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Vorbildliches Zentrum: Wiessees BRK-Bereitschaftsleiter Willi Dörder (vorne) bei einer Führung durch die neue Rett ungswache.

Dieses Gebäude ging in Flammen auf

Hintergrund: Der kurze, teure Traum des BRK-Rettungszentrums

Das BRK-Rettungszentrum war der Traum des Wiesseer Vize-Bürgermeisters Robert Huber. Seine Erfüllung bedeutete das Ende der Platznot für die Retter. Jetzt ging alles in Flammen auf. 

Bad Wiessee Feuerwehr und Rotes Kreuz unter einem Dach: Dieser gemeinsame Wunsch der beiden Wiesseer Rettungsorganisationen ging 2013 in Erfüllung. Nach dreijähriger Planung unter der Federführung von Zweitem Bürgermeister Robert Huber (SPD) wurde das neue Rettungszentrum am Hüglweg – in direkter Nachbarschaft zur Polizei – mit einem Tag der offenen Tür am 19. Mai offiziell seiner Bestimmung übergeben. Keine vier Jahre später ist es nun einer verheerenden Explosion zum Opfer gefallen.

Feierliche Jungfernfahrt: Die „Hubertus“ der Wasserwacht Bad Wiessee bei ihrer Weihe im Juni 2015. Mit Radar- und Sonargerät war das 160 000 Euro teure Rettungsboot auf dem neuesten Stand der Technik.

Mit 950 Quadratmetern Nutzfläche für die Feuerwehr und knapp 700 Quadratmetern für das BRK gehörten die Platznöte der Einsatzkräfte im neuen Haus der Vergangenheit an. So war die Feuerwehr zuvor relativ beengt bei der Schule untergebracht, das Rote Kreuz gar auf unterschiedliche Lagerräume in der Gemeinde verstreut. Im Rettungszentrum durften sie sich die Helfer auf zwei große Hallen für je vier Fahrzeuge ausbreiten. Ein Ausbildungsraum fungierte als Verbindung zwischen den Gebäudeteilen. Das Feuerwehrhaus wurde zudem mit einer Waschhalle und einer Werkstatt zur Pflege der Atemschutzgeräte ausgestattet.

Auch die Kosten für den Neubau teilten sich die Blaulichtorganisationen untereinander auf. Anders als die Feuerwehr, deren Gebäudeteil 1,2 Millionen Euro verschlungen hatte, konnte das Rote Kreuz nicht auf öffentliche Gelder zurückgreifen. Entsprechend schwierig gestaltete sich die Finanzierung der Baukosten in Höhe von gut einer Million Euro. Trotz großzügiger Spenden – darunter 390.000 Euro von der Hubertus-Altgelt-Stiftung und 50.000 Euro von den Talgemeinden – klaffte am Ende eine Lücke von 400.000 Euro, die das Rote Kreuz zum Teil über Kredite finanzierte.

Eine weitere Investition hatte die ebenfalls in der neuen Rettungswache untergebrachte Wasserwacht im Jahr 2015 zu schultern. Für 160.000 Euro schaffte sie ihr neues Motorrettungsboot „Hubertus“ an. Aber auch diesmal konnten sich die Helfer über Spenden in Höhe von 66.000 Euro freuen. Mit Radar- und Sonargerät hatte die 7,34 Meter lange und 1,65 Tonnen schwere Hubertus modernste Technik zur Vermisstensuche an Bord. Im Juni 2015 wurde sie feierlich auf dem Tegernsee eingeweiht. Bei Schweißarbeiten wurde das Boot nun zum tragischen Ausgangspunkt der Explosion, deren Folgen am Ende das gesamte Rettungszentrum zerstörten.

sg

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