine Klasse überspringen konnte.

Dass im Hause Voß Politik eine große Rolle spielt, kann Vater Martin Voß (56) nur bestätigen. „Wir sind eine sehr politisch denkende Familie“, sagt der evangelische Pfarrer. Kontrovers diskutiert oder gar gestritten wird dabei eher selten. Alle vier Familienmitglieder würden politisch ähnlich ticken, sagt auch er. Grundsätzlich sei dies eine liberale Einstellung.

Ein paar Kleinigkeiten gebe es aber doch, „wo ich ein bisserl konservativer bin als meine Kinder“, räumt der 56-Jährige ein. Und das sei auch in Ordnung so. „Die Kinder wollen sich ja bewusst von uns Eltern absetzen.“ Die Homo-Ehe oder die Zuwanderung – das sind Themen, die auch im Hause Voß „sehr konstruktiv“ diskutiert würden.

Dass sie mit ihrer politischen Neugier eher die Ausnahme sind unter den Jungwählern, glauben Hannah und Jakob Voß schon. „Es gibt viele, die sich praktisch gar nicht für Politik interessieren und daher auch wenig Ahnung haben“, meint Jakob Voß, der bald mit seinem Studium beginnen möchte. Er selbst ist jedenfalls erleichtert, dass es noch pünktlich zum Wahltag mit der Volljährigkeit geklappt hat: „Sonst hätten wir ja noch einmal vier Jahre warten müssen.“

gab

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