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Der Bauer in der Au ist seit 2013 geschlossen. Nach einem aufwendigen Umbau öffnet er zum Jahresende erstmals wieder – als Event-Location.

Wanderer müssen weiter draußen bleiben

Haslbergers Bauer in der Au öffnet - aber nur für Luxusgäste

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Der Bauer in der Au öffnet nach vier Jahren seine Türen. Aber nicht für hungrige Wanderer. Caterer Martin Frühauf richtet am Jahresende einen Hüttenzauber mit Luxus-Drei-Gänge-Menü aus.

Bad Wiessee – Als vorerst letzter Pächter schloss Bräustüberl-Wirt Peter Hubert am 31. Oktober 2013 die Tür des Bauern in der Au. Der idyllisch gelegende Berggasthof wird seit damals schmerzlich vermisst. Er war ein beliebtes Ausflugsziel für Familien, Wanderer machten gerne Rast. Das Bedauern war groß, aber auch die Hoffnung, dass die Gaststätte rundum erneuert wieder öffnet. Eigentümer Franz Haslberger ließ den Gasthof aufwendig umbauen, schwieg sich aber über dessen weitere Verwendung und den Zeitpunkt der Wiedereröffnung aus.

Nun überraschen Martin und Tanja Frühauf vom Catering-Unternehmen Frühauf Genuss mit einer Einladung an „Gäste und Freunde“. Am 28. und 29. Dezember richtet Frühauf im Bauern in der Au ein Drei-Gänge-Hüttenzauber-Menü in „zauberhafter Hüttenatmosphäre“ aus. Wer den Aufstieg scheue, dem sei eine Kutschfahrt durch den Bergwald mit Rosserer Peter Strillinger ans Herz gelegt, heißt es in der Einladung. Es gibt aber auch einen Shuttlebus vom Tal aus.

Jeweils mittags kommt an den beiden Tagen im Bauern in der Au Tartar vom Almochsen, Hafermast-Gans sowie karamellisierter Kaiserschmarrn auf den Tisch. Ein aufwendiges Menü. Wer es genießen will, zahlt 89 Euro.

Was erfolgreichen Hüttenzauber angeht, hat Frühauf Erfahrung. Seit Januar 2014 vermarktet er die Gebirgschützenhütte in Rottach-Egern, sorgt dort bei Veranstaltungen und privaten Feiern fürs Catering. Soll nun auch der Bauer in der Au nach diesem Muster betrieben werden?

Auf Nachfrage teilte Martin Frühauf mit: „Ich bin nur der Caterer. Aber die Idee war, den Bauern in der Au zwei Tagen aufzumachen und zu schauen, was passiert.“ Für weiterführende Auskünfte verwies der Gastronom auf den Eigentümer Haslberger.

Doch der war nicht zu erreichen – wieder einmal. Der Freisinger Unternehmer hat schon lange nicht mehr von seinen Plänen berichtet. Bekannt ist, dass er in Bad Wiessee sehr viel Grund und Boden besitzt. Haslbergers Leidenschaft ist die Jagd, ihm gehört ein wildreiches Revier im Gebiet um den Bauern in der Au mit einigen Almen. Auch der Berggasthof Söllbachklause zählt zu seinen Immobilien. Er ist geschlossen und soll umgebaut werden.

Wiessees Bürgermeister Peter Höß hat mit Haslberger schon lange nicht mehr gesprochen. Vom Hüttenzauber erfuhr er gestern durch die Nachfrage unserer Zeitung. „Ich habe weder etwas von der Hüttenzauber-Veranstaltung gehört noch hat sich Herr Haslberger mitgeteilt, inwieweit er den Bauern in der Au als Event-Location oder sonstwie nutzen möchte“, erklärte Höß telefonisch. Der Rathauschef befand sich gestern auf Dienstreise: Heilbädertag in Oberfranken. Eine Einladung zum Event im Bauern in der Au hat er nicht erhalten. Es ist offenbar die erste seit dem Umbau. Die Arbeiten an dem Gasthof scheinen also abgeschlossen zu sein.

Auf die Frage nach der Wiedereröffnung des Bauern in der Au hatte Haslbergers Rechtsanwalt Mathias Dürr zuletzt im März erklärt, es stehe die Klärung einiger bautechnischer Themen aus. Deshalb könne er auch keinen Termin nennen. Gestern ließ Dürr Anfragen per Telefon und E-Mail unbeantwortet. Ob der Bauer in der Au jemals wieder eine öffentliche Gaststätte wird, in der Wanderer ihren Durst löschen und eine schlichte Brotzeit genießen können, bleibt somit vorerst offen.

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