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Der alte Gebäudekomplex am Lindenplatz soll schnellstmöglich abgebrochen und durch ein neues Wohn- und Geschäftshaus ersetzt werden.

Gemeinderat befasst sich mit Projekt am Lindenplatz

Neubaupläne: „Guter Kompromiss“ fürs Haus Ursula

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Das alte Haus Ursula am Wiesseer Lindenplatz kommt weg. An seiner Stelle soll ein neues Wohn- und Geschäftshaus entstehen. An der Planung wurde intensiv getüftelt – nun ist der Gemeinderat zufrieden.

Bad Wiessee – Ende 2016 hatte der Wiesseer Gemeinderat die Neubaupläne fürs Haus Ursula erstmals öffentlich diskutiert – und die damalige Variante als „viel zu massiv“ einstimmig abgelehnt. Seither haben die Planer der Gemeinde und des Investors, der Firma Bavaria Wohnbaupartner aus Ottobrunn, offenbar mit Hochdruck an neuen Entwürfen gearbeitet. Sie wurden auch schon vom Bauausschuss diskutiert – allerdings nicht öffentlich. Die Ergebnisse präsentierten Bauamtsleiter Helmut Köckeis und Wiessees Städteplaner Eberhard von Angerer nun im Gemeinderat. Der Städteplaner sprach von einem „guten Kompromiss“.

Den entscheidenden Impuls hatte im Bauausschuss offensichtlich Gemeinderat Markus Trinkl (Wiesseer Block) geliefert. Er regte an, die Historie der bis ins Jahr 1930 zurückreichenden Bebauung aufzugreifen. So soll auch nun wieder ein winkliges Gebäude mit Anbau zur Münchner Straße hin entstehen. Allerdings, so erklärte Köckeis, sollen die Gebäudeteile auf dem Grundstück so verschoben werden, dass von der Hauptstraße her eine bessere Sichtachse auf den neuen Lindenplatz entsteht.

Dieses Modell wurde im Gemeinderat präsentiert. Allerdings verschiebt sich der südliche Gebäudeteil noch nach Westen und es entsteht ein weiterer erdgeschossiger Anbau zur Münchner Straße hin. Skizze: Büro Eberhard von angerer (KN)

Auf einen Einwand von Markus Trinkl hin wurde bei der Sitzung sogar noch einmal spontan Hand angelegt an den Plänen und der südliche Flügel von der Hauptstraße noch weiter weg in Richtung Westen verschoben, so dass ein T-förmiger Baukörper mit zwei flachen Anbauten zu beiden Seiten hin entsteht.

Der Gemeinderat verknüpfte mit der Neuplanung mehrere Vorgaben. So darf der Investor eine Geschossflächenzahl von 2200 Quadratmetern (inklusive erdgeschossigem Anbau) sowie eine Grundfläche von 700 Quadratmetern nicht überschreiten. Von Seiten des Investors standen schon einmal knapp 2600 Quadratmeter Geschossfläche im Raum – das bezeichnete Köckeis aber als „ziemlichen Brocken“.

Hinzu komme, dass der jetzige Bestand auch nicht als Richtlinie herangezogen werden dürfe. „Damals wurde schon 40 bis 50 Zentimeter höher gebaut als erlaubt“, berichtete Köckeis, der die alten Pläne herausgesucht und studiert hatte. Darüber hinaus legte der Gemeinderat fest, dass für den Bereich ein Bebauungsplan aufgestellt wird und die Erschließung der geplanten Tiefgarage über die Bundesstraße erfolgen müsse.

Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD) konnte sich mit dieser Variante anfreunden. Er merkte allerdings an: „Mir graut vor der Baustelle – hoffentlich nimmt unser Lindenplatz dabei keinen Schaden.“ Fraktionskollegin Klaudia Martini fand, „dass die Positionierung der Gebäude jetzt städtebaulich gut hineinpasst“, und Florian Sareiter (CSU) verteidigte die Tatsache, dass hier mehrmals umgeplant werde musste: „Das ist eine der exponiertesten Lagen in Bad Wiessee – das muss wirklich stimmen.“ Die Vorgaben und die Planung wurden schließlich einstimmig so genehmigt.

gab

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