Soll im Herbst eröffnen: die Saurüsselalm im Wiesseer Söllbachgebiet.
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Soll im Herbst eröffnen: die Saurüsselalm im Wiesseer Söllbachgebiet.

Baugenehmigung liegt vor, und auch die künftigen Wirtsleute sind jetzt bekannt

Saurüsselalm: Haslberger holt das Gastro-Paar Frühauf

  • Gerti Reichl
    VonGerti Reichl
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Jetzt ist alles in trockenen Tüchern: Nach einer Teil-Baugenehmigung hat Baustoff-Unternehmer Franz Haslberger jetzt die komplette Baugenehmigung für seine Saurüsselalm auf Wiesseer Gemeindeflur in der Tasche. Fest steht auch: Das Gastro-Paar Tanja und Martin Frühauf wird die Alm bewirtschaften.

Bad Wiessee – Er überbringe die Nachricht exklusiv, meldet sich Haslberger-Anwalt Mathias Dürr am Telefon. Nach der Teilgenehmigung liege nun die komplette Baugenehmigung für die Saurüsselalm vor. „Die Eröffnung ist für Herbst geplant“, kündigt der Rechtsanwalt an legt eine weitere Neuigkeit nach: Das inzwischen deutschlandweit erfolgreiche Gastro-Paar Tanja und Martin Frühauf wird die Alm betreiben.

Der Reihe nach: Im Januar hatte der Wiesseer Gemeinderat gegen zwei Stimmen die Pläne von Großgrundbesitzer Franz Haslberger für die Saurüsselalm abgesegnet. Sie liegt idyllisch auf einer Wiese im Söllbachgebiet, nahe dem Bauern in der Au und der Aueralm. Wanderer waren bisher ausgesperrt, doch das wird nun alles anders. Haslberger, dem unter anderem auch die im Umbau befindliche Söllbachklause sowie der Bauer in der Au gehört, den er 2013 zugesperrt hat und seit 2017 nur für Events öffnet, musste sich auf eine Vereinbarung einlassen. Sie besagt, dass die Saurüsselalm dauerhaft als öffentliche Gaststätte zu den üblichen Betriebszeiten einer Almwirtschaft zu betreiben ist.

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Schnell lag die Teilgenehmigung für das Kellergeschoss vor, für die endgültige Absegnung brauchte das Landratsamt Miesbach schon mehr Zeit. Etliche Behörden wurden gehört, von der Unteren Naturschutzbehörde, über Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, bis zum Verbraucherschutz. „Da es sich um eine privilegierte Gaststätte zur Versorgung von Wanderern im Außenbereich handelt, wurden die Betriebszeiten in Abstimmung mit dem Naturschutz entsprechend dieser Zielgruppe beauflagt“, erklärt Sophie Stadler, Sprecherin des Landratsamts. „Lediglich einfache, zur Verpflegung von Wanderern erforderliche Speisen und Getränke dürfen verabreicht werden.“ All das ist in der Baugenehmigung festgehalten. Das Verfahren so Stadler, habe in Anbetracht der Fülle der beteiligten Träger öffentlicher Belange nicht überdurchschnittlich lange gedauert.

Haslberger nutzte die Zeit, um Fakten zu schaffen. Zur Verwunderung vieler Ausflügler ließ er am Wanderweg eine Schranke mit Videoüberwachung installieren, schlug eine Schneise für eine neue Zufahrt in seinen Wald und begann, eine Brücke über den Söllbach zu bauen. Diese sei für die Zufahrt jedoch nicht zwingend erforderlich, so das Landratsamt.

Wird ebenfalls umgebaut: Haslbergers Söllbachklause.

Die Alm soll jetzt schnell fertig werden. Dass sie bald das zuletzt nicht gerade üppige Angebot an Einkehrmöglichkeiten endlich erweitert, wird viele Ausflügler freuen. Sie dürfen auch hoffen, dass die seit 2014 geschlossene Söllbachklause im unteren Teil des Wandergebiets bald wieder öffnet. Zwar lässt Haslberger über seinen Anwalt mitteilen, dass er sich weder zum Bauern der Au, noch zur Söllbachklause näher äußern möchte, doch der Fortschritt der erstmals 2015 und dann 2018 per Tektur genehmigten Arbeiten ist trotz Bauzaun sichtbar: Die Alm selbst ist entkernt, ein Keller wurde unter das Gebäude geschoben, drumherum ist ein Wall zum Söllbach aufgeschüttet, das Gelände wurde teilweise eingeebnet.

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Tanja und Martin Frühauf werden die Saurüsselalm bewirten.

Dass Tanja (45) und Martin Frühauf (59) den Zuschlag für die Bewirtung der Saurüsselalm bekommen haben (Dürr: „Sie hatten unter mehreren Mitbewerbern das beste Konzept“) begeistert das frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte Wirtepaar vollauf. „Wir leben seit 2005 am Tegernsee, seitdem träumen wir davon, eine Almwirtschaft zu haben“, gesteht Martin Frühauf, der schon Leibkoch von Altkanzler Helmut Kohl war, von 2005 bis 2016 das „Postillon“ in Rottach-Egern betrieben und nebenher seine Marke „Frühauf Genuss“ aufgebaut hat. Zuletzt konzentrierte sich das Paar ganz auf Event-Catering und Business-Restaurants, die inzwischen bis Hamburg und Berlin laufen. Auch für Veranstaltungen im Bauern in der Au ist er zuständig.

Und jetzt die Saurüsselalm, künftig geöffnet täglich von 9.30 bis 17 Uhr. Man werde ihn natürlich selbst dort antreffen, versichert Frühauf, allerdings werde ein Geschäftsführer engagiert. Wer hier einkehrt – es gibt 120 Plätze drinnen in einer Gaststube und einem gemütlichen Stüberl mit Holzofen und 120 draußen im Garten – bekommt alles, was er sich auf einer Alm eben wünscht, vom Obadzn, über Suppen bis zum Kaiserschmarrn. „Und wenn er will auch ein Entrecôte“, sagt Frühauf und versichert: kein Schickimicki, aber mit Stil.

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