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Die Feuerwehr ist wegen vollgelaufener Keller in Bad Wiessee im Einsatz.
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Die Karte von kachelmannwetter.com zeigt, dass es im Quellgebiet von Zeiselbach und Söllbach besonders stark geregnet hat.

Extremer Regen in den Bergen

Hochwasser in Bad Wiessee: So kam‘s dazu und das sind die Folgen

Das Unwetter vom Mittwochabend hat in Bad Wiessee schwere Schäden hinterlassen. Grund: Der Zeiselbach war über die Ufer getreten. Auch Wanderwege wurden unterspült und sind jetzt gesperrt.

+++ Update, Donnerstag, 17.05 Uhr +++

Während rundherum von dem Unwetter nur wenig zu spüren war, hat es Bad Wiessee am Mittwochabend böse erwischt. Am Tag nach dem Starkregenereignis steht fest: Es war der Zeiselbach, der über die Ufer trat, schwere Schäden im Ortszentrum anrichtete und die Feuerwehr in Atem hielt.

„Der hat richtig Gas gegeben“, sagt Wiessees Feuerwehrkommandant Korbinian Herzinger über den Zeiselbach. Mit 31 Männern war er am Mittwoch ab etwa 17.30 Uhr im Einsatz, um dem Hochwasser Herr zu werden. Als die Ausmaße des Unwetters deutlich wurden, eilten noch einmal so viele Kameraden der Feuerwehr Gmund zu Hilfe.

Auch 2014 hielt es den Zeiselbach nicht in seinem Bachbett: Nach Gewitter: Wiesseer Ortszentrum überflutet

Die Einsatzkräfte mussten Wasser aus überfluteten Kellern pumpen und die Straßen von Schlamm-Massen befreien. Etwa zehn bis zwölf Keller, so schätzt Herzinger, waren vollgelaufen. Darunter auch das VdK-Bürgerstüberl. Schwerpunktmäßig betroffen war vor allem der Bereich zwischen dem Gästehaus Linsinger und dem Dourdanplatz. Etwa bis Mitternacht waren die Feuerwehrkräfte mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Auch am Donnerstagvormittag packten sie gemeinsam mit Mitarbeitern des Bauhofs noch einmal mit an.

Lesen Sie hier: Sturm folgt auf Sturm: In Tegernsee bleiben Uferweg und Steg gesperrt

Dass der Zeiselbach bei Starkregen eine Gefahr darstellt, ist längst bekannt. Um ihn zu entschärfen, wurde 2017 am Oberlauf bereits ein so genannter Wildholzrechen eingebaut. „Der hat auch einiges zurückgehalten“, berichtet Kommandant Herzinger. Um den Wildbach endgültig zu zähmen, soll zusätzlich das enge Bachbett im Ortsbereich ausgebaut werden. Das Planungs- und Genehmigungsverfahren dazu läuft bereits seit einigen Jahren.

Das Unwetter vom Mittwoch hat auch einige Wege unterspült und teils erhebliche Flurschäden angerichtet. Wie die Gemeinde am Donnerstag nach einer Begutachtung des gesamten Straßen- und Wegenetzes mitteilte, sind davon sowohl der Weg ins Zeiselbachtal – beginnend am Ende der Ortsstraße Hagngasse bis zum Knotenpunkt der Wanderwege unweit der Auer Alm – sowie Teilbereiche des Freihausweges betroffen. „In beiden Straßenzügen bedarf es bis zur Behebung der Schäden einer Vollsperrung“, erklärt die Gemeinde.


+++ Update, Donnerstag, 11.20 Uhr +++

Wetterkarten zeigen, warum es Bad Wiessee so heftig getroffen hat. In den Quellgebieten des Zeiselbachs und Söllbach hat es am Mittwoch extrem geregnet. Ein lokal sehr begrenztes Ereignis. Binnen einer Stunde fielen dort über 50 Millimeter Regen. Die Wassermassen sausten einer Welle gleich ins Tal. Die Bäche schwollen extrem an. Der mittlere Abfluss des Söllbachs beträgt laut Hochwassernachrichtendienst 1,08 Kubikmeter pro Sekunde, gestern Abend stieg der Abfluss um Uhr auf 42,6 Kubikmeter.

Die Karte von kachelmannwetter.com zeigt, dass es im Quellgebiet von Zeiselbach und Söllbach besonders stark geregnet hat.

+++ Ursprüngliche Meldung, Mittwoch, 18.30 Uhr +++

Bad Wiessee - Ein heftiges Unwetter über dem Tegernseer Tal hat den Söllbach und den Zeiselbach binnen Minuten heftig anschwellen lassen und Teile von Bad Wiessee unter Wasser gesetzt. Nach vorläufigen Daten des Hochwassernachrichtendienstes stieg der Pegel etwa des Söllbachs binnen einer halben Stunde von 31 auf 141 Zentimeter.  Aktuell sind die Feuerwehren Bad Wiessee und Gmund im Einsatz und versuchten der Lage Herr zu werden. Die heftigen Regenfälle waren offenbar stark lokal begrenzt. Die Pegel der anderen Flüsse am Tegernsee zeigten nicht annähernd solche Schwankungen.

gab/dak

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