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Der Zeiselbach setzte im Juni dieses Jahres Teile von Bad Wiessee unter Wasser. Gefahr droht aber auch vom Breitenbach und vom Söllbach.

„Da kann jeder Grundstückseigentümer etwas tun“

Hochwasserschutz: SPD fordert mehr Informationen

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Bad Wiessee – Starkregen kann sehr gefährlich werden. Die SPD verlangt nun von der Gemeinde, eine Bestandsaufnahme zu erstellen - und will die Bürger stärker sensibilisieren.

Wenn der Himmel seine Schleusen weit öffnet, sprechen Meteorologen von Starkregen. „Der kommt lokal und katastrophal“, sagt Klaudia Martini, einst Umweltministerin von Rheinland-Pfalz und jetzt SPD-Gemeinderätin in Bad Wiessee. So wie im Juni dieses Jahres, als die Wassermassen den Zeiselbach über die Ufer treten ließen. Und dies sei nur ein „kleines warnendes Beispiel“ gewesen, meint die SPD-Fraktion. Sie will den Hochwasserschutz speziell mit Blick auf den immer häufiger werdenden Starkregen zum Thema im Gemeinderat machen und hat einen Antrag eingereicht.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Genossen sich dem Hochwasserschutz widmen. Im Juli hatte die SPD die Bürger zu einem Info-Abend eingeladen. Dort referierte die Ex-Umweltministerin persönlich über Gefahrenpotenzial und Vorsorgemaßnahmen. „Zum Glück haben wir eine solche Expertin in unseren Reihen“, sagt Vize-Bürgermeister Robert Huber. Martini war von 1991 bis 2001 Ministerin, danach wechselte die Juristin in die Privatwirtschaft. In Bad Wiessee will sie das Bewusstsein der Bürger dafür schärfen, dass jeder von Hochwasser betroffen sein kann. „Nicht nur Leute, die direkt am See oder an Bächen wohnen“, meint Martini. Der Bürger sei auch gefordert, selbst Vorsorge zu treffen. „Manchmal hilft schon ein Zehn-Zentimeter-Mäuerchen, damit das Wasser nicht in den Keller läuft.“

Das Bürgerforum zum Hochwasserschutz war gut besucht, jetzt will die SPD das Thema auch mit einem eigenen Maßnahmenkatalog in den Gemeinderat tragen. Das Gremium hat bereits eine Umgestaltung des Zeiselbachs beschlossen (wir berichteten), doch das sehen die Genossen nur als Anfang. Ihr Antrag umfasst fünf Forderungen. Erster Punkt: Die Verwaltung möge eine offizielle Bestandsaufnahme erstellen, ausgehend von der Gefahrenkarte des Landesamtes für Umwelt. Danach sollte eine Bürgerinformation zur Gefährdungslage folgen, gegebenenfalls sogar eine Bürgerversammlung. Zum Dritten soll der Gemeinderat per Beschluss den Vorsatz fassen, diese Gefahren bei allen Planungen zu berücksichtigen. Viertens sei mit den örtlichen Hilfsorganisationen wie Feuerwehr und BRK, aber auch dem Bauhof, die Gefahrenabwehr speziell zu üben. Und fünftens solle der Antrag noch um Punkte ergänzt werden, die sich aus der Diskussion ergeben, heißt es in dem Papier der SPD.

Sind das nicht alles Selbstverständlichkeiten? Die Genossen sind überzeugt, dass das Thema Hochwasserschutz einen Anstoß gebrauchen kann, jenseits der üblichen Betreuung durch Fachbehörden. Es seien Ortsbesichtigungen nötig und mehr Informationen für Bürger, meint Martini. Dass dafür Bedarf bestehe, habe der gute Besuch des SPD-Bürgerforums gezeigt, meint Bernd Kuntze-Fechner: „Da kann auch jeder Grundstückseigentümer etwas tun. Man ist da keineswegs hilflos.“  

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