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Die Söllbachklause ist seit 2014 geschlossen. 

Bauausschuss macht aus Misstrauen keinen Hehl

Söllbachklause: Rätselraten über Haslbergers Pläne

Seit drei Jahren hat der die Söllbachklause geschlossen. Eigentümer Franz Haslberger feilt weiter an Umbauplänen. Jetzt will er einen riesigen Keller unter dem Gebäude graben...

Update, 25. Mai:

Unter seinen Berggasthof Söllbachklause will Franz Haslberger einen riesigen Keller schieben. Aber warum? Großes Rätselraten im Wiesseer Bauausschuss, offenes Misstrauen. Grünes Licht bekam Haslberger trotzdem. Aber wann die Klause wieder öffnet, weiß keiner. von Christina Jachert-Maier Bad Wiessee – Der Anstieg zur kleinen Söllbachklause ist nicht steil, auch ältere Wanderer und Familien mit Kinderwagen können sie leicht erreichen. Bis vor drei Jahren war der Gasthof mit hübschem Garten ein beliebtes Ausflugsziel. Dann kaufte ihn der Freisinger Unternehmer Franz Haslberger. Seitdem ist die Söllbachklause geschlossen, wie auch der höher gelegene Bauer in der Au, der ebenfalls Haslberger gehört. Schon im September 2014 hatte Haslberger Pläne zur Sanierung der Söllbachklause vorgelegt. Der Bauausschuss winkte sie begeistert durch. Dem Entwurf zufolge soll der Gasthof etwa zwei Meter höher werden, damit auch im Obergeschoss eine Bewirtung möglich ist. Dazu kommen ein Anbau und eine Tiefgarage. Die Pläne sind längst genehmigt. Doch nun hat Haslberger Änderungswünsche vorgelegt, die wiederum einer Genehmigung bedürfen. Der Keller soll viel größer werden. Haslberger begründet dies mit Auflagen des Gewerbeaufsichtsamtes: Um die Gastronomie betreiben zu dürfen, müsse er mehr Lagerflächen schaffen. Der Aufwand dafür ist gigantisch. Um den Keller zu bauen, muss unter dem bestehenden Haus gegraben werden. Viel günstiger wäre es, den schwer sanierungsbedürftigen Gasthof abzureißen und komplett neu zu bauen. Doch weil das Haus im Außenbereich steht, erläuterte Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block), komme das wohl nicht in Frage. Denn: Genehmigt wird nur die Sanierung des Bestands, kein Neubau. Aber muss Haslberger für den Betrieb eines Gasthofs wirklich einen so großen Keller vorweisen? „Wer’s glaubt, wird selig“, meinte Klaudia Martini (SPD). Sie wollte wissen, ob Haslberger für die Söllbachklause denn überhaupt schon eine gaststättenrechtliche Genehmigung beantragt habe. Und ob die Auflage, so viel Lagerraum zu schaffen, tatsächlich existiert. Ansonsten könne sie nicht zustimmen: „Das ist für mich Blindflug.“ Ihr Fraktionskollege Bernd Kuntze-Fechner sieht das nicht anders. Die jetzt vorgelegte Planung könne auch Basis „für etwas ganz anderes“ sein, meinte er. „Wir müssen schon die Hand darauf halten, dass das entsteht, was wir wollen.“ Eine Gaststätte nämlich. Florian Sareiter (CSU) war das zu viel Misstrauen. „Wir kommen da sehr weit in die Interpretation“, merkte er an. Haslberger habe bei Planungsbeginn ein Bekenntnis zur Gastronomie geleistet. „Und die gehört in Bad Wiessee unbedingt gestärkt.“ Ob Haslberger nun einen Weinkeller plane oder einen Kühlraum, sei seine Angelegenheit. Von außen bringe die Tektur keine Veränderung, deshalb könne er zustimmen. Auch Kurt Sareiter (CSU) sah keinen Anlass, die Tektur abzulehnen: „Ich glaube kaum, dass man einem Bauwerber vorschreiben kann, wie viele Vorratsräume er braucht.“ Dagegen meinte Fritz Niedermaier (Wiesseer Block): „Herr Haslberger muss sich nicht wundern, dass die Gemeinde das kritisch sieht.“ Die erlebe mit dem Bauern in der Au ein Drama: ein riesiger Umbau und noch immer keine Wiedereröffnung. Für die Söllbachklause hoffe er, dass „das ein Gasthof wird, der auch wieder aufmacht“. Bei der Abstimmung unterlagen die Zweifler knapp: Mit 4:5 Stimmen scheiterte der Antrag Kuntze-Fechners, von Haslberger die Vorlage eines Antrags auf gaststättenrechtliche Genehmigung zu verlangen. Mit 5:4 Stimmen gab der Ausschuss seine Zustimmung zu beantragten Tektur. Über die Genehmigung entscheidet das Landratsamt.

Ursprünglicher Artikel, 18. Mai:

Bad WiesseeAnfang 2014 hat der Freisinger Unternehmer Franz Haslberger den Wiesseer Berggasthof Söllbachklause gekauft. Seitdem ist er geschlossen. Bei seiner Sitzung am Dienstag, 23. Mai, ab 18 Uhr im Rathaus, befasst sich der Bauausschuss ein weiteres Mal mit Haslbergers Umbauplänen. Wie berichtet, haben die Behörden die Erweiterung und Rundum-Erneuerung des Gebäudes bereits bewilligt. Jetzt ist eine Planänderung nötig, weil Lagerflächen fehlen. Laut Bauamtsleiter Helmut Köckeis muss deshalb der Keller vergrößert werden. „Von außen ist das nicht sichtbar.“

Im Bauausschuss dürfte die Tektur auf Zustimmung stoßen. Offen ist weiterhin, wann mit einer Wiedereröffnung der Söllbachklause zu rechnen ist. „Es wird von den Ausflüglern schon sehr bedauert, dass dort keine Einkehrmöglichkeit mehr besteht“, erklärt Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block).

Gleiches gilt für den höher am Berg gelegenen Gasthof Bauern in der Au, der ebenfalls Haslberger gehört. Dort scheint der Umbau weitgehend abgeschlossen. Zuletzt teilte Haslbergers Anwalt Mathias Dürr mit, es seien bautechnische Probleme zu klären, weshalb er noch keinen Termin für eine Wiedereröffnung nennen könne.

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